...zum Wandern und natürlich zur Durchführung von Verkostungen. Deshalb hier für ein paar Tage Pause...
26.04.2011
24.04.2011
Osterweine...
Die Rieslinge vom Weingut Toni Jost aus Bacharach am Mittelrhein schmecken so gut, wie sie hier auf den beiden Fotos aussehen. Links der Einstiegswein mit dem Roten Hahn, Toni Jost Riesling 2009 (ca. 6,50€ ab Weingut): Saft und Zitrusfrische pur, herrliche Erfrischung in diesem sommerlichen Frühling.
Rechts der Sekt des Hauses, handgerüttelt, knackig trocken, auch hier geradlinige und pure Charakteristik. Ein guter und den Preis mehr als werter Genuß. Ein Besuch lohnt sich auch vor Ort, Bacharach ist der schönste Ort zwischen Koblenz und Bingen.
Für weitere Infos hier klicken.
22.04.2011
Haldenwein: Kreuzberg
Auf den Bergehalden hier im Ruhrpott ist viel Platz. Unendliche Weiten auf der Halde Hoheward in Herten, enormer Fernblick über das grüne Ruhrgebiet - immer wieder überraschend. Schon Stuart Pigott hat ja zu Füßen dieser Halde auf einer Veranstaltung der Weinhandlung Molitor den Vorschlag gemacht, diese Flächen auch für den Weinbau zu nutzen (klick hier). Nachdem nun die Restriktionen beim Anbau gelockert sind und klimatisch sich alles zum Wärmeren wendet spricht eigentlich nichts mehr dagegen.
Auf exakt 152,5 m ü. NN verkostete der Weindeuter auf jeden Fall schon mal einen Wein, wie er sicher auch in bevorzugter Haldenlage möglich wäre: Spätburgunder "Devonschiefer" 2008 Weingut Keuzberg / Dernau / Ahr (13% / 20€). Funkelndes, transparentes Rot im Glas, saftig-zarte Kirsche, im Mund natürlich kein großer breiter Füller, eher leicht, trotzdem intensiv und nachhaltig. (2006er hier verkostet)
| Weinbau im Pott: Auf den Halden ist noch Platz |
21.04.2011
Jules - Rosé: Sommerwein im April
Ja ist denn schon Sommer ? Noch April, aber bei den Temperaturen versetzt der Jules 2009 von Julian Faulkner (Domaine Grand Cros / Provence 13% / ca. 5€ ab Weingut) endgültig in südliche Gefilde.
Ein blütenduftiger, geschmeidiger Saft, ein kleiner Genußwein, der ohne große Weintheorie einfach gut schmeckt. Solche Rosés sind für mich die idealen Warmwetterweine, getrunken in der zweiten Tageshälfte, wenn die Sonne sich schon dem Horizont zuneigt...
Roséromatik auch hier (allein schon wegen der Farben anklicken):
Roséromatik auch hier (allein schon wegen der Farben anklicken):
20.04.2011
"Junge Winzer" bei Lidl
Im Badischen gibts sehr viel Wein. Die Winzer sind fleißig, die Sonne scheint zuverlässig, jede Menge Hektar stehen unter Reben. Wie soll das alles an den Trinker und die Trinkerin gebracht werden ?
Schon Fritz Keller hat mit seiner Edition Fritz Keller die Discountschiene genutzt und über Aldi Nord + Süd jede Menge Weiß-und Spätburgunder aus "Deutschlands Toskana" abgesetzt (klick hier).
Schon Fritz Keller hat mit seiner Edition Fritz Keller die Discountschiene genutzt und über Aldi Nord + Süd jede Menge Weiß-und Spätburgunder aus "Deutschlands Toskana" abgesetzt (klick hier).
Etwas ähnliches gibt es auch bei Lidl. Unter dem Label "Junge Winzer" werden aktuell ein Weißburgunder und ein Spätburgunder Rosé angeboten. Zitat: "60 begeisterte Winzer der jungen Generation haben sich zur Aufgabe gemacht, den traditionellen Weinbau mit eigener Handschrift und neuem Profilzu weiter zu entwickeln". "Junge Winzer", das hört sich ja gut an, passt in die Zeit, soll wohl auch junge Käuferschichten ansprechen. Marketingmäßig flankiert wird das Ganze noch durch Kolja Kleberg, der als "Lidl - Genußscout" in den badischen Weinbergen der "Jungen Winzer" nach dem Rechten sieht (klick hier).
Vinifiziert werden die Weine allerdings, wie die Keller - Edition auch, im Badischen Winzerkeller in Breisach. Nur da scheint die erforderliche Logistik für die großen Mengen bereitzustehen. Da laufen überörtlich die genossenschaftlichen Weinfäden zusammen. Da werden hunderte verschiedener Weine gemacht, auch die Tropfen der "Jungen Winzer". Die sind also genaugenommen hier keine Winzer, sondern lediglich die Traubenlieferanten. Verramscht werden die Weine keineswegs, die Preise liegen mit 5,99€ bzw. 4,99€ knapp oberhalb vieler Einstiegsweine der Ortsgenossenschaften.
Zum Test des Weißburgunders bot sich spontan eine kleine Blindverkostung mit weiteren badischen Gewächsen an. Dabei die Weine:
- Weißburgunder Bickensohler Vulkanfelsen 2009 der Winzergenossenschaft Bickensohl am Kaiserstuhl (13% / 5€),
- Weißburgunder "Oktav" Kabinett 2009 von Joachim Heger aus Ihringen (13,5% / 10€)
- "Junge Winzer" Lidl Weißburgunder 12,5% / 5,99€)
Wein 1: Frische Nase, Cidre, viel Frucht, im Mund knackig, frische Säure, lebendig, offener Wein. Kam bei den mitverkostenden Frauen deutlich am Besten an (= Junge Winzer).
Wein 2: Verhaltener im Ton, etwas buttrige Nase, im Mund mehr Fett, cremiger, wenig Säure, im direkten Vergleich mit 1 fehlende Frucht und Frische. Fiel mit der Zeit eher ab (=Bickensohler).
Wein 3: differenzierte Nase, Birne Helene, frisches Heu, Melone, im Mund Schmelz, zarte Säure, mit der Zeit Öffnung in Richtung ätherisch - würzig. Machte auch noch im wärmeren Zustand Spaß und war Favorit der verkostenden Männern. Urteil der Frauen: "muffig" (=Heger).
Der Lidl ist nicht schlecht, ein guter Geradeauswein für Fruchttrinker. Natürlich spielt der jüngere Jahrgang (2010) beim "Junge Winzer" auch eine Rolle. Trotzdem greift mal wieder das Diktum des Genießers, wonach der teurere Wein in der Regel auch aromatisch mehr zu bieten hat. Die Qualität des Heger, einem Top Winzer vom Kaiserstuhl, schlägt auch beim kleinen Kabinett durch.
Außer Konkurrenz, als Nachtisch sozusagen, gab es dann noch den "Junge Winzer" Spätburgunder Rosé 2010 (12% / 4,99€). Auch hier dominiert Frische direkte Frucht, schon knackig und trocken, schmeckt.
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| Weißburgunder - Blindprobe: mitverkostende Frauen sahen die "Jungen Winzer" vorn |
19.04.2011
Männerwein aus Argentinien
Welchen Wein nimmt man für einen Männerabend ? Für einen Abend, an dem ein dickes Stück Fleisch gegrillt wird und an dem Filme von Robert Rodriguez gekuckt werden. Und an dem anwesende Männer keineswegs alle Wein- sondern in der Mehrzahl eher Biertrinker sind. Die Kriterien waren also "Fleisch, Südamerika, hoher Alkoholgehalt, leichte Trinkbarkeit für Novizen". Meine Wahl:
- "Andeluna 1300 Malbec" 2008 Andeluna Cellars / Tupungato Valley /Mendoza /Argentinien (14,5% / 10,90€) Besser als erwartet, der Wein ist kein langweiliger Weltwein. Die Frische vom Malbec und die Höhenlage der Reben (1300m) sorgen für knackige, intensive Frucht schon in der Nase. Am Gaumen stoffig, ein satter Mundfüller, warm, Fruchtsüße, Mokka, aber auch das richtige Quentchen Tannintino und Säure. Für den Preis perfekt gemacht. Kein Wunder, der ubiquitäre Michel Rolland ist Winemaker Consultant bei Andeluna.
| Machete-Mariachi-Style zum argentinischen Malbec: Gegrillte Schweinekruste, etwas angekokelt... |
18.04.2011
Depardieu: Weißwein zum Frühstück
Wieder mal Gérard Depardieu, der Charakterspieler, Vollblutgenießer und Winzer. Eigentlich dachte ich, er würde kürzer treten, immerhin hat er schon eine Ersatzleber implantiert bekommen.Umso schöner deshalb ein Artikel in der WAZ von letzter Woche. Depardieu fängt danach den Tag mit einem Weißwein an: "Mit diesem spüle ich den letzten Tag hinunter. Danach fühle ich mich immer wie befreit".
Zum Rendezvous dann ein Weintip: Erst was Prickelndes, dann eine Spätlese. Aber mit dem Wein verführen will Depardieu nicht mehr, lieber zu "intellektuellen Gesprächen" anregen.
Da würde ich mich inhaltlich (noch) nicht anschließen wollen. Ansonsten sind die Ratschläge eines so erfahrenen Genießers natürlich zu beherzigen.
Weiteres zu Depardieu anklicken:
- Depardieu - Sekt
- Depardieu - Sekt / "TV Vino" Interview mit Hendrik Thoma
- Depardieu zu Wein und Genuß
17.04.2011
Pfefferer aus Südtirol
Im Glas ein origineller Wein aus Südtirol:
Die Genossenschaftskellerei Schreckbichl in Girlan bei Bozen ist unter ihrem Geschäftsführer Luis Raifer seit den 70er Jahren in Sachen Qualität ein Trendsetzer in Alto Adige. Die "Pfeffertraube", eine Spielart des Goldmuskateller, ist eine regionale Spezialität. Schreckbichl ist der z.Zt. einzig verbliebene Produzent.
Die Genossenschaftskellerei Schreckbichl in Girlan bei Bozen ist unter ihrem Geschäftsführer Luis Raifer seit den 70er Jahren in Sachen Qualität ein Trendsetzer in Alto Adige. Die "Pfeffertraube", eine Spielart des Goldmuskateller, ist eine regionale Spezialität. Schreckbichl ist der z.Zt. einzig verbliebene Produzent.
Sehr hell in der Farbe, fast weiß mit grüngelben Reflexen. Besonders "pfeffrig" oder generell würzig, wie es manchmal beschrieben wird, fand ich den Südtiroler eigentlich nicht. Stattdessen schon in der Nase und dann auch im Mund intensive Frische. Leicht, aber auch sehr spritzig, ein quellklarer Gebirgsbach weckt die Sinne. Auch was für Rieslingfreunde, der Wein "läuft"...
14.04.2011
Domaine Roche: Rhone - Genuß
Eigentlich geht Weintrinken ganz einfach: Einen Wein aus seriöser Produktion ins Haus holen, der sehr gut schmeckt, keinen Phantasiepreis dafür bezahlen, dazu ein einfaches Gericht, schon ist das Genußglück zum Greifen nahe. Nach den Verkostungen und Diskussionen hier und hier also mal was anderes. Wieder aus dem Süden Frankreichs, diesmal aber kein "Elitewein", vielmehr ein großes Gewächs aus dem demokratischen Segment.
- Domaine Roche 2009 Cairanne Cotes du Rhone Village (15% / 9.90€ / 70% Grenache + 30% Syrah)
Ein neuer Name an der südlichen Rhone, Romain Roches vinifiziert erst seit kurzem von elterlichen Weinbergen in Cairanne. Nach weltweiten Wanderjahren ist 2009 sein erster "eigener" Weinjahrgang. Um es vorwegzunehmen: Der Wein ist sehr gut, angesichts des Preises sogar sensationell gelungen. Blind in eine Probe mit Crus aus Chateauneuf oder Gigondas gestellt, müßte er bestimmt nicht sofort den Schwanz einziehen, sondern könnte lange mithalten.
Schon in der Nase sehr konzentriert, die für die Region so typische anmachende Mischung aus tiefer warmer, dunkler Frucht und erdiger Würze. Vorn auf der Zungenspitz zunächst kühl und süß, charmant lockt er an. Im Mund dann aber volle Expansion: Schlehenfeuer, cremig lodernder Saft, Erinnerung an prallreife schwarzen Oliven kommt hoch, Tapenade, Brombeerkonzentrat. Natürlich schlägt auch der hohe Alkohol durch. Bei aller Kraft aber keine aufdringlich - marmeladige Aromatik. Der beste 10€Wein, den ich seit langem im Glas hatte.
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| Roastbeef vom Grill mit Grünem Spargel |
13.04.2011
Zwei weiße Langeweiler aus dem Piemont
Zwei moderne Weiße aus dem Piemont: Sicher könnte man jetzt (wieder mal) schreiben, wie gut die Weine zum Frühling passen. Die Flaschen sehen ja auch schön aus, so im Grünen. Solche hellen, frischen und leichten Weine mit netter Aufmachung verkaufen Weinhändler viel, gern auch an ein weibliches Publikum.
2010 Araldica Piemonte Chardonnay (6,50€ / 12%)
2010 Araldica Piemonte Cortese (5,90€ 7 11,5%)
Einen großen Unterschied in der Aromatik konnte ich nicht erkennen, immerhin war es einmal der internationale Chardonnay und einmal der einheimische Cortese. Beides sind reintönige Stahltankweine, die allen schmecken, sanfte Wässerchen, die nicht weiter stören und weitgehend geschmacksneutral und säuremild runterrutschen. Eigentlich nichts gegen zu sagen, und die beiden Testflaschen waren ja auch schnell weg. Trotzdem hatte ich mehr erwartet als das, was gerne auch als "Spargelwein" bezeichnet wird.
2010 Araldica Piemonte Chardonnay (6,50€ / 12%)
2010 Araldica Piemonte Cortese (5,90€ 7 11,5%)
Einen großen Unterschied in der Aromatik konnte ich nicht erkennen, immerhin war es einmal der internationale Chardonnay und einmal der einheimische Cortese. Beides sind reintönige Stahltankweine, die allen schmecken, sanfte Wässerchen, die nicht weiter stören und weitgehend geschmacksneutral und säuremild runterrutschen. Eigentlich nichts gegen zu sagen, und die beiden Testflaschen waren ja auch schnell weg. Trotzdem hatte ich mehr erwartet als das, was gerne auch als "Spargelwein" bezeichnet wird.
12.04.2011
Weintäuschung 2
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Liegt im Wein immer Wahrheit ? Huldigen wir Weinfreaks einer Illusion, leisten wir Götzendienst ? Was stimmt nicht an diesem Bilde ?
11.04.2011
Weintäuschung 1
| Vorsicht, genau hinschmecken: Axel Biesler schenkt ein |
Von wegen In Vino Veritas ! Man kann beim Wein ganz schön danebenliegen, vor allem wenn Axel Biesler in ein Sensorikseminar ein paar "Gemeinheiten" einbaut.
Zum Start zwei Gläser, zwei Weine. Die versammelte Runde, darunter gestandene Weinprofis, spekulierte. Der erste Wein kam eindeutig schlechter an ("unterstes Supermarktregal"). Auch der Weindeuter entdeckte Unterschiede, fand aber nach intensivem Schnüffelvergleich, daß sie doch recht ähnlich rochen. In dem Moment enthüllte Biesler schon - in beiden Gläsern war der gleiche Wein drin: Grauburgunder 2009 von Landerer /Baden.
Also erstmal Verunsicherung war die Devise. Doch wie erlangt man beim Verkosten Sicherheit ? Wie weit läßt sich das eigene sensorische Instrumentarium verläßlich eichen, wie tief sitzen häufig ja schon in der Kindheit durch Geschmacksprägung entwickelte Vorlieben und Abneigungen ? Und wie sehr sind Weinfreunde bereit, sich auf neue, ungewohnte Aromatik einzulassen ?
Als nächstes kreisten die Schwarzgläser, da war ein neutraler Grundwein mit allerlei verschiedenen Zusätzen drin, um bestimmte Aromenkomplexe ("fruchtig frisch", "würzig-ätherisch") darzustellen.
Höhepunkt dann die Aufgabe, drei Weißweine in eine Rangordnung von einfach bis komplex zu bringen. Das Ergebnis sorgte dann (natürlich) für die Schlußpointe des Abends. Der Calvus Mons Riesling 2008 von Sven Leiner / Pfalz, ein biodynamisch angebauter und spontanvergorener Wein für 16€ landete auf dem letzten Platz. Der befand sich allerdings auch in einer eigenartigen Verfassung: Hochfarben, in der Nase Ananas mit Honig, überreif wirkend, im Mund dann doch recht bitter, im Ganzen eher unausgewogen. Dagegen fand ein ganz einfacher Massenriesling für 2,50€ aus Rheinhessen (Weinkellerei St. Michael / Pfalz) viel Zuspruch ("sehr trinkbar"," lecker"), ebenso der Einstiegsriesling No. 9 von Tina Pfaffmann für 6€.
Zum Start zwei Gläser, zwei Weine. Die versammelte Runde, darunter gestandene Weinprofis, spekulierte. Der erste Wein kam eindeutig schlechter an ("unterstes Supermarktregal"). Auch der Weindeuter entdeckte Unterschiede, fand aber nach intensivem Schnüffelvergleich, daß sie doch recht ähnlich rochen. In dem Moment enthüllte Biesler schon - in beiden Gläsern war der gleiche Wein drin: Grauburgunder 2009 von Landerer /Baden.
Also erstmal Verunsicherung war die Devise. Doch wie erlangt man beim Verkosten Sicherheit ? Wie weit läßt sich das eigene sensorische Instrumentarium verläßlich eichen, wie tief sitzen häufig ja schon in der Kindheit durch Geschmacksprägung entwickelte Vorlieben und Abneigungen ? Und wie sehr sind Weinfreunde bereit, sich auf neue, ungewohnte Aromatik einzulassen ?
Als nächstes kreisten die Schwarzgläser, da war ein neutraler Grundwein mit allerlei verschiedenen Zusätzen drin, um bestimmte Aromenkomplexe ("fruchtig frisch", "würzig-ätherisch") darzustellen.
Höhepunkt dann die Aufgabe, drei Weißweine in eine Rangordnung von einfach bis komplex zu bringen. Das Ergebnis sorgte dann (natürlich) für die Schlußpointe des Abends. Der Calvus Mons Riesling 2008 von Sven Leiner / Pfalz, ein biodynamisch angebauter und spontanvergorener Wein für 16€ landete auf dem letzten Platz. Der befand sich allerdings auch in einer eigenartigen Verfassung: Hochfarben, in der Nase Ananas mit Honig, überreif wirkend, im Mund dann doch recht bitter, im Ganzen eher unausgewogen. Dagegen fand ein ganz einfacher Massenriesling für 2,50€ aus Rheinhessen (Weinkellerei St. Michael / Pfalz) viel Zuspruch ("sehr trinkbar"," lecker"), ebenso der Einstiegsriesling No. 9 von Tina Pfaffmann für 6€.
Fazit: Man erkennt nur, was man kennt. Deshalb offen sein, neugierig sein, viel probieren. Wenn man denn ein Weinanalytiker werden möchte. Und auch Weine genießen will, die auf Anhieb nicht mehrheitsfähig sind, die Charakter mit Ecken und Kanten haben, die Eigenheiten des Winzers oder der Region transportieren. Und die nicht unbedingt "lecker" sein müßen...
Zum Seminar auch hier beim Genießer klicken.
Das nächste Weinseminar mit Axel Biesler, veranstaltet von der Weinhandlung Rolf Kaspar in Essen:
"Wir stellen Ihnen unsere ganz persönlichen Favoriten vor - solche für jeden Tag und solche für besondere Anlässe. Ein Workshop aus der Perspektive von Weinhändler und Sommelier. Gnadenlos subjektiv und Einladung zur Diskussion zugleich."
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