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24.07.2012

Malbec aus dem Cahors: Chateau de Mercuès


Pont Valentré in Cahors, vorne die Malbec - Reben für den Vin Noir


Der Bereich der heutigen AOC Cahors war im Mittelalter bekannt für den "Schwarzen Wein", bereitet aus Trauben, die vor der Gärung im Ofen getrocknet und dann bis zu zehn Jahre lang in Fässern ausgebaut wurden.
Nun, so geht man da heute natürlich nicht mehr vor. Trotzdem benutzt wird die Bezeichnung Vin Noir als Marketinglabel genutzt. Erzeugt werden aus der Malbec-Traube, häufig ergänzt um Merlot und Tannat, farbintensive, gerstoffbetonte Weine, die sich in der Jugend zuweilen etwas abweisend und kantig geben. Ein traditioneller Cahors verlangt Reifezeit..


Vieles davon wird in Frankreich selbst getrunken, passend zur herzhaft-deftigen Küche des Südwestens. Hier bei uns begegnet einem ein Roter aus Cahors eher selten. Zu den bekannten Betrieben gehören Clos de Gamot, Château de Mercuès, Château du Cèdre, Clos La Coutale, Cosse-Maisonneuve u.a.
Vieles davon wird in Frankreich selbst getrunken, passend zur herzhaft-deftigen Küche des Südwestens. Hier bei uns begegnet einem ein Roter aus Cahors eher selten. Zu den bekannten Betrieben gehören Clos de Gamot, Château de Mercuès, Château du Cèdre, Clos La Coutale, Cosse-Maisonneuve u.a.

Chateau de Mercuès Malbec 2008 Georges Vigouroux  / Cahors (14% / 16€) Erst in den 1980er Jahren wiederbelebtes Weingut auf beeindruckendem Schloß, mit edlem Hotel und Restaurantbetrieb. Bickdicht-dunkles Rot, schöne Schlierenbildung am Glas. In der Nase zunächst verhalten, wirkt tintig und spröde, auch am Gaumen. Das Thema ist hier bei so einem noch relativ jungen Cahors Luft und nochmals Luft. Am zweiten Tag erst Öffnung, es entwickelt sich ein schönes Duftspiel zwischen der Frucht kleiner Wildbeeren, rauchigen Noten und Graphit. Sehr feingewoben, aber präsent. Im Mund weicher als am ersten Tag, eine Mischung aus Fruchtsüße und anregend-frischer Säure. Die ganze Stilistik holt eher den Bordeauxtrinker ab, Freunde sonnensatter Syrah - und Grenacheweine des Südens könnten enttäuscht sein. Wäre aber sicher ein Fehler, denn gerade diese regionalen Gewächse mit Charakterprägung sind des Genusses wert...



15.07.2011

Zweimal Jurancon zur Tour de France

(Hoffentlich) auf dem Wege der Besserung...
Die heutige 13. Etappe der TdF endet in Lourdes. Da war ich mal vor fast 20 Jahren, in diesem marienverrückten Ort am Fuße der Pyrenäen. Lourdes ist mittlerweile der drittgrößte katholische Wallfahrtsort weltweit, sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die Stadt. Infrastruktur und Dienstleistungsangebot sind vollständig an den stetigen Pilger- und Besucherzustrom angepaßt.
Über der kleinen Höhle, in der im Jahr 1858 die kleine Bernadette Soubirous ihre Marienerscheinungen hatte, wurde eine riesige Kirche errichtet, drumherum der Site des Sanctuaires, der Heilige Bezirk. In der Innenstadt bieten mehrere Magasin Catholique unglaubliche Menge an Glaubensdevotionalien an, allgegenwärtiger Kitsch, mit dem offensichtlich großer Reibach gemacht wird.
Kern des ganzen Geschäftsmodells sind natürlich die sogenannten Wunderheilungen. Hier arbeiten Priester und Ärzte Hand in Hand. Auf dem Gelände gibt es seit 120 Jahren ein eigens eingerichtetes medizinsches Büro, dem sämtliche Heilungen gemeldet werden. Zusammen mit dem Klerus wird dann geprüft. Bisher sind von gemeldeten 7000 Heilungen nur 67 als offizielle Wunderheilungen im Sinne der katholischen Kirche anerkannt worden. Hier ist das in aller Ausführlichkeit dokumentiert (klick).
Auf den Außenstehenden wirkt die endlose Prozession der altertümlichen Rollstühle und Bahren mitunter bizarr. Die Kranken werden in Badehäusern in das "heilige Wasser" gelegt, über allem erklingt aus zig Lautsprechern monotone liturgische Musik. Ich entschloss mich seinerzeit zum Kauf einer kleinen (Marien)flasche und füllte daraus etwas Wasser in den Kühler des Reiseautos: Ein nicht mehr ganz taufrischer Opel Kadett. Die 1400 Kilometer Rückreise nach Bochum hat er dann auch tadellos überstanden... 



Weinappellationen gibt es zu Füßen der Pyrenäen einige. Ganz im Westen im Baskenland Irouléguy, dann Béarn und Jurancon südlich von Pau. Letztere ist für Weißweine bekannt. Da fällt relativ viel Niederschlag und es ist auch gar nicht so heiß, wie man vermuten würde. Das ergibt im trockenen Bereich frische Weine, die auch deutsche Rieslingtrinker ansprechen müßten.
Ein solcher Vertreter ist der Jurancon "Grain Sauvage" 2010 Les Vignerons de Jurancon (13% / 5,50€) Ein Wein aus der Rebsorte Gros Manseng. Helles gelb, in der Nase sehr klar, etwas Fruchtexotik, Melone, Birne, auch was floral-minziges, sehr fein gezeichnet. Im Mund Frische, gute Säure, etwas Schmelz, hat Substanz, die lange nachzieht. Für das (kleine) Geld ein lohnender Schluck.
Aus dem gleichen Hause kommt auch der Jurancon "Pavillon Royal" 2008 Les Vignerons de Jurancon (12% / 9,80€) Ein "Zuckerle" (86 g Restzucker/L.) aus Petit Manseng und Gros Manseng. Vollreif gelesene Trauben, sicher auch in der Gärung etwas gestoppt, so bleibt Süße übrig bei moderatem Alkoholgehalt. Exotisch-sattfruchtige Nase, im Mund ein cremiger Obstsalat, Ananas, Mango, Pfirsich. Nicht zu dick, bedarf aber ausreichender Kühlung, sonst kommt auch etwas "Pattexton" durch. Die Erzeuger deklarieren ihn als trinkreif, mit Entwicklungspotential für einige Jahre. 


Mehr zur (Wein)Tour hier: Tour des Vins 2011