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30.06.2014

Chileriesling am Ijsselmeer

Weindeuter schippert und genießt

Noordholland, nur zwei Stunden aus dem Pott raus und doch eine andere Welt. Flach, Land, weiter Horizont, darüber: Hollandse Luchten. Idylle und doch wieder nicht. Denn im 17. Jahrhundert war das hier die Heimatbasis eines, um es mal neutral auszudrücken, weltweiten Handelssystems. Im sogenannten Gouden Eeuw plünderten die Niederländer mit ihrer VOC (Vereenigde Oostindische Compagnie) Südostasien aus und transportierten mit einer Riesenflotte edle Sachen wie Tabak, Zucker, Gewürze, Seide und Baumwolle in die nasse Heimat an der Noordzee. 
Das hab ich hier ständig im Koppe. Und darum bin ich auch gar nicht überrascht, sondern in meinen Gedanken bestätigt, als ich in einem kleinen Weinladen im alten Hafenstädtchen Medemblik einen Riesling erblicke, dessen Trauben im fernen Chile gereift sind. Natürlich muß dieser Exot mit, Verkostung dann im Ferienhaus, am Bootssteg...


Riesling 23 Single Vineyard Cono Sur 2012 (13,5%/18€) Ein junges Weingut, ziemlich groß, 1993 gegründet. Man produziert in der Menge, die Basis ist günstig. Der Riesling ist im Single Vineyard Segment angesiedelt, die Trauben wachsen auf roter Tonerde in Höhenlage.
Wie steht der Wein im Glas? Schönes gesättigtes Weißgold, in der Nase Reife, Entwicklung, Trockenaprikose, Honig. Im Mund schöne Crema, Säure im Hintergrund, voll. 
Wer sich hier vom Label "Riesling" irritieren lässt und sich womöglich aromatisch in Richtung Mosel & Co. in seiner Erwartungshaltung orientiert, liegt komplett falsch. Aber das muß ja auch nicht, im fernen Noordholland verkostet man und genießt die Vielfalt der Welt.
Die Hompage des Weingutes empfiehlt übrigens als food pairing u.a. Edamer und Gouda.



11.01.2013

Weihnachtsweine im Januar: Elsaß, Sardinien, Chile



"Ja ist denn immer noch Weihnachten?" So ein Gedanke angesichts einer verspäteten Einladung zum Weihnachtsmenü. Aber was im Dezember nicht klappt, muß eben im Januar nachgeholt werden. Und weil die Zeit zwischen Fest und Frühling ja ohnehin eine harte Zeit ist, folgt man einer solchen Einladung sehr gern. Und weil natürlich auch der Wein da eine Rolle spielt...
Crémant d ´Alsace Henri Martischang (12,5%) Frisch, mild, keine aufdringliche Säure, nicht zu brut(al), ganz so wie man es von einem elsässischen Cremant erwartet. Zur Kartoffelsuppe mit Pistou sehr angenehm.



Kalbsragout mit Champignons, die cremige Soße herrlich abgeschmeckt mit Zitronenschale, gewinnt dadurch Frische. Dazu ein Roter? Gut, hier kann man natürlich einwenden, ein Weißer, ein schöner Weiß- oder Grauburgunder, vielleicht auch ein kräftiger Pfälzer Riesling mit schöner Crema wäre hier passender gewesen.
Aber es kam nun mal "Le Sabbie" Cannonau di Sardegna 2008 von Meloni (14% / 18€) in die aufnahmebereiten Gläser, ein Wein, zu dem Taube in Trüffelsoße empfohlen wird. Meloni ist mit 250 ha Weinbergen ein großer Spieler auf Sardinien, modern aufgestellt. Man orientiert sich am Ökolandbau. Der rote Sabbie zeigt Charakter, ist kein weichgespülter Vanillebomber. Wenig Holz, er liegt nur 6 Monate in großen 5000 Liter Eichenfudern. Stattdessen viel reife Frucht, schön gekontert durch eine säuregepufferte Saftigkeit, wie ich sie in vielen Süditalienern schätze. Sehr fein.



Ein Roter kommt aber selten allein, dem Sarden wurde noch ein Genosse aus Chile an die Seite gestellt:  Gran Reserva "Etiqueta Negra" Cabernet-Sauvignon 2010 Vina Tarapaca (14,5% / 23€) Hier nun Opulenz, ein fruchtgeladenens Geschütz aus dem Maipo Valley: reife Brombeere, viel Schmelz am Gaumen. Das schwarze Label wird nur in den besseren Jahren angeboten. Verteilte festlich-barocke Großzügigkeit am Tisch, sehr gut.



24.03.2011

Überseebrummer im Selbstversuch


Für Freunde hochwertiger "Überseeweine" halten die Mövenpick Weinkeller so einiges bereit. Das Sortiment wurde vor allem im Bereich Kalifornien erweitert. Was bekommt man da ab und oberhalb der 20€ - Klasse ? 
  1. Zunächst als Einstieg ein Wein aus der Zusammenarbeit von Allegrini (Italien) und Renacer (Argentinien): Enamore 2008 Mendoza (19,50€, Malbec,Cabernet-Franc,Cabenet-Sauvignon, Bonarda) Wird als argentinischer Amarone beworben, wird auch aus getrockneten Trauben bereitet, bringt aber viel Frische ins Glas. Sehr trinkbar, ohne Fett, feine Frucht. Der hat mir nachverkostet sogar nochmal nach den folgenden "Wuchtweinen" gefallen.
  2. Newton Merlot Unfiltered 2005 Newton Vineyards / Napa Valley / Kalifornien (48€) Schon zu Beginn Perfektion ? Balancierte Fülle, Trinkseide, unverschämt lecker.
  3. Abstract 2008 Orin Swift Cellars / Kalifornien (26€) Kontrastprogramm, der Einsteigerwein von Dave Phinney mit einer kräftigen "Rhonemischung" aus Grenache und Syrah. Dicke Suppe, Alkohol (15,7%) kommt durch, ein Brummer, überbordend mit dazu passendem Etikett.
  4. Zinfandel Monte Rosso 2008 Charter Oak Winery / Sonoma Valley / Kalifornien (42€). Sehr frisch und trinksaftig verpackte 15,5% Alkohol. Sehr duftig in der Nase und hintenraus sehr lang. Und dazwischen auch klasse, mein Favorit bisher. Kleines Boutique - Weingut mit "Typen", siehe Homepage.
  5. Cabernet Sauvignon 2006 Round Pond Estate / Napa Valley / Kalifornien (56€)  Eine ganz dicke Zigarre mit dicker Frucht in einer dicken Flasche. Alles dick (und teuer) -aber lecker...
  6. Cabernet Sauvignon 2007 Cade Winery / Napa Valley / Kalifornien (62€) Was Feines, recht süß im Auftakt, feminine Aura, Blütenstaub und Himbeeren fiel einem Mitverkoster ein.
  7. Napanook 2005 Christian Moueix / Napa Valley / Kalifornien (43€) Zweitwein vom Dominus, hauptsächlich aus Cabernet-Sauvignon. Schmeckt man hier "alte Welt" ? Ich meine nein, steht auf dem Tisch und im Glas klar als Napa Wein, eher der muskulös-kräftige Typ, satter Stoff mit Schmelz.
  8. Pedestal Merlot 2007 Pedestal Winery - Long Shadows Vintners / Columbia Valley / Washington State (38,50€) Eigentlich alles richtig gemacht, schöne Fruchtnase, Tabaksüße, seidiges Tannin, gute Länge. Das "Merlot-Wunder" von Michel Rolland reihte sich aber ein, es war einfach zuviel Konkurrenz auf dem Verkostungstisch.
  9. Altair 2004 Altair Vineyards / Chile (46€, Cabernet Sauvignon,Merlot,Carmenére,Syrah,Cabernet Franc,Petit Verdot) Sehr intensive (schwarze) Johannisbeernase. Opulente Süße, dann kommt viel Alkohol, ein "Aufgesetzter mit Wodka".

Alle Weine Mövenpick Weinkeller, klick.


08.01.2011

Weihnachtliches Kitzmenü...


...im Januar. Zu solch einer Einladung kann es kommen, wenn es sich im Dezember terminlich drängelt. Aber so wird ja die dunkle Zeit etwas versüßt. Zum Beginn deshalb auch ein süßer Italiener:

  • Principe Pallavicini "Stillato" 2006 Malvasia Puntinata (14% / 14,50€ 0,5) Ein Passito, also ein Wein aus getrockneten, rosinierten Trauben, zudem noch mit teilweisem Barriqueausbau. Kein Leichtgewicht, dieser traditionelle Malvasia. Bernsteinfarben, in der Nase getrocknete Aprikosen und Orangenzeste, leicht oxydative Sherrynote. Dieses "Likörchen" aus dem Latium hätte auch gut zu den Dessertweinen und den Blauschimmelkäsen beim Barolomenü gepasst.  
  • Dann zur Spinatquiche kein Weißer, sondern gleich ein kräftiger Roter aus der Provence: Chateau de Palayson "Cuvée Christine" 2005 (14,5% / 17€). Ein Cabernet/Syrah - Blend mit 12 monatigem Barriqueausbau. Recht entwickelter Zustand, leicht orange aufgehellt, würzig-rauchige Nase mit Trockenfrucht. Kein fetter Mundfüller, hat Delikatesse.
  • Dann gab es im Römertopf geschmorte Kitzkeule in einer ungewöhnlich leichten, "hellen" Variante mit Orangen und einem Gemüse aus Karotten, Birnen und Walnüssen. Dazu wäre z.Bsp. auch ein Grauburgunder gut gewesen, ich hatte aber den Sideral 2004 (Altair / Rapel Valley / Chile 14,50% / 18,90€) mitgebracht. Der war mit seiner dicken Heidelbeer/Brombeernase und Zimt, Vanille, Zartbitterschoko ja schon beim Weihnachtsmenü dabei. Durch seine enorme Frucht und Geschmeidigkeit ging das aber aromatisch trotzdem auf. Auffällig: Der älteste Wein des Trios brachte am meisten jugendliche Frische zum jungen Reh ins Glas.

26.12.2010

Weihnachtsmenü 2010

Zu Weinnachten regiert die Traditon, keine kulinarischen Experimente ! Das gibt Halt auf hoher See und vereinfacht die Abläufe, auch wenn es hektisch wird. Weder Hummer noch Bockwurst - hier gibts zum Heiligabend immer: Maronencremesuppe, einen winterlichen Salat mit Orangen, roter Beete, Walnüssen und dann einen Krustenbraten vom Schwein.
Nur die Weine wechseln natürlich, dieses Jahr waren dabei:
  • "Pas de Deux" Weißburgunder Chardonnay Matthias Gaul 2008 / Pfalz (13,5% / 11€) Der Winzer empfiehlt ihn als wärmenden Winterwein. Ein Teil des Chardonnay reifte für 6 Monate im Barrique, daher leichte Vanille, ansonsten viel Frische, fruchtiger Schmelz: Ein modern gemachter exotischer Fruchtcocktail. Wärme gibt mit 13,5% der Alkohol .
  • "Sideral" 2004 Altair Rapel Valley / Chile 14,50% / 18,90€) Der Sideral, der Sternenwein, passt vom Namen und vom Etikett sowieso schon mal zu Weihnachten. Auch von der Aromatik her, denn die ist rundum üppig. Im 6. Jahr steht der Chilene noch ganz in seinem sattroten Fruchtkleid mit einer herrlichen dicken Heidelbeer/Brombeernase. Auch dabei Zimt, Puderzucker und Tabak. Im Mund vollsaftig, lebendig, viel Fleisch. Dies ist "nur" der Zweitwein, wer noch mehr will nimmt den Altair (46€).
  • "Copa Santa" 2000 Languedoc / Frankreich (14,5% / aktuell ca. 14€) Für mich ein Klassiker, das Flagschiff von Pierre Clavel aus dem Languedoc. Der Heilige Becher zeigte wieder mal, wie gut die Weine aus dem warmen Süden reifen können. In der Nase entwickelte Frucht, Lakritzwürze, dunkel. Auch im Mund ein Wein mit sonoren Baßtönen, geschmeidig, hat Charisma und Attitüde, eine Art Mario Adorf im Glas - sehr gut.
Geburtstagsmenü 2010 für einen berühmten Wanderprediger



16.12.2010

3. Advent - 3 Weine


Bei den Roten war eine gewisse Gefälligkeit, leichte Trinkbarkeit gefragt, ich wollte mittrinkende Weinlaien an so einem schönen Tage nicht überanstrengen, sanfte Stimmung war gefragt...
  • Deshalb zunächst ein weich-süffiger Deutscher von der Nahe: Cabernet Mitos 2008 Paul Neumann / Nahe (13% / 9,70€). In der Nase starke Primärfrucht von der Obsttheke, dichte schwarze Johannisbeeere, ganz leichte Vanille, obwohl nicht als Barrique deklariert. Sehr saftig, im Mund, frisch, kullert runter wie Fruchtsaft, gerbstoffarm, zwar feinherb mit Restzucker, aber nicht zu auffällig, nicht zu süß. 
  • Dann ein Chilene: Errazuriz Cabernet Sauvignon / Chile (13,5% / ca. 9€). Ebenfalls sehr duftig, kleinbeerige Frucht, durchaus Ähnlichkeit mit dem Mitos, macht Lust auf den ersten Schluck. Im Mund dann auch hier viel Frische, nicht fett, mittlerer Körper, im Vergleich zum Deutschen mehr Säure, mehr Würze, mehr Druck im Mund, auch mehr Länge.

15.06.2010

"Bulletproof" Cabernet aus Chile


Nach der schönen Mätresse wurde eine äußerst hässliche Flasche geöffnet, vielleicht die hässlichste der Welt. Auf jeden Fall eine mit überbordendem Machismo, was ja zum Inhalt  der Flasche passt, es war nämlich Cabernet-Sauvignon aus dem chilenischen Maule Valle drin. Die als "durchschußsicher" (bulletproof) deklarierte Flasche wäre sicher auch passend für Weinproben an Schauplätzen des Drogen-Kriegs wie Ciudad Juárez in Mexiko, wo allein im letzten Jahr 2700 Morde registriert wurden.
Chilene mit Panzerung

09.05.2010

Dicke Brummer...

...wurden gestern aufgezogen - Weine, die bei der letzten Mövenpick - Probe aufgefallen waren und die einer intensiveren Prüfung unterzogen werden sollten. Dazu gab es dann auch noch eine Überraschung...
  • Einstieg war der UGABA 2008 von Anwilka aus Stellenbosch in Südafrika. Es ist wohl der gleiche Wein, der unter dem Fundi Label ("Wein mit Lehrauftrag") von Anwilka abgefüllt wird. Den hatte ich ja am 1. Mai und war da schon angetan. Ein Cabernetvollschmecker (mit Merlot + Syrah), sehr warm mit dunkler schokoladiger Frucht und würzigem Finale. Schmeckt teurer als er ist (15€), das Weinprojekt mit französischem know-how (Bruno Prats) ist noch im Aufbau, 2005 war der Debütjahrgang.
  • Dann der SALDO 2008 von Orin Swift Cellars (27€) aus Kalifornien, eine Zinfandelbombe (15,5% ) mit ähnlicher Aromatik wie der UGABA, machte aber noch mehr Druck in Nase und Gaumen. Dabei keine Trinkmarmelade, die Reifesüße und der Alkohol sind eingepackt in eine gewisse Fruchtfrische. Eine große weite Welle also, für geübte (Kraft)weinsurfer kein Problem...
  • Der Dritte im Flight war ein Klassiker aus Chile: DON MAXIMIANO FOUNDERS RESERVE 2006, das Flagschiff von Errazuriz (38€) aus dem Acongagua Valley. Überbordende Cassisnase, irrer Duft, der da aus dem Glas kam. Man konnte sich mit dem Trinken Zeit lassen, die Nase reichte eigentlich schon. Im Mund cremige Fülle, Frucht und Gerbstoffe perfekt beisammen, viel Tabak, ein sanfter Riese.
Aber was machen Weinfreaks, wenn sie solche intensiven Überseeflaschen vor sich haben ? Es überkommt sie ein gewisser Zweifel, ein Wille, das Phänomen noch einmal anders zu beleuchten. Und deshalb wurde im Sinne der Dialektik und mit einem gewissen Übermut noch ein Cabernet-Sauvignon aufgemacht, aus einer ganz anderen Welt, von der Ahr !
  • CASANOVA 2007, der in geringer Menge erzeugte Cabernet von Kreuzberg (21€) aus Dernau/Ahr. Schon die Flasche - statt in dicker Pulle abgefüllt in einer schlanken Schlegelflasche. Die Farbe, nicht dunkle Tinte wie oben, sondern durchscheinend, transparent. Natürlich waren Duft und mouthfeel hier weniger üppig, schlanker, weniger intensiv. Aber er konnte mit seiner sehr fokussierten Frucht und mineralisch-rauchigen Art durchaus gegen die Brummer bestehen, brachte sogar eine Erfrischung für die geplagten Gaumen. Auch hier war Stoff drin, der direkte Glas an Glas-Vergleich  mit dem Chilenen machte absoluten Spaß.
  • Als Nachtisch gabs dann noch was Süßes: Chateau Le Fagé aus dem Montbazillac mit einem Botrytistraubenanteil von ca. 70% und ohne Holzausbau. Deshalb kommt hier der edelsüße Genuß sehr frisch und lebendig daher.
Zweimal Cabernet-Sauvignon:  Chilenisches Dickschiff und Kreuzbergs CaSaNova von der Ahr. Ja darf man das denn überhaupt zusammen trinken ?

01.03.2010

Ein Chilene und ein Franzose...

...stehen hier einträchtig nebeneinander, vergessen aller Streit um neue und alte Welt !

El Parron 2008 (9,80€ exklusiv im Mövenpick Weinkeller) hatte ja schon bei der Boskop-Probe gezeigt was er kann. Eine Cuvée aus Cabernet, Carmenere und Syrah mit viel Duft und satter Primärfrucht. Ein Blaubeermuffin, gepuffert mit Würze, Kraft, Struktur - Spaßmacherwein für unter 10€. Gleichzeitig probiert wurde ein Franzose aus der Provence mit ähnlichem Rebsortenmix (Cabernet-Sauvignon mit Beigaben von Grenache und Syrah) und fast gleichem Preis: Chateau Paradis 2007 (11,80). Hier kein Fruchtbömbchen, sondern ein Würzbömbchen. Dunkle eingekochte Früchte, Lakritzwürze mit mehr Gerbstoff als der weiche Chilene. Der Wein hat insgesamt mehr Biss und kam im direkten Vergleich (bei den männlichen Verkostern) dann doch besser weg - Geschmacksache.  

(Alle Weine vom Chateau Paradis in der Weinzeche Essen)
  

12.09.2009

Probe im Mövenpick Weinkeller Dortmund




Ein neuer Trend ? Wie beim "Camino del Vino" letzte Woche in der Bodegas Rioja fiel auch die "Exclusivite Probe" im September im Mövenpick Weinkeller durch besondere Großzügigkeit auf: Will man die Kunden durch kräftigen Konsum in einen Kaufrausch versetzen ?

4 Tage lang konnten gegen einen "40€ - Gutschein", der aber für praktisch jeden verfügbar war, über 60 Weine frei probiert werden. Nichts erinnerte mehr an die im "Weinland" früher oft mit einer gewissen Strenge verbundene Weinzuteilung ("last order"-Grübner um 10 vor 8). Stattdessen entstand durch die Möglichkeit zur Selbstbedienung ein lockeres Verkostungsgelage, bei der eine vernünftige Probendosierung in den Gläsern manchmal etwas vernachlässigt würde. Zum Teil verständlich, standen doch einige wirkliche "Trefferweine" auf den Tischen.

Hier nur eine kurze, subjektiv auf einige Rote beschränkte Aufzählung: Finca la Planeta 2005 aus dem Priorat, dicht, dunkel, doppelt-konzentriert, wuchtige Weinessenz (25,80€). Pesquera Reserva 2005 aus dem Ribera del Duero, röstig-würzig, (noch) sehr oak-lastig (29,50€). Alenza Gran Reserva 2001 aus dem gleichen Hause, neben Wucht und Kraft auch schon viel seidige Feinheit (55,90). Chateau Beaucastel Chateauneuf du Pape 2005, eine süßbeerige, weiche Weinwooge (46€). Vosne Romanée "Quartier de Nuits" 2006 Dom.J.C.Boissset aus dem Burgund, konnte sich hier im Konzert der lauten Kracher sehr gut behaupten, etwas Erholung für den Gaumen mit herrlich hellfruchtiger Pinotnase (41,90€). "R" 2006 Bodegas Renacer, ein Premium Argentinier, nur 4600 Flaschen, 100% Malbec, superkonzentriert, Wein am Anschlag, will unbedingt beindrucken (49€). Don Maximinano Reserve 2006 von Errazuriz, sehr duftig nach schwarzen Jonhannisbeeren, angenehm süß-bitter-schokoladiger Chilene 36€). "The Prisoner" 2007 Orin Swift Cellars, Napa Valley. Ich fand ihn klasse. Eine spannende vom Zinfandel dominierte Fruchtgranate, durch Cabernet und Syrah auch viel Würze und Kraft. Dabei sehr ausgewogen und balanciert, trotz 15,2%(32,90€). 

Noch eine Empfehlung aus der Einstiegsklasse: Chateau Bas d ´Aumelas. Für 6,90€ ein fruchtwürziger, pflaumenduftiger, sehr trinkbarer Roter aus dem Languedoc. Webseite mit schöner Musik !

Fazit also: Die neue Probenkultur bei Mövenpick kommt an, beim Konsumenten allemal - mal sehen, ob es sich auch für die Verkäufer rechnet...

Schaut dazu auch hier beim Geniesser mal rein.

04.05.2009

Nordseeweine...


..zu Ostern ! Übersee ist stark im alten Handelsland der Niederlande und Albert Heijn da gut sortiert. 
Mit Blick vom Balkon der Ferienwohnung auf den sonnigen Nordseestrand in Egmond aan Zee schmeckten mir Weine von Concha y Toro aus Chile aus der Einstiegslinie Casillero del Diablo (6€). 
Der Chardonnay -soepel en rond- zu mildcremigem Matjes, der Syrah -vol en krachtig- zu herzhafter Rindersugopasta. 
Auch gut zum Fisch: ein kaltes Heinecken !