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27.11.2011

Barolo in München


Der Weindeuter meldet sich aus München. Das ist ja bekanntermaßen die nördlichste Stadt Italiens. Und deshalb gibt es als Wein auf der Hotelbude auch einen von jenseits des Brenners: Barolo 2003 von Fontanafredda (13,5 % / aktuell ca. 24 €). Ein Einstiegsbarolo von einem großen Erzeuger, gewiß. Die 8 Jahre Reife haben diesem Klassiker aber einen schön befriedigenden und baroloarteigenen Touch  gegeben. Duftet nach eingelegten Pflaumen und Orangenzeste. Im Mund nicht fett, changiert zwischen welker Süße und herbstlicher Herbheit. Ein Wein zu dem man ein paar selbstgemachte Tortellini mit Steinpilzfüllung vor sich haben sollte, mit großzügig gehobelten Trüffelscheiben obendrauf...

Ein Barolo Menü vor einem Jahr beim Genießer (klick hier).

04.02.2011

Klassiker rot/weiß

Zwei Klassikerregionen, nix modisch aufgesetztes rinnt aus der Flasche, sondern solides, geerdetes Weinhandwerk: Rioja und Barolo.

Bei Muga geht man den für die Rioja klassischen Weg der Weinbereitung, unter Aufbietung von viel Holz. Alle verwendeten Gebinde für die Weine sind aus Eichenholz. Sowohl die Gärtanks, die Lagerfässer und natürlich die Barriques aus Frankreich und Amerika. Fermentation im Barrique und drei Monate auf der Feinhefe ist hier das Rezept.
Ich hatte eigentlich was duftig-süßliches erwartet, so in Richtung Weichschmelzchardonnay. Ist der hier aber nicht. Zwar im ersten Moment eine gewisse Erdnußnote, das geht aber weg. Der Wein hat Frische und eine gesunde Portion Säure - ein Essensbegleiter.

Ich weiß, ich weiß...kein Premium - Barolo, eher die Brot und Butter Fraktion, Santirano ist ein Großer, der Basisbarolo kostet knapp 13€. Aber trotzdem: Was hier im Jahr 2006 gemacht wurde hat Hand und Fuß, der Einsteiger in die Welt des Nebbiolo muß sich nicht verstecken. Hat durchaus diese appetitanregende spröde und erdige Piemont - Aromatik mit etwas Veilchenparfüm. Ein Tischwein, kein weichgespülter und gestylter Anlocker.

06.01.2011

Erst Barolos - dann zwei Süße...


Ein Nachtrag noch aus dem alten Jahr, ein kulinarischer Barolo - und Süßweinabend beim Genießer. Der ist ja ein Freund der Gewächse aus dem Piemont und öffnet sie immer nach 10 Jahren. Dieses mal mußten also drei Flaschen aus 2000 dran glauben.
Allen drei war gemeinsam diese appetitanregende "Nebbiolosäure" und natürlich kam was auf den Tisch. Der Genießer sorgte für mit Liebe zubereitete, sehr passende kulinarische Begleitung. Zunächst Gänserillette auf Pumpernickel und Datteln im Speckmantel, da hatte man schon mal den Dreiklang Süße,Würze und Schärfe. Zum Hauptgang dann "Ravioli di antira", Nudeln mit Entenbrust-Spinat-Füllung, dazu einen Feldsalat mit Rote Beete, Chicoree, Walnüssen und Orangenfilets  - herzhaft, nahrhaft mit Raffinesse.


Der "Nachtisch": Englischer Stilton, holländischer Ziegengouda und italienischer, mit Chili aromatisierter Gorgonzola. Dazu, sozusagen als Sättigungsbeilage, noch ein paar Hähnchenlebern und –herzen.

Das Flüssige dazu war süß und kam (leider) aus kleinen Flaschen:
Weiß, wie es geht: der Genießer


24.12.2010

Frohes Fest !


Der Einstieg in die weihnachtliche Hochphase war ein kleiner kulinarischer Barolo -und Süßweinabend am 23.12. beim Genießer (Details folgen hier). Morgen geht es dann an den "Heiligabendwein".
Allen Weinfreundinnen und Weinfreunden ein genußreiches Fest !


05.06.2010

Italiener...

Links die Giacosas, in der Mitte schenkt Luis Raifer großzügig ein

...sind in diesen Weindeutungen hier unterbelichtet, kommen (zu) wenig vor. Dabei ist der Stiefel zwischen Bozen und Bianco doch voll mit Reben, überall werden Trauben zu Wein. Die Italienprobe in der Weinzeche Essen bot Gelegenheit den "Italiengeschmack" aufzufrischen, einen Geschmack, den es natürlich gar nicht gibt. Eher ein Nord-Süd Gefälle, wie auch in Frankreich. Unten die sonnenverwöhnten Fruchtschmecker aus Apulien, Kalabrien, Sizilien - ein riesiger Weinsee mit viel Masse und in letzter Zeit mit Marketing und Design hochgebrachten Weingütern in der "unter 10€-Klasse". Zu den traditionellen Rebsorten Primitivo, Nero d ´Avola, Negroamaro gesellen sich gerne auch  Merlot und Syrah. Beispiele hierfür: Di Giovanna aus Sizilien.
  • Ich hab eher ein paar Klassiker aus dem Norden probiert. Die Südtiroler Weinlegende Luis Raifer persönlich schenkte Weine "seiner" Genossenschaft Schreckbichl/Colterenzio aus. Viel Ausdruck in der Nase (Blumenwiese/Stachelbeere) der Sauvignon Blanc "Prail" 2009 (12,90€), auch der Altkirch Chardonnay 2009 ein M;uster. Das können sie, mit den internationalen Rebsorten umgehen, das war die Renaissance für den Südtiroler Wein. Bei den Roten dann aber die örtlichen Rebsorten, der süffig leichte "Menzenhof" Vernatsch  2008 (11€) und die beiden Lagrein "Grieser" 2008 (11,50€) und "Mantsch" Riserva 2006 (17,90€): Weine ohne Übertreibungen, feinfruchtig in Nase und Mund, sanfte Gerbstoffe.
  • Zwei Klassiker aus dem Veneto: Ca Morandina Ripasso 2007 und Ca Morandina Amarone 2006 (49€). Vor allem der Amarone kein Tropfen, an den man angesichts des Wetters gerade denkt bei seinen 16% Alkohol. Enorme Tiefe und Konzentration, kein breiter lauter Klotz, der Wein ruht wie ein sanfter See im Glas, herrlich.
  • Dann kam Bruno Giacosa: "Falletto" Barolo 2004 (120€)  und der "Asili" Riserva  Barbaresco 2004 für immerhin 199€ die Einheit, beides Weinmonumente vom Klassiker aus dem Piemont. Überraschend zugänglich und offen, feine süße Frucht mit exotischer Würze, wie ein Chutney, dabei aber das Gegenteil von Dicke und Breite. Hier läßt man sich natürlich immer etwas durch den Preis einschüchtern, dagegen kann man gar nix machen. Diese Nebbiolos spielen aber unter den europäischen Premiumweinen ganz oben mit, muß man mal probiert haben um zu merken wie "konzentriert geht" ohne Holz-Frucht-Orgie. In dieser Hinsicht sind sie hochwertigen Burgundern verwandt.

14.12.2009

3. Advent: Eichelschwein mit Nebbiolo



Ja ist denn schon Weihnachten ? Das "Eichelschweinmenü" zum 3. Advent beim Geniesser war eigentlich schon ein heiliger Abend, die Weine dazu auf dem Weg vom "Adventswein" in Richtung nächsthöhere Kategorie, dem "Weihnachtswein".
Zu den Einstiegshäppchen zwei Spätburgunder von der Ahr:  2004er von J.J Adeneuer und  2005er von Meyer-Näckel. Beide nah beieinander, etwas vorne für mich der rauchig-würzige Adeneuer. Dann eine sämig-sanfte Maronensuppe und dazu der erste Piemonteser: Barbera D´Asti "Ri" 2003 von Illona und Rolf Busch. Nach den Roten von der Ahr natürlich reichhaltiger, warmfruchtiger, "südlicher", dabei aber (und trotz 14%) pikant und frisch wirkend - guter Wein. Zur herzhaft gefüllten frischen Pasta der Barbaresco Asij 1999 von Ceretto: "Madeira-Nase", sehr entwickelt,  noch trinkbar aber über den Punkt.
Schließlich der Höhepunkt, ein Rückenstück vom "Eichelschwein". In einem Eichenwald in Iphofen in Franken werden ca. 200 schwäbisch-hallische Schweine  unter idealen Bedinungen gemästet - sie laufen durch den Wald und fressen das, was sie finden (dazu hier klicken). Zu diesem exklusiven Braten der Barbaresco Brico Asili 1998, auch von Ceretto. Und da stand sie dann auch im Glas, die feine Nebbiolo-Nase: Immer etwas schwer zu fassen, erdig, orientalisch-würzig, aber auch hell, durchscheinend. Gerbstoffe abgeschmolzen, natürlich kein Klotz + Sattmacher, sonder eine an der langen Linie gezogene Gentleman-Aromatik. Der war natürlich schnell weg, aber der folgende schmeckte auch: 99er Barolo von Marchese di Barolo, ein  Piemontbetrieb mit großer Produktpalette.
Zum Dessert (Auberginen in Schokoladensauce mit Rotweinbirne) dann ein Sizilianer, besser eine Sizilianerin: Moscato die Noti 2006 von Planeta, eine goldgelbe, süß-saftige "Erfrischung".