Posts mit dem Label Mont Ventoux werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mont Ventoux werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

18.04.2012

Osterweine an der Nordsee



Der Weinhase legte im Osterurlaub diese vier schönen Flaschen ins Nest, verschiedene Farben, bunt gemischte Aromen...
  • Domaine de Saint Ser Rosé "Cuvée Prestige" 2010 / Sainte Victoire (13% / 10€) Ein Rosé aus der Provence, heller Lachston, nicht dickfruchtig, eher zart gebaut, feine Kräuternoten, dabei am Gaumen weich, sanfte Crema. Ein vornehm und feminin wirkender Wein aus Puyloubier am Fuße der Montagne Sainte Victoire = Top. 
  • Blanc du Nord 2010 Wijngaard Noordland Westz-Friesland 2010 (11% / 9€) Ein alter Bekannter (hier und hier) Das muß man einfach verkosten, wenn man vor Ort ist. Kein Wein aus Höhenlage, der Wingert liegt 3,70 Meter unter dem Meeresspiegel hinter der schönen alten Käsestadt Alkmaar. Johan Stoop, de wijngaardenier, begann 2005 mit dem ersten Setzen von Rebstöcken, allesamt auf Pilzresistenz gezüchtete Sorten. Auf mittlerweile 3000 qm Rebfläche stehen neben Rondo und Solaris auch noch die weiße Palatina und die rote Salomé. Der weiße Solaris und Palatina kommt mit traubiger Fruchtnase und kühler Frische = Hop
  • "Pasas" November Harvest Monastrell 2010 Vinnico Exports / Jumilla (14% / 7€) Spätgelesene Monastrell- Trauben führten laut Rücketikett zu einem semi-dry wine. Davon ist im Glas nicht viel zu schmecken, durchaus ein Wein mit Baßtönen, ansonsten hat der Pasas viel junge Kraft und Frische ohne Holz = Hop 
  • "Auro Rousso" Les Terasses d ´ Eole 2005 Cotes du Ventoux (14% / 18€) Syrah/Grenache Bombe aus dickwandiger Flasche. Eingekochte Früchte in der Nase, hohe Konzentration am Gaumen. Ein dunkler Ritter in erster Reife, kam erst am dritten Tag mit schöner Kräuterspur richtig aus sich raus. Alle Weine des Gutes sind nach provencalischen Winden benannt, Homepage dazu ist ist sehenswert (klick) = Top

12.08.2011

Rhone: Vindemio 2006 - nachverkostet


Käme die Inselfrage, also welchen Wein ich mit auf eine Robinsonade mitnehmen würde, ich würde mich wohl für eine Flasche entscheiden, die an der südlichen Rhone abgefüllt worden ist. Da kommt einfach vieles zusammen, was ich bei (Rot)wein schätze, z. Bsp. bei diesem hier:
  • "Regain" 2006 Domaine de Vindemio 2006 (15% / damals 8€)  Der erste Jahrgang einer jungen Domäne, Eigentümer ist Jean Marot (ex- Domaine Le Murmurium ) zusammen mit seinem Sohn Guillaume. Der Regain ist der Einsteiger, die Weine darüber heißen Imagine und Amadeus. Die Rebsorten sind bei allen Grenache und Syrah.
    Der 2006er wurde vor 2 1/2 Jahren schon einmal verkostet, da stand er noch stark in Frucht und Alkohol, ein wilder Klotz. Auch heute noch ein barocker Tropfen, dunkel, rauchig, warme Beeren, Lakritz. Hat am Gaumen an Geschmeidigkeit und damit Trinkbarkeit zugelegt. Top ! 

23.02.2011

Domaine Fondrèche

Zwei alte Bekannte in neuer Aufmachung wurden am Samstag in der Weinzeche in Essen aufgezogen. Eigentlich war da ja Überseeprobe angesagt (klick hier). Aber wer die "Zeche" kennt, weiß das dort  auch und vor allem Weine aus dem Süden Frankreichs eine starke Lobby haben. Sebastien Vincenti (Domaine Fondreche) hat seine Weine vom Mont Ventoux mit dem Jg. 2009 einem optischen Relaunch unterzogen und präsentiert die Etiketten jetzt in schlichtem Weiß. Die Namen der einzelnen Cuvées sind dezent farbig gehalten.

Aromatisch bleiben sich die biodynamisch erzeugten Roten treu: Kräftige Charakterdarsteller mit tiefdunkler Frucht, komplex, aber nicht ohne maskuline Rustikalität. Die Weine reiten in ihrer Jugendphase Attacke auf Nase und Gaumen. Cuvée Nadal (12,90€ / 45 % Grenache, 45 % Syrah, 10 % Mourvèdre) noch etwas urwüchsiger, Cuvée Persia (15,90€ / 90 % Syrah, 10 % Mouvèdre) zugänglicher.


03.11.2009

Ein Genußmenü...



..in wirklich ausgesuchter Qualität gab es am Samstag bei der Freundin des guten Geschmacks.
Die Speisen erreichten in Auswahl, Geschmack und Optik eine Höhe, in der beim Bergsteigen nur gut an die sauerstoffarme Luft angepasste Extremsportler ohne Atemhilfe vordringen können.

Auch beim Geniesser und beim Mahlzeitvogel könnt ihr lesen und anschauen, was es so alles gab. Und weil diese Welt, zumindest manchmal und für kurze Zeit, eben doch eine gerechte ist, gab es obendrein auch einige schöne Weine dazu.
Gleich zu Beginn leuchteten die strahlenden Augen von
Marlies Dumbsky von einer Flasche Bocksbeutel voll mit fränkischem Silvaner: Eine Sonderabfüllung vom Weingut Erhard aus Volkach zu Ehren der Deutschen Weinkönigin 2008/2009. Ein anregender Aperitif und eine Erinnerung an meinen kurzen Aufenthalt in Sommerach am Main. Zur (mild)geräucherten Forelle auf Linsensalat gab es dann schon was rotes, die "Cuvee Georg 2004" (23€) von Kreuzberg (Spätburgunder/Cabernet Franc) in Dernau/Ahr. Der helle Rote in der hohen Flasche passte. Der ist ja auch eher fein, von mittlerem Körper, hat etwas durchscheinendes, trotzdem keine "wischi-waschi" Aromatik, sondern intensiv mit punktgenauer Würze. Der Hauptgang war ein im Heu gegarter Braten vom Ibinger Landschaf, zarter, sündig-saftiger Fleischgenuß. Dazu ein Wein aus meinem Keller, "Les Dements 2001" (26€) von der Domaine Fondreche vom Mont Ventoux. Im Grunde ein konzentrierter Klotz, der sich aber, durch die Reifejahre nunmehr milde gestimmt und weich geworden, mit seiner warmen und üppigen Art harmonisch in das Gebotene einfügte. "Les Dements" ist eine besondere Lage mit alten Grenache-Rebstöcken, die nur in ausgesuchten Jahren getrennt vinifiziert wurde, 2001 scheint der letzte Jahrgang gewesen zu sein. Spitze ist seitdem die Cuvee Persia, für ca. 16€ eine absolute Weinempfehlung eines auf hohem Level handwerklich arbeitenden Ökowinzers.


Schließlich zum Halbgefrorenem nach Art des Hauses, einem Traum aus Walnüssen und Sahne, genau richtig war der Riesling Eiswein Kindenheimer Vogelsang 2000 (17,90€ 0,375) von Rasp-Lambert in der Pfalz: Bernsteinfarben, von konzentriert-cremiger Süße.
Wer mal was nachkochen möchte oder sich nur von der kulinarischen Kompetenz der Gastgeberin inspirieren lassen möchte, sollte mal ihren Geschmacksache-blog besuchen.

10.02.2009

(Wein)party - 5 Rote !


Eine größere Zusammenkunft am Wochenende bot die Möglichkeit, mal einige Flaschen nebeneinander zu probieren, eher Party als aufwändige Weinprobe – nicht nur Weinfreaks konnten so einbezogen werden, was für eine Beurteilung ja auch von Vorteil sein kann…
  • SABOR REAL 2006 war der Einstieg, intensive sehr fruchtbetonte Nase, Würze und Kraft im Mund, durchaus kein weicher Schmeichler, trotzdem sehr „trinkig“, durch die zugängliche Frucht angenehm gebremste Gerbstoffe. Ein Discountwein von Plus, „geadelt“ durch 90 Parkerpunkte, durchaus mit Charakter.
  • Auch der zweite war ein Spanier, BALTHASAR GRACIAN 2006, ein Garnacha aus alten Reben (vinas viejas). Feinere, zartere Nase, wirkte insgesamt weniger breit, aber nicht weniger intensiv. Im Gegenteil: Kleine reife rote Beeren im Duft, der Mund mineralischer und kühler, alles irgendwie fokussierter, wie auf das Wesentliche scharfgestellt.
  • Dann kam REGAIN 2006 vom Mont Ventoux, schon unten ausführlich vorgestellt. Im Vergleich zum Balthasar wärmer schon in der Nase, im Mund dann baut sich der Aromen-und Alkoholberg auf, viel Körper, Druck und Dichte – eine (Alkohol)bombe. Das Dickschiff am Tisch mit viel Präsenz. 
  • Nr. 4 dann wieder einer von der ibereischen Halbinsel, jedoch ein Portugiese: PORTA DE CALADA 2003. Auch hier 15% Alkohol, jedoch ganz anders präsentiert. Seidige Noten in der Nase, Schoko, Erdbeer, im Mund nicht dick, eher tänzelnd mit angenehmem Süß-Säure-Spiel. Auch warm und voll, dabei elegenter als Vindemio. Die leichte Reife des 2003ers ist hier positiv.
  • Schließlich VINA CLAUDA 2002, ein Spanier eines bekannten spanischen (Kult)winzers. Zusammengefasst: Gegen die „Claudia“ waren alle 4 davor, trotz aller Unterschiede, rustikale Bauernburschen. Sehr seidiger, balsamischer Duft, eine weiche süße reife Spur ziehend, Schokokirsche, cremig, vanillig, dabei aber nicht aufdringlich sondern elegant und fein. Viel reife, klassische spanische Tempranillo–Aromatik, viel Wein für den Flaschenpreis von 9,95.
Fazit: Alle Weine hatten eigenen Charakter, waren durch ihre unkomplizierte Zugänglichkeit (wein)partytauglich, boten aber auch dem Weinfreak genug differenzierten Genuß und Gesprächsstoff.

Sabor Real 2006 Bodegas Campina / Toro-Spanien / Plus Discount 5,99€
Baltasar Gracian 2006 Bodegas San Alejandro / Calatyud-Spanien / C+D Weinhandel 7,50€Regain 2006 Domaine Vindemio / Mont Ventoux-Frankreich Mövenpick Weinland 5,90e statt 8,50€Porta de Calada 2003 Herdade da Calada / Alentejo-Portugal / Feinkostladen in NL 9,80€Vina Claudia 2002 Dehesa La Granja / Zamora-Spanien Mövenpick Weinland 9,95€

05.02.2009

Regain - schwerer Junge vom Ventoux


Nicht die Supermarktflaschen, in Riesenmenge möglichst massenkompatibel vom Großabfüller hergestellt, reizen den Weinfreund, sondern Weine, die Charakter haben, möglichst in überschaubarer Menge von handwerklich arbeitenden Winzern erzeugt.
Ist das auch im preislichen Alltagsbereich bis 10€ möglich ?
Geöffnet war der Regain 2006 von der Domaine Vindemio aus Südfrankreich, geanuer aus dem Bereich um den Mont Ventoux in der Provence, die Weine dort zählen zum Anbaugebiet südliche Rhone.
Ein ziemlicher Klotz steht da im Glas, in der Nase kein Duftikus – etwas verhaltene dunkle Aromen von Rumtopf und Lakritze, wirkt „schwer“. Im Mund dann dichte Textur, füllt den Gaumen komplett aus, macht sich mit Würzaromen breit. Recht spicy, aber auch hot, und das kommt vom Alkohol - 15 %  sind da schon eine Hausnummer. Eine spezielle Geschichte also für Leute, die vor Kraft im Wein nicht zurückschrecken. Ich lasse mich hier sehr gerne darauf ein, weil es typisch ist für solche Gewächse aus dem heißen Süden. Die Sonne lässt die Trauben vollreif und konzentriert werden - wenig Wasser viel Geschmack. Ein Wein ohne Tricks und Manipulation aus biologischem Anbau, die Homepage der Winzer ist leider bislang nur ein Rudiment.
p.s. Am zweiten Tag war die zweite Hälfte des REGAIN weicher, zugänglicher, einfach „süffiger“, ein Zeichen dafür, dass etwas Luft solchen Dickschiffen gut tut.

(REGAIN 2006 Domaine Vindemio / Cotes du Ventoux  70%Grenache, 30%Syrah Mövenpick Weinland 5,90€ statt 8,50€)

03.02.2009

coming soon...

Probiert: Ein handwerklich erzeugter, jedoch alkohollastiger Winzerwein vom Mont Ventoux in der Provence, wo schon Tom Simpson 1967 bei 45 Grad im Schatten mit zu wenig Wasser und zuviel Congac und Amphetaminen auf seinem Rennrad einfach gestorben ist.
Außerdem noch: Dunkelrot, dicht, süß, mit 20 % Alkoholgehalt, benannt nach einer Stadt im Süden...