Posts mit dem Label Rot werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rot werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

21.11.2010

Kleiner Languedoc - Roter, der schmeckt

Meine Weine, meine Regionen aus dem Süden wollten mir in letzter Zeit nicht recht schmecken. Einer vom Mont Ventoux schien mir ein grünholzig - säurelastiger Trunk zu sein, Frustrationen, die ich hier gar nicht posten möchte. Stattdessen machten mich in den letzten Tagen Weine wie die 2009er Bopparder Hamm Riesling Spätlese von Weingart vom urdeutschen Burgenrhein zwischen Koblenz und Bingen an. Die Proben "Große Weine der Welt" in der Weinzeche und im Mövenpick Weinkeller konnten mich leider auch nicht vinophil beflügeln, ich hatte keine Zeit zur Teilnahme.
Ausgerechnet ein "kleiner" aus dem Süden weckte aber wieder die Weingeister, brachte Besserung:
Chateau Bas d´Aumelas 2007 (Syrah, Grenache, Carignan / 13%) Hat genau diese schöne Mischung aus frischer Frucht und würzig-erdiger Kraft, die für gute Vertreter dieser Region so typisch ist.

(8,50€ z.Bsp. hier) 

31.10.2010

Hallo - Wien - Wein

Auf einer herbstlich - hellowinesk dekorierten Tafel wurde eine Kürbissuppe serviert. Eigentlich nicht so mein Fall, die hier war aber sehr lecker mit Zimt und Ingwer abgeschmeckt. Für die Süße sorgte auch noch Orangensaft- es waren Kinder  am Tisch. Sonst wär ein Schuß Wein in der Suppe noch besser gewesen. Aber den gab es ja dazu, ein  farblich und aromatisch passender  Rosé aus der Provence:
Chateau La Gordonne 2009 (Domaines Listel) aus Pierrefeu im Departement Var, abgefüllt in der Provencerosé - Traditionsflasche mit Hüftschwung. Da kamen Erinnerungen an den Sommer im Süden hoch...


04.09.2010

Einstieg in die Rotweinsaison


Der Sommer ist vorbei, die helle, heile, rosélastige Zeit vorüber. Für Weinfreunde nicht nur ein Nachteil - die Rotweinsaison 2010/2011 beginnt, das Wintersemester sozusagen.
Zunächst mit einem alten Bekannten, als eine Art "Geschmackseichung": "Terre de Bussiere" 2007 Domaine de la Janasse VdP. (55% Merlot, 25% Syrah, 10% Grenache und 10% Cabernet. 12 Monate ausgebaut in Holzfässern, davon 30% neue Fässer; 9€). Der Einsteigerwein der für ihre großartigen Chateauneufs bekannten Domaine, hat schon vieles, was die Rhonearomatik ausmacht. Sattes Schwarzrot, undurchdringlich. In der Nase dominiert der Kräuterstrauß, eingekochte Frucht, Lakritz, viel Saft im Mund natürlich, Kraft und Fülle, aber auch Kühle, Lebendigkeit durch Säure. In diesem Stadium, trotz des hohen Merlotanteils, kein Wein für die Mädchenparty. Sehr gut.

Dann ein Pfälzer: "Cuvée Significa" 2007 von Knipser aus Laumersheim (Spätburgunder / Dornfelder; 14€)). Unter dem Label "Significa" gibt es Weine verschiedener Winzer (u.a. Dönnhoff, Heymann-Löwenstein, Adeneur etc.). Zitat: "Interpretiert von großen Winzerpersönlichkeiten sind diese Weine typische Vertreter ihrer Region und bringen das jeweilige Terroir perfekt zum Ausdruck. Die unterschiedlichen Handschriften der Winzer und deren besondere Merkmale sind deutlich zu erkennen. Dies wird durch die Signatur der Winzer auf dem Etikett symbolisiert." Hört sich gut an, Knipser ist zudem in Deutschland Pionier für Cabernet-Sauvignon und Syrah, auch für Barriqueausbau. Aber Knipser hin, Knipser her, bei mir knipste dieser Significa nix an, schmeckte mir einfach nicht. In der Nase noch vielversprechende frische Frucht, durchaus verlockende Tiefe, im Mund dann aber sehr säurelastig, Sauerkirschsaft, zu hohe Bitterkomponente auf der ganzen Linie. Hielt sich allerdings auf diesem Level ohne spürbare Oxydation über mehrere Tage. Etwas mehr Schmelz und es wäre vielleicht noch was geworden aus uns... 

26.07.2010

Genug gelegen, jetzt wird getrunken (5)


Die vorletzte Etappe der Tour de France bot Anlaß, eine schon länger liegende Flasche zu entkorken. Zielort des Zeitfahrens am letzten Samstag war nämlich der Quai Antoine Ferchaud  im unter Weinfreunden nicht unbekannten Paulliac, direkt am Ufer der Gironde. auf dem Gemeindegebiet sind allein drei Premiers Crus beheimatet: Lafite, Mouton und Latour.
  • Les Forts de Latour 1988 Paulliac  Der "Grand Vin" Chateau Latour erreicht, wie die anderen Bordeauxspitzen auch, mit dem 2009er Jahrgang irre Preishöhen durch eine weltweit spekulativ aufgehitzte Nachfrage. 1200€ werden pro Flasche in Subskription aufgerufen ! Und davon werden um die 220.000 Flaschen abgefüllt, eine stattliche Anzahl. Für ein Zehntel davon gibt es den "Zweitwein" Forts de Latour, wobei auch davon ca. 150.000 Flaschen auf den Markt geworfen werden. Meine ´88er Flasche habe ich im Juli 1998 für 79,90 DM gekauft. Der ´88er Jahrgang gehört noch zu den klassichen Jahrgängen, vor dem Einzug der modernen Önologie in die Keller mit Mostkonzentration und Mikrooxydation etc.
    So präsentiert sich der "kleine" Latour in einem schönen Reifezustand, zart, schlank, feinduftig mit nur 12% Alkoholgehalt. Orangefarben aufgehellt im Glas, in der Nase nach einiger Standzeit dezent aber schön offen und warm, Orangenschale und Zigarrenkiste. Im Mund schlank, kein breitschultriger Überwältiger. Sehr lecker fließend, zusammen mit einem Stück Morbier ein weicher cremiger Genuß.  Die Flasche war, zu dritt getrunken, schnell weg.