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28.03.2014

Weinrallye 72: Weine, die man nicht so einfach kaufen kann...


Wird ausgerichtet vom Priorat - Hammer. Sein Blog ist hier (klick).


"Weine, die man nich kaufen kann? Quatsch, datt gibtet doch ga nich, im Kapitalismus kannsse alles kaufen, da iss alles nur ne Handelsware." Das sagt mein Freund Bernd, und Bernd muß das wissen, denn er arbeitet bei der IG Metall.
Und er hat ja recht, vom 1,49€ Dornfelder im Supermarkt bis zum 45er Mouton Rothschild ist alles zu kaufen, es ist immer nur eine Frage des Preises. "Aber an manche Flaschen kommste nicht so leicht ran," wende ich ein, "da mußte dich schon strecken, um die ins Glas zu kriegen. Einfach abgreifen geht da nicht."
Und genau dazu fällt mir eine Geschichte ein. Ich erzähle ihm also von einem Roadtrip im letzten November. Da mußten nämlich zunächst 450 Kilometer überwunden werden, der Priorat-Hammer hatte zur Probe gerufen, rare Flaschen, nur in Miniauflage erzeugte Weine sollten verkostet werde. Also auf in den kalten Osten, auf nach Sachsen-Anhalt, auf nach Coswig an die Elbe zu den Flaschen, "die man nicht so einfach kaufen kann"...

Aber immer langsam und der Reihe nach, denn die erste Station war Bernburg an der Saale. Torsten Hammer hatte nämlich einen befreundeten Winzer aus dem Priorat zu Besuch, Jaume Roca von Ficaria Vins. Und mit dem war er quasi eine Woche auf Tournee durch Deutschland, von Oberhausen bis Berlin. Und an diesem regenreichen letzten Freitag im November hatten die beiden einen Präsentationstermin in einem Bernburger Einkaufszentrum. Doch Hagel- und Granaten, vor den ersten Weingenuß nach langer Fahrt drängte sich zunächst das Böse direkt in Weg und Blick: Prominent im Zeitungsständer ausgestellt prangt die Nationalzeitung, darunter Stellenmarkt direkt. Na passt ja hier, denke ich, Rechtsradikale und Arbeitslosigkeit...




Aber schnell weg damit aus dem Kopf, denn die folgende Begegnung wird dann doch zu heiter und angenehm. Ich kenne niemanden sonst, der wie Torsten sich so voller Leidenschaft und ehrlich-direkter Begeisterung dem Wein widmet. Und das auch in anregend-sinnlichen Beschreibungen zum Ausdruck bringt. Torsten kennt sich aus, vor allem im Priorat, er ist quasi der inoffizielle Lehrstuhlinhaber für die charakterstarken Rotweine aus der urwüchsigen Weinenklave im katalanischen Hinterland. Seit einigen Jahren importiert er von da. Die Weine von Ficaria Vins vertreibt er in Deutschland exklusiv, ein kleines Weingut mit einer Gesamtproduktion von unter 10.000 Flaschen pro Jahr. Der Winzer Jaume Roca, kräftig muskulös, verschmitztes Lächeln, hellwach blitzende Augen, sitzt neben ihm hinter einem Tisch mit einer ganzen Batterie Flaschen drauf, Gelegenheit für eine erste kleine Verkostung...





Es regnet, es ist kalt, auch der Rote im Glas hat ein paar Grad zu wenig, also anwärmen. Und gemütlich geht sowieso anders, deshalb nix wie weg aus Bernburg und über Köthen und Dessau durch den dunklen Abend ab nach Coswig. Hinein in Torstens gute Stube, da wärmt ein großer Kachelofen.

Und während der Priorat-Hammer eine reichhaltige Fischpfanne, die Fideuà, zubereitet, gibt es dazu einen Küchenwein: Chateau de Beaucastel Chateauneuf du Pape 1995 (aktueller Preis ab 60€). Eine Flasche aus meinem Keller, die lag schon länger herum, Zeit ihn aufzuziehen, er ist mit 18 Jahren ja immerhin schon volljährig. Sehr schöne intensive Rauchnase, dunkel, voll, deutliche Entwicklung, im Mund viel Wärme. Frucht und Gerbstoff sind durch Reifung zu sehr befriedigendem balsamischen Trinkfluß integriert.


Auch wenn der Freitagabend nur das Vorspiel zur großen Probe am Samstag ist, kommt danach auch weiterhin nur Gutes und Großes ins Glas. Eine glückliche Fügung, gewiß, aber beim Priorat-Hammer auch nicht anders zu erwarten...


Der Blai Ferre I Just, "Billo" 2008 aus dem Priorat macht den Einsteiger bei Tisch, viel Frucht und Kraft. Dann ein Katalane aus Frankreich, Domaine Cazes "Le Credo" 1996 aus der Magnum, viel Cabernet ist drin, überraschend frisch, Top-Wein.


Dann noch was aus dem Roussillon, eine Entdeckung: Château Mossé "Le Blues" 2005. Die Flasche war seit 4 Tagen offen, irres Zeug, intensives Konzentrat, dabei ganz fein, erster Suchtstoff, erste Flasche zum Thema "Weine, die man so nicht kaufen kann". Geht sogar noch etwas über den Ch9 des Abends.


Als ich mich in der Küche um das Zusammenstellen der Käseplatte kümmere, sehe ich im Kühlschrank eine einsame Flasche, der Rest einer Traminer Beerenauslese, na das passt doch, denke ich. Und das Beste, der Wein wächst in der Nähe, nur etwas über 30 Kilometer östlich von Coswig in einer sächsischen Weinenklave auf dem "nördlichsten Qualitätsweingut Deutschlands": Weingut Hanke, Traminer Beerenauslese2003, Sachsen – Bereich Jessen / Elster. Ein Schwergewicht aus dem heißen Jahr, ein süßer Vollschmecker, die 16° Alkohol schlagen durch.



Irgendwie kommt das Thema dann auf Grüne Chartreuse, und Torsten sieht sich genötigt, eine Flasche davon aus seinem Keller zu holen. Ich hatte bis dahin diesen Kräuterdigestiv noch nie vorher im Glas. Doch Achtung, Vorsicht ist hier angesagt! Denn dieses ungemein ätherisch-duftende Elixier aus den französischen Alpen hat 55% Alkohol. Es ist jetzt halb drei in der Nacht, Zeit für die Bettruhe...

Und das ist das Stichwort, um endlich den Übernachtungsplatz in Coswig vorzustellen, die Pension entbehrt nicht einer gewissen Skurrilität. Es ist der Weinhof an der Elbe. Von außen nur ein kleiner Flachbau zwischen zwei Siedlungshäuschen mit einem überdimensionierten Hinweisschild obendrauf.



Doch wie so oft trügt der Anschein, so auch hier. Der Flachbau ist nur der Durchgang zu weiteren Gebäuden dahinter, gruppiert um einen großen Innenhof, vollgestellt mit Gartenkram und Bänken, darüber ein gewaltig rankender Rebstock. Und da hängen, Ende November, einen Tag vor dem 1. Advent noch jede Menge dunkle Trauben dran. Ideale Location für die Probe also, die hier heute Abend steigen soll, unten rechts in dem Flachbau...




Doch vorher geht es noch ein paar Kilometer rauf in den Norden, in den Hohen Fläming. In diesem kleinen wildromatischen Hügellland zwischen Magdeburg und Berlin liegt einsam auf einer Kuppe die Burg Rabenstein. Da ist heute Weihnachstmarkt und da haben sich der Priorat - Hammer und Jaume mit ihrem Weinstand in der Folterkammer eingerichtet.


Auf der Streckbank, abgedeckt mit schwarzem Samt, sind die Weine aufgebaut. Das hat originelle Klasse, das hat Stil, das gefällt auch den Besuchern. Jaume Roca kommt angesichts der ausgestellten Marterwerkzeuge eine blendende Idee: Er gäbe gern und gratis eine Einführung in die Methoden der spanischen Inquisition. Nur, wer dann wolle, dass die Folter aufhöre, der müsse dann natürlich zahlen – und nicht zu knapp.



Zurück nach Coswig, zurück in den Weinhof an der Elbe. Hier gilt es jetzt, hier kommen jetzt rare Wein ins Glas, das Line - Up steht. Mit am Tisch dann eine Überraschung. Mit dabei ist ein weiterer Winzer, Frank Hanke aus Jessen, der Macher des Edelsüßen vom Abend zuvor. Seine charmante Frau übernimmt den Fahrdienst, sodaß er ungehemmt ist, die Erzeugnisse seines Kollegen aus dem Priorat zu verkosten, also Feuer frei...
Und so kommt es, Torsten und sein Freund Jaume entzünden im Verlauf des langen Abends ein Weinfeuerwerk der Extraklasse, immer ungewöhnlich, manchmal fordernd, nie langweilig.



Zunächst kommen zwei Weiße in die aufnahmebereiten Gläser:

Ficaria Vins, Matraketa Blanc 2011, Montsant – La Figuera. Nur 370 (!) Flaschen produziert, floral, Blütenduft, wenig Säure.
Sangenis i Vaque, Lo Coster Blanc 2008, Priorat – Porrera. Voll, offen, Petrol, cremig, weniger als 300 Flaschen.



Als Einstieg in die Rotweine kommt zunächst dreimal Èlia, der Einstiegswein aus Grenache, Syrah und Cabernet von Jaume Roca (2009, 2010, 2011). Dreimal volle Frucht, volles Maul, konzentrierte Blaubeerbomben mit starkem Fundament. Erinnern mich irgendwie an einen guten Gigondas von der Rhone, herrlich.



Als Kernstück des Abends wird dann eine Pater – Vertikale gestartet. Dieser Grenache aus über 80 Jahre alten Reben gehört laut Torsten Jahr um Jahr zu den zuverlässigsten und besten Weinen des Montsant. Hier ist 100% Grenache/Garnacha das bestimmende Thema. Sechs Flaschen stehen bereit, durchgehend von 2005 bis 2010. Allesamt durch die Jahrgänge hochkonzentrierte Gewächse. Die Theke im Weinhof an der Elbe wird zum Altar, ein Hochamt für die versammelte Prioratgemeinde, die Unterschiede und Nuancen fordern heraus. Torstens Eindruck und ein herrliches Beispiel gelungener Verkostungslyrik  zum ´09er:  "Jetzt schon ein kleines, ständig wachsendes Nasentier, anspringend und sich fest krallend. Am Gaumen voll und viel Druck...Intensiv am Gaumen und von schöner Länge. Macht Spaß, will aber noch Zeit, sich komplett zu finden. Derzeit noch recht ungestüm am Gaumen. Er wälzt sich eher unruhig auf der Lagerstatt hin und her, statt friedlich zu schlafen. Lasst ihn einfach noch in Ruhe und geht aus dem Raum..."

Für genaue Verkostungsanalysen dieser und der anderen Flaschen bitte beim Priorat-Hammer Blog hier anklicken.



Man hätte hier bereits auf hohem Niveau den Abend beenden können, aber Torsten wollte die Chance nutzen, er ließ es sich nicht nehmen, ein paar besondere Raritäten aus seiner Selektion vorzustellen, die man nicht jeden Tag in die Gläser geschüttet bekommt. Ich hab mir das gerne gefallen lassen...

Celler de l´ Encastell, Roquers de Samsó 2010, Priorat. Hiervon gibts nur 500 Flaschen für 47 € das Stück, 100% alte Carignan. Kühl, elegant und voll, ein Boxhandschuh, nur leicht gepolstert.



Celler Castellet, Empit Selecció 2011, Priorat. Auch hier Carignan, irre Nase, kühle Frucht, erinnert an einen sehr guten Nordrhone-Syrah. Torsten: "Ein Nasentraum, tief, schwarz und sündig. Teufel und Hexen marschieren hier auf und hören Gothic. Zur typischen Porrera – Carignan Aromatik gesellen sich After Eight und Cannabisduft. Der ganze arabische Basar ist zu Besuch gekommen."
Dann noch ein 100% Carignan, die laufen heute, ebenfalls eine rote Weinwand, die erklommen werden will: Celler Aixala Alcait, Costers d´ Alzina2011, Priorat, deutlich weniger als 1.000 Flaschen., Torsten: "...eine dunkle, schwarze Gothic-Nase. Das ist Carignan vom Feinsten, sehr elegant und tief., ein Wein anstelle des Desserts, in kleinsten Dosierungen sparsam zu genießender Tropfen mit Suchtpotential".



Dann nochmal ein Wein von Jaume Roca, er steht auf und gießt ein. Was kann nach all den Knallergeschützen jetzt noch kommen? Nun, es ist das Flagschiff von Ficaria Vins, Cerverola 2011, 15,5%, 34€. 100% Grenache vom Allerfeinsten, Alkohol wunderbar eingebunden, Muskelspiel, dabei elegant bleibend, nur 500 Flaschen insgesamt.



Ganz zum Abschluß dann noch etwas Süßes: Sangenis I Vaque, Simfonia en Dolc 2007, Priorat. Auch hier ein knappes Gut, nur 800 von den schlanken 0,5er Flaschen gibt es.



Der Priorat-Hammer und Jaume Roca nach der Probe: Starke Analyse, hohe Genußfähigkeit und enormes Durchhaltevermögen.




Priorat trifft Sachsen, für den Jessener Winzer Frank Hanke waren die charakterstarken Roten aus dem Priorat Neuland.



Analysieren, Aufschreiben, punkten, das unterscheidet eine seriöse Probe von einem schieren Besäufnis - zum Glück...;-)


Gut durch den Abend gekommen, der Weindeuter mit charmanter Winzersgattin.



Nach kurzer Nacht dann das Nachspiel beim Torsten am Haus. Dort wurde die ein oder andere Kiste in den Kombi geladen.




Alle Weine bei Torsten Hammer (klick). Und keine Sorge, man muß nicht unbedingt hinfahren (sollte man aber). Der Priorat - Hammer versendet auch...




04.02.2013

Hugenpoet Rundgang 2013



Anders als der Betriebsname Vino Grande vermuten läßt, ist das Ladengeschäft von Thomas Kierdorf in Essen-Rüttenscheid eher klein, verkostet wird in einem gemütlichen Hinterzimmer. Viel Stammkundschaft trifft sich da, Leute mit "Weinabitur" und elaboriertem Geschmack. Das Motto ist hier klein aber fein.
Einmal im Jahr, im kalten Januar, verlagert sich aber das Geschehen, dann gibt es wirklich Vino Grande. Im Schloßhotel Hugenpoet, einer edlen von Wassergräben umsäumten Anlage in den Ruhrauen zwischen Essen Kettwig und Mülheim, inszeniert Kierdorf seine Hausmesse. Das ist jedesmal großes Weinkino, die Veranstaltung ist das Gegenteil von Beliebigkeit. Man will es hier nicht jedem recht machen. Wer auf der Suche ist nach Bordeaux, Burgund oder dem neuesten "Parker-Spanier" für 7€ oder gar Übeersee ist hier falsch, das kommt alles nicht vor.
Den Schwerpunkt der Qualitäts- und Geschmacksvorstellungen von Thomas Kierdorf bilden deutsche Rieslinge und Weine aus Österreich, dazu etwas Iberien und Südfrankreich. Eine solche Ausrichtung mit deutlicher Handschrift ist nicht ohne Risiko. Die Weine müßen erklärt werden, lautes Anpreisen, Schnäppchenangebote, Prahlerei mit Punkten und dergleichen passen hier nicht ins Konzept. Doch auch vornehmes Undersatement mobilisiert die Fans, wenngleich mir in diesem Jahr mehr Platz in den Räumen und an den Probentischen zu sein schien...


Hugenpoet: Genießer und Weindeuter (links) mit Rolli und Zaltoglas...

36 Weingüter mit 250 offenen Flaschen verteilten sich in den ehrwürdigen Salons des Hauses, Drinkers Paradise. Alles probieren geht natürlich nicht, hier ein paar Schlaglichter des Rundgangs, ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit. Zunächst Rieslingklassik von Mosel/Saar und weiteren Weißweinwonnen...

Van Volxem gewohnt stark, Dominik Völk präsentiert 2011 Scharzhofberger und 2011 Altenberg Alte Reben: Herrliche Verbindung von reichhaltiger, cremiger und gaumenfrischer Frucht und solidem Schieferfundament. Top.
Gegenüber Clemens Busch, die Pündericher zeigen die verschiedenen 2011er aus ihrer Toplage Marienburg. Anderer Stil, kompromisslos trocken, pure Mineralik, druckvoll, männliche Mundfüller, brauchen Zeit.
Leichter und im Kontrast fast erholsam kommt danach Heymann-Löwenstein in die aufnahmebereiten Gläser. Röttgen und Uhlen scheinen ganz von der weichen, sehr zugänglichen Frucht getragen.
Großes Tennis dann aus der Pfalz, aus Deidesheim. Stephan Attmann (Von Winning) erklärt intensiv, schenkt freudig ein und alles schmeckt einfach enorm gut. 2011er Langenmorgen und Pechstein sind Rieslinge am Anschlag, volle Konzentration, saftige Frucht, viel Exotik drin, mitreißend, Lustmacher pur. Überraschung dann die Sauvignon-Blancs. Eine Mode in der Pfalz? Egal, die drei Sauvignons I, II und 500 sind sensationell, werden hier nochmal gesondert vorgestellt...
Fehlt noch Chardonnay. Und da steht natürlich wieder Karlheinz Milch aus Monsheim aus Rheinhessen bereit, der sich auf diese Rebsorte spezialisiert hat. Ein eher ruhiger Winzer, er läßt seine Weine für sich sprechen. Und die befriedigen sehr, vom Einsteiger Kalkstein für unter 8€ über den Blauarsch bis zum XXL für 25€. Die müßte man mal direkt gegen Burgund stellen...



Im Obergeschoß geht es ohne Umschweife zu Terroir al Limit, Priorat extrem. Preislich, wie auch aromatisch sind diese Weine nicht unumstritten. Torsten Hammer ("The Priorat-Guide") beklagte sich bei einer früheren Verkostung mal über allzu knapp bemessene Probenschlückchen von Dominik Huber, die ein reguläres Verkosten kaum zuliessen. Aber auch jenseits solcher Anekdoten polarisieren diese Weine die Prioratgemeinde. Man strebt hier Finesse an. Die auf den Schieferböden des Priorat intensiv-kräftige Grenache wird gebändigt, sozusagen "burgundisiert". 
Wiederum ein Kontrast dann die Weine der Domaine Horizon aus dem Roussillon, neu im Programm bei Vino Grande. Thomas Teibert ist ein barock-salopper Typ mit roter Hose und Hosenträger und macht Wein im Hinterland von Perpignan. Irgendwie fällt mir da sofort Gerard Gauby ein. Der kommt ja auch aus Calce und sieht auf Fotos immer ähnlich aus. Und tatsächlich gibt es eine, sogar sehr enge Verbindung: Teibert und die Tochter von Gauby haben ein gemeinsames Kind...



Nun, die Teibertschen Reben haben Meerblick, deshalb der "Horizont." Preislich sind die Weine nicht schüchtern kalkuliert, schon der rote Einsteiger Esprit de l ´Horizon kostet 19,50€. Für den Domaine de l ´Horizon werden 33€ fällig. Beide sind aber top, der neue Südstil ohne Überkonzentration, haben delikate Frucht, trotzdem natürlich genug satte Sinnlichkeit und Schmelz, sehr gut.

Dann Österreich, ein Schwerpunkt von Thomas Kierdorf. Dorli Muhr und Fritz Wieninger nebst ihren Weinen glänzten diesmal durch Abwesenheit. Eine feste Größe auf Hugenpoet ist aber Margarethe Triebaumer. Ihr Ried Mariental (2010) repräsentiert den sehr straighten Blaufränkisch-Stil. Der erfährt seine Klasse durch fokussierte kühle Frucht und Mineralik, wenig Holz, großer Wein für Medoc-Freaks. Mehr Wonne und Wärme dann bei Hans Nittnaus, auch aus dem Burgenland. Der Erfinder des Pannobile-Konzepts schenkte seinen 2010er Pannobile allerdings aus halben Flaschen aus, die reguläre Größe ist ausverkauft. Satte Kirsche, Vanille, reichhaltig, Top-Wein.

Eine Legende zum Schluß, im roten Salon präsentieren in absolut bescheidener Weise René Barbier und seine Frau Isabelle ihre Flaschen. Auch wer vom Priorat keine Ahnung hat - Clos Mogador kennt jeder. Einer der Begründer des neuen Priorat, Trendsetzer und bis heute Qualitätsmotor für die Region. Clos Mogador 2010 aber auch ´05er und ´08er Manyetes zeigten Größe, reichhaltige, dunkle Weine mit Tiefgang.



Was noch? Der Rest ist Schweigen. Sicher kamen noch einige weitere mouth-pleaser ins Glas. Aber unter uns, Hugenpoet ist auch mal einfach sinnlicher Genuß, ohne dauernde Analyse und Verkostungsnotizen. Besser als hier retrospektiv nachzulesen ist auf jeden Fall ein wirklicher Besuch. Nächste Chance also Januar 2014...

Zur Hugenpoet Probe auch hier bei Genußbereit (klick)








Hier die komplette Winzerliste


Sekthaus Raumland, Flörsheim-Dalsheim, Rheinhessen
Weingut Schloss Lieser, Lieser, Mosel
Weingut Pauly, Lieser, Mosel
Weingut Markus Molitor, Zeltingen, Mosel
Weingut Heymann-Löwenstein, Winningen, Mosel
Weingut Van Volxem, Wiltingen, Saar
Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken, Saarburg, Saar
Weingut Hermann Dönnhoff, Oberhausen an der Nahe
Weingut Johann Baptist Schäfer, Burg Layen, Nahe
Weingut Battenfeld-Spanier, Hohen-Sülzen, Rheinhessen
Weingut Kühling-Gillot, Bodenheim, Rheinhessen
Weingut Wittmann, Westhofen, Rheinhessen
Weingut Milch, Monsheim, Rheinhessen
Weingut Von Winning, Deidesheim, Pfalz
Weingut Jürgen Leiner, Ilbesheim, Pfalz
Weingut Zehnthof - Luckert, Sulzfeld, Franken
Weingut Schloss Gobelsburg, Gobelsburg, Kamptal
Weingut Kurt Angerer, Lengenfeld, Kamptal
Weingut Franz Proidl, Senftenberg, Kremstal
Weingut Knoll, Dürnstein, Wachau
Weingut Anita & Hans Nittnaus, Gols, Burgenland
Weingut Kollwentz, Großhöflein, Burgenland
Weingut Wenzel, Rust, Neusiedlersee
Weingut Ernst Triebaumer, Rust, Neusiedlersee
De Sousa & Fils, Avize, Champagne
Domaine de l´Horizon, Calce, Roussillon
Domaine Matassa, Calce, Roussillon
Celler de Capçanes, Capçanes, Montsant
Cava Gramona, Sant Sadurní d'Anoia, Penedes
Clos Mogador, Grattalops, Priorat
Terroir al Limit, Torroja del Priorat
Azienda Agricola Vigna Rionda di Massolino, Serralunga d´ Alba, Piemont
Marchesi Mazzei, Castellina in Chianti, Toscana
Niepoort Vinhos, Quinta de Napoles, Douro
Obstkellerei van Nahmen, Hamminkeln, Niederrhein


13.03.2011

Priorat - Probe (Teil 3)


Nochmal was zur Priorat - Probe. Torsten Hammer hat das Gesamtranking nach der zweiten Blindverkostung gepostet (klick hier).

  1. Spitzenreiter immer noch der "Cami Pesseroles" von Mas Martinet, ein hochkomplexer Einzellagenwein jenseits der 60€ Grenze.
  2. Dann der "La Fuina" 2007 (Celler dels Pins Vers) auf Platz 2, ein auch vom Cabernet Sauvignon geprägter "Männerwein" in der 30€ - Klasse.
  3. Schließlich auf Platz 3 der mit unter 20€ günstigste Wein der ganzen Probe: Martinet Bru 2007 (Mas Martinet).
Nähere Infos, großer Priorat - Weinführer + Bezugsquelle hier beim Priorat - Hammer.



11.03.2011

Priorat - Probe (Teil 2)

Der gute Geist der Probe:
Hauskatze Lucy passt auf die Prioratos auf !


Große Probe beim Priorat - Hammer in Bernburg ! Der ist quasi der inoffizielle Lehrstuhlinhaber für die charakterstarken Rotweine aus der urwüchsigen Weinenklave im katalanischen Hinterland. Torstens Veranstaltungen sind als Arbeitsproben angelegt, ein Weinmarathon über zwei Tage, in denen alle Weine in je zwei Durchgängen verkostet werden. 15 Prioratos sind vorgesehen, präsentiert in 5 Dreier-Flights. Die Weine kommen, jeweils von Freundin Yvonne zusammengestellt, aus kleinen Henkelkaraffen in die Gläser.

Bitte zum Einstieg in die Probe, weiteren Fotos und zum Drumherum hier Teil 1 lesen.

Hier das Ranking vom ersten Durchgang mit Gaumenlyrik von Torsten (Th.) und mir (TR)  und Punktevergabe aller Verkostungsteilnehmer. Preiskategorien und links zu den Weingütern werden noch ergänzt.
  1. Mas Martinet; Cami Pesseroles; Priorat – Falset; 2007
    Süße sexy Nase – so was läuft grade bei den Top-Models und kriegt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Am Gaumen vollends überzeugend und ganz nahe der Perfektion. Whow! 99/100 Th. Weltklassewein.
    Dunkle Zartbitterschoko und geriebene Tabakblätter, schillernde Nase zwischen Pattex, Süßkirsche und Nougat. Am Gaumen konzentriert cremige Opulenz. Wo ist das Tannin ? Zinfandelüberseekompatibler „Schlüpferstürmer“. Favorit ! 98/100 TR
    93 HS/98 MO
  2. Mas Martinet; Martinet Bru; Priorat – Falset; 2007
    Voll und üppig, wunderbar vielschichtig und sehr tief. Ein ausgewogener frischer Wein mit nicht mehr zu viel Tannin. Macht bereits so viel Spaß, wie er ist. 97/100 Th. Weltklassewein.
    Wieder einer aus der „tief & breit – Liga“. Süße Crema, fein gewobene Frucht werden zur Schau gestellt. Tannin samtig aber nicht konturlos. 95/100 TR94,5 HS/97 MO
  3. Celler dels Pins Vers; La Fuina; Priorat – El Molar; 2007
    Kiefe und komplexe, perfekte Nase. Sexy, wild und ungestüm, dabei immer wunderbar trinkig und ausgewogen bleibend. 97/100 Th. Weltklassewein.
    Heller + etwas floraler, auch wilder, animalischer als Nr.11. Auch hier enorme Dichte, Fruchtschmelz und Tannin in elegantem Ritt . 96/100 TR
    93+ HS/97 MO

  4. Mas Martinet; Clos Martinet; Priorat – Falset; 2007
    Schöne und präsente Nase, wirkt insgesamt noch sehr jung, lässt sich dennoch schön trinken. Durch die frische Säure wirkt er sehr lebendig. 95+/100 Th. Großer Wein.
    Charakternase, Orangenschale, viel Stoff, im Mund wieder Prioratkraft – aber mit harmonischem Bogen 95/100 TR
    93 HS/96 MO
  5. La Vinya del Vuit; Ocho; Priorat – Gratallops; 2007
    Komplexer kühler Duft, am Gaumen herrlich frisch und würzig, langer, üppiger Nachhall, elegant, wunderbar trinkig und dabei doch auch sehr rassig. Da kommt große Freude auf.
    96+/100 Th. Großer Wein.
    Intensive dunkle Nase, schon im Angang sehr weich, cremig, eine süße Zigarre, Harmonie, fein 94/100 TR
    90+ HS/96 MO
  6. Roca de los Dotze; Roca Bruixa; Priorat – La Morera de Montsant; 2007
    Sehr dunkel in der Nase, düstergrau bis schwarz. Voll und mit Kraft am Gaumen. Eine um Kaffee mit Kardamom schleichende schwarze Katze. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
    Interessante Nase, aromatisch schwer zu packen. Eingetrocknete Tomate, Leder. Sehr kräftiger maskuliner Wein, Tannintapete im Mund. Rotes Blut, erinnert etwas an Großes von der Nordrhone. Super. 96/100 TR
    92+ HS/93 MO
  7. Burgos Porta; Mas Sinen Coster; Priorat – Poboleda; 2007
    Graphit, erzhaltiger Schiefer, dazu eine dunkle Frucht, sehr üppige sexy Nase, explosiv am Gaumen, Sauerkirsche und Llicorella, exotische Gewürze. Herrliche Frische, sexy, sportlich und lang. 97+/100 Th. Weltklassewein.Reichhaltige frische Fruchtbombe, offenes Tannin, schon sehr zugänglich, hat man sehr gern im Mund, Frauentyp 95/100 TR89 HS/94 MO
  8. Cartoixa de Montsalvat; Montsalvat; Priorat – La Vilella Alta; 2005
    Schokolade trifft dunkle Kirschen – nobel und äußerst harmonisch am Gaumen. Ein mittelgewichtiger Wein mit wunderbarer Frucht, der Eleganz zeigt und sehr trinkig ist.
    96+/100 Th. Großer Wein.
    Sinnliche Nase, weicher Mund mit süßem Lippenstift. Pflaume und Brombeere, Schoko, sehr wärmender umarmender Wein. Hohes Gefallen! 97/100 TR
    93+ HS/88 MO
  9. Burgos Porta; Mas Sinen Negre; Priorat – Poboleda; 2007Elegant und vielschichtig, ich vermute einen etwas mit Cabernet abgestimmten Wein, er ist am Gaumen explosiv und kraftvoll. 95+/100 Th. Großer Wein.
    Erdbeereis, sanfte Frucht, feine frische animierende Säure. 93/100 TR
    92 HS/93 MO
  10. Ficaria Vins; Pater; Montsant – La Figuera; 2007
    Schwere, likörige und tiefe Nase, ein Powerpaket mit enormer Kraft am Gaumen. Fast brutal hält er dich im Zangengriff und führt dir süße Früchte ein… 95+/100 Th. Großer Wein.
    Süße Nase, Rumtopf, Mon Cheri, im Mund, nicht schlecht – reiht sich aber ein. 93/100 TR
    94+ HS/89 MO
  11. Ficaria Vins; Pater; Montsant – La Figuera; 2005
    Super tiefe und animierende Nase, verführerisch und sehr üppig, am Gaumen ein typischer 2007er mit Unmengen fleischiger Süßkirschen (Burlatkirsche), harmonisch und trinkig.
    95/100 Th. Großer Wein.
    Röstnase, Toast, auch viel süße Frucht. Gut zu trinken, gern zu gegrilltem Roastbeef: Außen kross + innen rot. 94/100 TR
    90 HS/92 MO
  12. Sara I René Viticultors; Gratallops – Partida Bellvisos; Priorat – Gratallops;2007
    Schöne Nase nach dunkler Frucht, etwas einfacher gestrickt als die Nasen der anderen beiden Weine im Flight. Am Gaumen eine schöne Frucht und ein schöner Nachhall. Samtenes Tannin und Eleganz. 93/100 Th. Exzellenter Wein.
    Weiche Nase, kleiner Kräuterstrauß, cremige Süße, auch etwas Menthol, gut. 93/100 TR
    89+ HS/93+ MO
  13. Celler dels Pins Vers; La Fuina; Priorat – El Molar; 2005Sehr stallige Aromen, hat da jemand ein Kuhhorn vergraben? Und mit Schafdung gearbeitet? Schwierig, aber ein eher biodynamischer Touch, der Wein ist aber auch komplex und vielschichtig, Schlehe und Johannisbeere. Adstringentes Tannin, der Wein wirkt eher maskulin. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.
    Der Wein „riecht“, frisch geschnittene Kräuter und Schweiß. Lakritz, Speck, Trockenfrüchte. Viel Kraft – ein Charakterspieler. 92/100 TR
    o.W. HS – Vermutung auf Fehlerhaften Wein aufgrund der stalligen Noten. 91 MO
  14. Roca de los Dotze; Noray; Priorat – La Morera de Montsant; 2007
    Dunkle noble Nase, die sich immer weiter öffnet, Pralinen mit Gelee von dunklem Obst, auch am Gaumen sehr nobel. Schöne Frucht und Frische, saftig, sehr trinkig und sehr schnell präsent. 95+/100 Th. Großer Wein.
    Tiefe Nase, Früchte frisch vom Busch mit noch etwas Grün dran. Rund gebauter Körper mit warmen Schmelz, etwas Tabak, hat Länge. Sehr gut. 95/100 TR
    88,5 HS/88 MO
  15. Mas Martinet; Els Escurcons; Priorat – Falset; 2007
    Etwas verdeckte und dunkle Nase, auch am Gaumen dunkel – Brombeere und Bitterschokolade, mach am Gaumen mit Luft auf und gewinnt an Rasse und Kraft. Zeigt Eleganz. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.Schwingende Nase, frische Frucht und Steine. Vorne Süße, kompaktes Tannin, nur mittlere Länge. 90/100
    TR
    88 HS/93 MO
Im Priorat - Hammer Blog weitere Notizen und Bewertungen der Nachverkostungen hier lesen.
Im Weinforum zur Probe geht es hier.

Schlußgebet in Bernburg: Die drei Top-Weine auf dem Treppchen


10.03.2011

Priorat - Probe (Teil 1)

Im Bernburger "Priorat - Himmel" 

4. März 2011 - schwerer Himmel über Bernburg. In Sachsen Anhalt ist es noch winterlich kalt, der Wind peitscht um die trutzigen Mauern des Bernburger Schlosses hoch über der Saale. Der Burgbär verkriecht sich in sein Verließ, verlängert den Winterschlaf.
Ausgerechnet dahin zieht es den Weindeuter, um 400 Km fern der Heimat an einer Verkostung teilzunehmen. Denn ein paar Meter abseits der Saaleauen laufen bereits die letzten Vorbereitungen für eine große Probe beim Priorat - Hammer. Torstens Veranstaltungen sind als Arbeitsproben angelegt, ein Weinmarathon über zwei Tage, in denen alle Weine in je zwei Durchgängen verkostet werden.


Showdown in Torstens Wohnküche. Dort wartet schon Harry S. aus den Niederlanden. Der hat aus seinem gutsortierten Keller einen ´81 Yquem mitgebracht - kleiner Aperitif im Wert von 300€, merci bien !
15 Prioratos sind vorgesehen, präsentiert in 5 Dreier-Flights. Die Weine kommen, jeweils von Freundin Yvonne zusammengestellt, aus kleinen Henkelkaraffen in die Gläser, Torstens Spezialität. Auch sonst gibt es gewisse Dinge zu beachten. Die Flights werden gaaanz in Ruuuuhe genossen, mindestens 20 Minuten nimmt man sich hier Zeit. Und groß geredet wird über die Weine währenddessen nicht, wg. "Beeinflussungsgefahr". Gelegentliche Mmmms und Ahhhs lassen sich aber nicht vermeiden, werden hingenommen. Gerade Torsten selbst kann sich nämlich bei einigen Weinen aus seiner Lieblingsregion nicht zurückhalten und gerät zuweilen in sinnliche Verzückung.

Inoffizieller Lehrstuhlinhaber für Prioratweine: Torsten Hammer

Einfach zu packen sind die Prioratos nicht. Es sind erstmal kräftige Klopfer, schnittfeste Weine, die sich in Konzentration, Körper und Alkohol keineswegs zurückhalten. Oft von individuell-handwerklich arbeitenden Winzern den  kleinen und abgelegenen Rebflächen im gebirgigen Hinterland abgerungen und in kleiner Auflage auf den Markt gebracht. So entstehen Charakterköpfe, die neben tiefer Frucht auch viel "Boden" transportieren. Mal feminin-saftige Grenachebomben mit raffinierter Delikatesse, mal maskulin-monolithische Weinwände, die sich vor dem Verkoster auftürmen und kaum zu erklimmen sind.


All das kam an zwei Tagen in die Gläser. Zum Glück mußte nicht "nüchtern" verkostet werden, der Priorat-Hammer brachte mehrfach leckere Gerichte aus der herzhaft-rustikalen Küche Kataloniens auf den Tisch.

Grundregel: Kräftige Weine müssen gut unterfüttert werden !




08.03.2011

Barriques - Rosé mit "Prioratkraft"

Kraftrosé mit Lammburger
Ein Rosé aus dem Priorat, der nicht gerade schüchtern auftritt. Kein hellrosa Wässerchen, sondern ein Wein mit Kraft und Substanz. Dazu wurde erstmalig in diesem Jahr der Grill angeworfen... 

  • "Rosat de Barriques" 2007 Celler de l´ Abadia / Gratallops / Priorat (15€ / 14,5%) Für einen Rosé sehr dunkel, würde in Würtemberg auch als Rotwein durchgehen (Trollinger !). Die ganze Machart mit Barriquesausbau ist ja auch rotweinlike, deshalb sind für den Wein 4 Jahre Reifung offenbar gar kein Problem. Sehr offen in der Nase, tiefe süßreife Frucht, macht Lust auf den ersten Schluck. Im Mund  zwar voll, viel Körper, trotzdem ungemein süffig. Leichte Süße, sehr saftig, auch dank der Kühlung merkt man den (hohen) Alkohol kaum, der Wein läuft nur so weg. Insofern ist er auch einer aus der Kategorie "Schlüpferstürmer", wie schon dieser hier. Passte sehr gut zum Lammburger vom Grill.
    Originell und hoher Spaßfaktor, deshalb 92 P. !

Bezugsquelle hier beim Priorat - Hammer


05.03.2011

Priorat und Yquem

Große Priorat Probe in Bernburg beim Priorat - Hammer. Und was gibt es da zur Begrüßung ins Glas ?

Ein cremig süßes Elixier, mitgebracht von einem niederländischen Weinfreund. Nach diesem Genußvorspiel dann 15 Prioratweine, immer zu dritt kommen die Kraftpakete aus Katalonien auf den Probentisch. Das ist richtig Arbeit, erfordert Konzentration, denn diese Charakterdarsteller sind nicht leicht zu packen, verfügen bei aller Dichte und Kraft teilweise auch über differenzierte Finesse.
Details folgen...

Priorat - Arbeitsprobe 




08.07.2010

Weißer Spanier zum Spiel


Das mit dem Oktopus-Orakel aus Oberhausen gibt einem ja schon zu denken, welche Verbindung zu höheren Instanzen unterhält dieses Tier ? Ihm jetzt die Schuld für die Niederlage in die Fangarme zu schieben ist ungerecht, er ist ja nur der Überbringer, der Mittler, der Bote. Mal gespannt, wie er sich für Samstag entscheidet.