14.11.2010

Riesling vom Mittelrhein


Landschaftlich ist der Rhein zwischen Koblenz und Bingen großes Kino, der Weinbau dort ist aber seit Jahren rückläufig. Heute ist der Mittelrhein mit nur noch 460 ha das zweitkleinste deutsche Anbaugebiet, außerdem hat das Image in der Vergangenheit gelitten - es wurden zuviele Softdrinks auf Traubenbasis für Kegelklubreisende produziert (hier).
Doch ähnlich wie an der Ahr gibt es ein Comeback des Qualitätsweinbaus, Winzer übersetzen die renommierten Lagen wieder in herrliche Weine. Dazu gehört Florian Weingart aus Spay, laut Jens Burmeister (Mittelrhein-Weinführer.de) "der führende Betrieb in der Region, der inzwischen zur Spitze der deutschen Riesling-Erzeuger gezählt werden darf".
  • Weingart Bopparder Hamm Ohlenberg 2009 Riesling Spätlese. Der Wein stammt aus einem zweiten Handlesevorgang am 19. Oktober, der Ertrag lag bei minimalen 50 hl/ha. Nach Maischestandzeit, Sedimentation und spontaner Angärung erfolgte das letzte Viertel der Gärzeit unter Zugabe von Reinzuchthefen. Da die Gärtemperatur konstant zwischen 14 und 17°C gehalten wurde, dauerte der Vorgang acht Wochen.
    Und da steht er nun in kräftigem Golgelb im Glas und verströmt eine duftige Rieslingnase nach reifen Aprikosen. Späte Lese der gut ausgereiften 2009er Trauben führen auch im Mund zu einem saftigen und reichhaltigen Genuß mit schönem Süße-Säure-Spiel. Schon jetzt im Stadium jugendlicher Fruchtigkeit ein Genuß.

Kommentare:

  1. Mittelrhein, Spätburgunder, Riesling, Weinköniginnen; ist ja alles sehr deutschlastig hier in letzter Zeit.

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  2. vielleicht eine Alterserscheinung ;-) Ein sonst geschätzter Wein vom Mont Ventoux hat mir gestern gar nicht geschmeckt, das gibt zu denken...

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