Nach den "Romantikweinen" vom Mittelrhein (klick) hatte der Weindeuter vor ein paar Tagen schon wieder einen "Schmusewein" im Glas, einen absoluten Exoten aus Rheinhessen: "Dornröschen" Dornfelder & Rosenmuskateller vom Weingut Jean Buscher (10,5% 10€).
Puristen könnten jetzt hier abwinken und einwenden, es muß ja nicht jede flüssig gewordene Marketingidee getrunken werden, die sich deutsche Winzer auf der Suche nach Absatz ausgedacht haben. Hier würde man aber einen interessanten Aromenkick verpassen. Außerdem ist die ganze Aufmachung des Dornröschens mit der bedruckten Flasche in Rosa und Gold so, naja, kitschig, daß es mich schon wieder anmacht.
Die Verbindung vom Massenträger Dornfelder mit dem duftigen Rosenmuskateller ist auf jeden Fall gewagt. Jean Raphael Buscher hat die Rebstöcke schon vor Jahren auf einem kleinen Rebstück in bester Lage angepflanzt, das ganze in Versuchsanbau. Der selten angebaute Rosenmuskateller, eigentlich in Norditalien zu Hause, ist floral-duftig mit zarter Natursüße. Das kommt im Dornröschen schön heraus, das bildet sozusagen die Obertöne des Weins. Der Dornfelder sorgt für das blickdichte Rot und die pralle Frucht, Süßkirsche satt. Sehr weich, keine Säure, gut kühlen, ich würde hier 14 Grad nicht überschreiten.
Fazit: Ein enorm süffiger Genuß, leicht und gleichzeitig auch stoffig, dabei mit 10,5% moderat im Alkohol. Ein femininer Wein, der auch denen schmeckt, die gar keinen Rotwein mögen...
Fazit: Ein enorm süffiger Genuß, leicht und gleichzeitig auch stoffig, dabei mit 10,5% moderat im Alkohol. Ein femininer Wein, der auch denen schmeckt, die gar keinen Rotwein mögen...
Auf dieser Basis gibt es es auch noch "Dornröschen" Sekt und Likör. Außerdem erzeugt das Weingut Jean Büscher ("von Könnern für Kenner") auch einen Dornröschen Weißwein aus Muskateller- und Gewürztraminertrauben.

