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11.10.2011

Attila Gere: Premium - Weine aus Ungarn


Nach den Super Schoppen Shoppern mal was ganz anderes: Teuer und mit Exotenbonus, zwei Premiumweine aus Ungarn. Es sind mächtige Magyaren, von denen ich bis zur Verkostung gar nicht wußte, daß es sie gibt. Luxuswein aus Ungarn, welcher Weinfreund denkt da nicht automatisch an Tokayer, den edlen Süßen ? Der hat in den letzten Jahren wieder einen Aufschwung genommen, so heißt es zumindest. Doch hier nun 2 Rote, schon der "Kleine" steht im Regal für 38€, der "Große" durchbricht sogar die 100€ Grenze...
Attila Gere ist Winzer in Villány, ganz im Süden Ungarns. Es gilt als das "Bordeaux des Ostens". Auf 50 Ha werden neben heimischen auch internationale Rebsorten angebaut, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Blaufränkisch, Pinot Noir, Syrah, Chardonnay, sogar Tempranillo. Vor allem der Merlot hat es dem Attila angetan. Alles wird state-of-the-art verarbeitet, hier gibt es nichts bäuerliches, man strebt zur Weltspitze. Zum Weingut gehören ein Hotel und ein Gourmetrestaurant. Die Weine der Spitzenlinie sind Prestigeobjekte für die Budapester Oberklasse. Viel informatives, auch mit Filmchen, hier auf der Homepage (klick).

  • "Kopar" 2008 Attila Gere (Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc 14,5% / 38€) Das Flagschiff, von den Spitzenweinen des Gutes ist er der "günstigste". Darüber liegen der Solus-Merlot und die Fassselektion (s.u.) Das rustikal-häßlich wirkende Etikett täuscht völlig, der Wein ist absolut elegant. Duftig, nicht übertriebener Beerencocktail, frisch aufgeschäumter Cappuccino, etwas süße Zigarrenwürze. Im Mund sehr stimmig zur Nase passend. Sehr konzentriert mit schöner Fruchtsüße, hängt fast sahnig am Gaumen. Das Ganze irgendwo zwischen rechtes Ufer Bordeaux und Napa Valley. Top.
  • "Attila" 2007 Attila Gere (Rebsorten s.o. 14,5% / 105€) Der teuerste Wein Osteuropas ? Hier ist die Aufmachung modern, mit dem geschwungenen Attila, trotzdem häßlich. Am Design muß hier noch gearbeitet werden. Am Inhalt gibts nichts zu kritikastern. Das wäre vermessen, der Wein hat Grand Cru Qualität, ist großer Stoff. Zwar auch hier viel Alkohol und eher "hot-climate" Charakter, trotz aller Reichhaltigkeit jedoch auch Finesse und aromatische Vielschichtigkeit und Tiefe. Likörige Fülle, reife Pflaume, langwirkender Schmelz. Würde ich mir als Weihnachtswein öffnen, wenn es da nicht für den Preis noch so viele andere Optionen gäbe...

    beide z. Zt. bei Mövenpick Weinkeller

Attila Gere mit seinem Attila



25.05.2011

Kleiner Bordeaux - 10 Jahre alt


Eine Kellerentnahme mit Anlaß, in diesem Fall sogar ein runder Geburtstag. Das Geburtstagskind, Jahrgang 2001, hat aber nix abbekommen - noch zu jung. Aber der Wein war nach 10 Jahren in schöner Reife. Ein Wein ohne Übertreibungen, kein lauter Klopfer, ein kleiner Bordeaux.
  • Chateau Dutruch Grand Poujeaux Cru Bourgois 2001 Moulis en Medoc (12,5% / ca. 20€) Ein inhabergeführtes 30ha Gut, je zur Hälfte mit Merlot und Cabernet - Sauvignon bestockt. Der Hausstil ist eher klassisch-traditionell, ohne Hilfsmittel, man setzt auf "Charme und (Jahrgangs)charakter".
    Schon sehr entwickelt, orangebraun, durchaus duftig, Erde, Pfeffermühle, Zigarrenkiste, die, in der Mädchen früher ihre Glanzbilder aufbewahrt haben. Der Wein also schön mürb geworden und jetzt absolut trinkreif. Im Mund schlank, Kirschkerne, leichte Säure. Kein Hedonist im Glas, hat Feinheit, stellt sich nicht mit lauten aufdringlichen Aromanoten in den Vordergrund.