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21.09.2012

Heuriger in Wien: Gemischter Satz

Genuss im Nussberg: Gemischter Satz vom Roten Haus

Wien - Millionenstadt mit Weinbau ! Immerhin 665 ha (80% davon weiß) werden von 342 Winzern bewirtschaftet. Die schönste Stelle und gleichzeitig eine der besten Lagen Wiens ist der Nussberg. Der Boden, die absolute Südlage zur Donau, das vom Wienerwald geprägte Mikroklima - kühle Nächte und wärmende Luft aus dem pannonischen Raum - verleihen dem Wein vom Nussberg besondere Qualitäten. Außerdem hat man von da einen grandiosen Blick: Im Vordergrund die Reben, unten die Donau und das Häusermeer der Metropole.
Eine Spezialität des Wiener Weins kam direkt vor Ort ins Glas - der Gemischte Satz. Verschiedene Sorten wie Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay und Traminer stehen bunt gemischt im Weingarten und bringen ihre spezifischen Charaktereigenschaften ein, gute Winzer machen daraus einen vielschichtigen und komplexen Wein. Das Besondere ist, dass die Trauben gemeinsam wachsen, geerntet und verarbeitet werden. Nicht zu verwechseln mit einer Cuvée, die aus reinsortig vergorenen Weinen besteht, die vor der Füllung verschnitten werden.
Der Gemischte Satz aus Wien hat sich in den letzten Jahren zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Die Winzergruppe WienWein verzehnfachte(!) ihren Export zwischen 2007 und 2011. Allein in New York City soll die Spezialität aus Wien in mehr als 40 Bars und Restaurants auf der Karte stehen. Nun, wie auch immer, nachprüfen kann das ohnehin niemand.
Sicher ist, daß im Wiener Nussberg vor zwei Wochen eine Flasche "Gemischter Satz 2011" vom Weingut Rotes Haus (13%/12€) in die aufnahmebereiten Gläser kam. Die haben ihre Reben direkt im Nussberg stehen, das setting war also ideal, logisch, daß es unter solchen Umständen besonders gut schmeckt: Kein kleiner Suffwein, hat Substanz und Schmelz.
Die Flasche war schnell leider zu schnell leer. Doch im Nussberg muß man nicht darben. Oben auf der Höhe gibt es ein paar schöne Heurigengärten, der Sirbu ist so ausgestattet und gelegen, wie man es als Filmkulisse für eine Degeto - Produktion nicht schöner herrichten könnte. Eine kleine Fotostrecke ist unten zu sehen.




Auch Fritz Wieninger hat einen Gemischten Satz im Programm, sein Weingut liegt aber in Stammersdorf auf der anders Donauseite. Das ist eigentlich ein gemütliches Weindörfchen, gehört aber seit 1983 zum Wiener Stadtgebiet. Fritz Wieninger ist einer der bekanntesten Winzer Wiens, der auch sehr erfolgreich einen internationalen Auftritt pflegt. Seine Pinots aus der Selectlinie sind reichhaltige elegante Schmeichler mit Rauch - und Toffeenoten, die gut zum barock-prächtigen Wien passen. Mit dem Grand Select 2004 räumte Wieninger bei einem Großen Pinot Tasting in Singapur ab, Platz 1 vor einigen Größen aus dem Burgund.
Verkostet wurde sein Gemischter Satz 2011 (12,5% / 10€) "Der Gemischte Satz ist so wienerisch wie das Riesenrad oder Schloss Schönbrunn" verkündet das Rücketikett. Das klingt lustig und macht Lust. Die Flasche löste das Versprechen ein, schon in der Nase viel Frische, im Mund ein saftiger, noch fester Apfel. Ein Wein, der sicher auch Freunde seriös gemachter Rieslinge anspricht.



Vom Nussberg Blick auf Wien und die Donau

Sirbu - Heuriger im Nußberg


Wiener Tapas-Kultur



30 Minuten außerhalb der Metropole

15.09.2011

Jung, erfolgreich, sexy: Jungwinzerinnen


Dr. Ellen Ledermüller-Reiner hat wieder zugeschlagen. Unter ihrem Patronat erscheint in Österreich auch für 2012 der "Jungwinzerinnenkalender". Der weibliche Weinnachwuchs zeigt sich, wie schon in den vergangenen Jahren, mit Spitzendessous in Erotikpose vor Flaschenregalen, räckelt sich hochhackig zwischen Rebzeilen.
Zitat: „Der Kalender soll Winzerbetriebe einem breiten Publikum bekannt machen und möchte auf moderne, sympathische Weise das Vermarkten der gehaltvollen Weine unterstützen. Wer wäre da besser geeignet als der eigene Winzerinnen Nachwuchs. Weinwerbung und Tourismuswerbung sind das Ziel dieser Maßnahme.“
3500 Exemplare sind ab sofort erhältlich (Stückpreis 25 Euro) klick.

„Es soll Aufmerksamkeit schaffen und sexy, aber nicht billig oder frontalerotisch sein“ betont Ellen Ledermüller-Reiner

01.02.2011

Vino Grande auf Hugenpoet: Teil 2 Österreich


Nach den Rieslingen (Teil 1) ging es zu den (roten) Österreichern, auch hier nur eine Auswahl. Weil die Probe auf Schloß Hugenpoet stattfand, war es passend, zunächst Weine von Schloß Gobelsburg im Kamptal zu probieren, eine österreichische Legende.

Dorli Muhr
Nach dem Traditionsweingut dann ein start-up Unternehmen: Weingut Muhr - van der Niepoort / Carnuntum. Von Dorli Muhr hab ich zum ersten Mal in Stuart Pigotts "Schöne Neue Weinwelt" gelesen. Der mochte sie zuerst nicht, ordnete die PR-Fachfrau (Wine & Partners) als zu glatt ein ("ausgeprägter Ehrgeiz") - und revidierte dann sein Urteil in Portugal bei einer Begegnung mit ihr und ihrem damaligen Ehemann Dirk van der Niepoort. Mit dem macht sie seit einigen Jahren auf ererbten und zugekauften Rebflächen am Spitzerberg im Carnuntum selber Wein. Neben Blaufränkisch gibt es auch Testparzellen mit Merlot, Cabernet-Franc  Syrah und Tempranillo.
  • Hier geht es bei allen Weinen nicht um Kraft und Konzentration. Die 2008er Cuvée vom Berg, Rote Erde und auch das Flagschiff Blaufränkisch Spitzerberg (33€) halten sich fein und elegant zurück und geben sich so dezent, schlank und feminin wie Auftritt und Outfit von Frau Muhr. Lediglich der Syrah dreht etwas mehr auf, bedingt durch Rebsortencharakter, aber auch durch den fetteren Jahrgang ´07.
Margarethe Triebaumer
Einen Tisch weiter ein etabliertes Weingut: Ernst Triebaumer aus Rust am Neusiedlersee. Da natürlich im Mittelpunkt des Interesses der Blaufränkisch Ried Marienthal 2008. Ein Wein, der vielen als bester Blaufränkisch Österreichs gilt und seit über 20 Jahren Kultstatus und damit auch seinen Preis hat (51,50€). Auch den Veranstalter Thomas Kierdorf darf der konzentrierte Rote aus Rust wohl zu seinen Bewunderern zählen, er ließ sich von Margarethe Triebaumer einen herzhaften Schluck einschenken und geriet ins Schwärmen. Auch hier nichts breites, kein fetter Brummer und "Sofort-Überwältiger". Trotzdem dunkler und konzentrierter als der Spitzerberg. Jugendliches Violettrot, Kraft und Dichte, viel Stoff, frische Kirschfrucht, die im Mund aufzugehen scheint. Ein Wein, der nach Lagerung  und Reifung verlangt.

Fritz Wienienger

Für Freunde des unmittelbaren Genußes empfiehlt sich eher das Weingut Wieninger, passenderweise aus Wien ("the taste of Vienna"). Fritz Wieninger spielt mit seinen Pinots den charmanten Verwöhner. Schon der 2007er Pinot Select (19€) ist ein offener weicher Schmeichler mit Rauch - und Toffeenoten. Eine Steigerung dann nochmal der 2007er Grand Select (39,90€). Irgendwie passt das zum barock-prächtigen Wien ganz gut. Mit dem Grand Select 2004 räumte Wieninger bei einem Großen Pinot Tasting in Singapur ab, Platz 1 vor einigen Größen aus dem Burgund.



19.09.2010

Aldi: Edition Leo Hillinger


Spontaner Weinkauf bei Aldi-Süd in Duisburg, Teil 2 (Fritz Kellers - Weißburgunder hier)
Überraschend, bei Aldi einen Österreicher unter dem Label Leo Hillinger zu finden. Hillinger ist Style pur, DER österreichische Wein - Yuppie, präsentiert sich als Mode -Stenz, hat das Weingut durchdesignt  bis in den letzten Zipfel ("Degustations-Lounge") und verpackt seine Weine in hohe schlanke Flaschen. Die haben so Namen wie "Hillinger 1" oder "Small Hill" und werden in den Wiener Weinbars gerne getrunken. Keine große Veranstaltung ohne Leo Hillinger, keine Party ohne prominent platzierte Hillinger-Produkte.
Und jetzt taucht der smarte Hillinger bei Aldi-Süd in Duisburg - Hüttenheim auf. Ist natürlich pure Geldgier, der Blonde mit dem Schlafzimmerblick will noch reicher werden, mit Überschußwein aus dem Burgenland in sechsstelliger Auflage. "Wer mich aber näher kennt, weiß, dass ich ein totaler Qualitäts-Freak bin." Hör an, also mal aufgemacht, die Flasche...
  • "Zweigelt, Blaufränkisch, St. Laurent" Edition Leo Hilliger / Flat Lake 2009 Burgenland (3,99€)
    Designaufmachung, abgefüllt in der gleichen hoch nach oben gezogenen Bordeauxflasche wie die "richtigen" Hillinger. Ist natürlich nicht von ihm direkt, sondern aus Trauben diverser burgenländischer Winzer, vereint unter seinem verkaufsfördernden Label. Sattes dichtes Rot, jugendlich mit lilafarbenem Rand. Überraschend viel Duft, reife Beeren, etwas Vanillekipferl und Latte Macciato. Entfaltet sich im Mund durchaus üppig, sehr fruchtbetont, hat Süße, recht weich, schöner Nachgeschmack nach Veilchenpastillen, insgesamt harmonisch. Natürlich ein Wein, der gefallen will, der aber für diese Klasse auch sehr gut schmeckt.
    Aldi heißt ja in Österreich Hofer, da geht in Sachen Wein mehr als bei uns. Hier dazu mehr
Weindeuter und Hillinger: who is who ?

15.09.2010

Jungwinzerinnenerotik 2011

Dr. Ellen Ledermüller-Reiner hat wieder zugeschlagen. Auch für 2011 gibt es einen Kalender mit Erotikbildern österreichischer Jungwinzerinnen. Zitat: "Der Winzerkalender soll die Betriebe einem breiten Publikum bekannt machen und möchte auf moderne Weise das Vermarkten der gehaltvollen Weine unterstützen. Weinwerbung und Tourismuswerbung sind das Ziel dieser Maßnahme."
Insgesamt weniger nackte Haut als im Vorjahr ist mein Eindruck, dafür allerhand Dessouserotik zwischen Rebstock und Gärtank.
Weitere Analysen bei Captain Cork, der ist ja Österreicher und kennt sich aus: Österreich - ein grundgeiles Land.

Foto: Kreativ Consulting/Wellenhofer
Der Kalender hat Kultstatus und ist immer schnell ausverkauft, Bestellungen und weiter Infos hier.
Zum Kalender vom letzten Jahr hier.

27.08.2010

Ösi - Pinots...


...konnten auf einer Probe in Singapur groß abräumen. Unter den ersten zwanzig (von insgesamt 34 Weinen) waren 11 (!) Pinot Noirs aus Österreich. PR - Zitat von Österreich Wein:

"Bei einer internationalen Blindverkostung, die am 4. August in Singapur auf Einladung von Michael Thurner (Ex-Österreich Wein Marketing Chef) stattfand, haben österreichische Pinot Noirs eindrucksvoll ihre Klasse bewiesen. Von insgesamt 34 Weinen aus den Jahrgängen 2001-2008 findet man unter den TOP 20 zwölf Österreicher. Und die Konkurrenz war groß: neben vielen klingenden Namen aus dem Burgund konnten sich unsere Österreicher auch erfolgreich gegen Weine aus der Neuen Welt (Übersee) durchsetzen.
Das hochkarätige Verkostungspanel, das sich auch aus Lisa Perrotti-Brown MW, Master of Wine,  Dr. NK Yong, Jenny Tan und einigen Top Sommeliers sowie Pinot Noir Experten zusammen setzte, zeigt das „Who is Who“ der asiatischen Weinszene. Nachdem das Panel mit unterschiedlichen Bewertungssystemen arbeitete wurde von den Organisatoren auch die Rangreihenfolge in der Beliebtheit jedes Weines abgefragt. Je niedriger die Ziffer, desto öfter wurde dieser Wein bevorzugt.
„Dieses Ergebnis zeigt uns, dass wir international nun auch mit unseren hochklassigen Rotweinen überzeugen. Lange Zeit waren wir ausschließlich für unsere Weißwein weltweit bekannt, jetzt werden wir immer öfter auch mit Weltklasse-Rotweinen in Verbindung gebracht.“ freut sich Willi Klinger, Österreich Wein Marketing Chef über das Ergebnis."

Auf Platz 1 natürlich auch ein Österreicher, sogar aus Wien: Der "Grand Select" 2004 von WieningerSolche Proben gibt es ja regelmäßig, oft mit einem solchen Sensationsergebnis. Der Urahn war das legendäre "Judgement of Paris", die vom Weinhändler Steven Spurrier 1976 organisierte Probe, bei der die Höchstnoten nicht wie erwartet an Bordeaux gingen, sondern an die Cabernets aus Kalifornien. Auffällig ist hier schon die große Zahl von angestellten Weinen aus Österreich, die Alpenrepublik gegen den Rest der Welt sozusagen. Eine große Zahl der wirklich Besten aus einem Land dominiert in einer solchen Auswahl ja sehr leicht. Waren eigentlich auch deutsche Pinots dabei ? Mich würden in dem Zusammenhang auch die 14 restlichen Weine interessieren.
Auf Platz 8 und 18 auf jeden Fall zwei DRC - Weine !  Romanée - Conti, in Singapur abgehängt von Markowitsch & Co. - schon wieder lustig... 
Den topplazierten Wieninger hab ich übrigens bei einer Verkostung in diesem Jahr als ziemlich vom Holz betonten warm-üppigen Barockengel in Erinnerung (große Probe Weinhandlung Rolf Kaspar in Essen). Ebenfalls in Essen gibt es die Gelegenheit, den Sieger der Pinot-Noir-Weltprobe zu kaufen und zu probieren,   in Thomas Kierdorfs Vino Grande.


International Pinot Noir Tasting, Singapore, 4th August 2010
Top 20 (out of 34)
Total Results - by Preferences, all Vintages (2001-2008)

1 Wieninger, Pinot Noir Grand Select 2004, Wien (Vienna), Austria 65
2 Comte Georges de Vogüè: Chambolle-Musigny, 1er Cru 2005, Burgundy 168
3 JR Reinisch, Pinot Noir "Holzspur" Grand Reserve 2007, Thermenregion, Austria 175
4 Markowitsch, Pinot Noir Reserve 2004, Carnuntum, Austria 178
5 Felton Road: Pinot Noir, Block 5, 2006, New Zealand 185
6 Schloss Halbturn, Pinot Noir 2004, Burgenland, Austria 195
7 Schneider, Pinot Noir Reserve 2004, Thermenregion, Austria 203
8 DRC: Vosne-Romanee, 1er Cru 2006, Burgundy 204
9 Paul Achs, Pinot Noir 2004, Burgenland, Austria 205
10 Georges Roumier: Chambolle-Musigny "Les Cras", 1er 2006, Burgundy 213
11 Claus Preisinger, Pinot Noir 2004, Burgenland, Austria 214
12 Auer, Pinot Noir Reserve 2002, Thermenregion, Austria 228
13 JR Reinisch, Pinot Noir "Holzspur" Grand Reserve 2004, Thermenregion, Austria 229
14 Markowitsch, Pinot Noir Reserve 2006, Carnuntum, Austria 233
15 Auer, Pinot Noir Reserve 2007, Thermenregion, Austria 238
16 Mèo Camuzet: Clos de Vougeot, Grand Cru 2006, Burgundy 245
17 Auguste Lignier: Clos de la Roche, Grand Cru 2004, Burgundy 247
18 DRC: Echézeaux, Grand Cru 2001, Burgundy 251
19 Juris, Pinot Noir "Hochreit" 2004, Burgenland, Austria 254
20 Domaine Serene: Pinot Noir "Jerusalem Hill" 2006, Oregon, USA 264

List of Tasters - Pinot Noir around the world
4th August 2010, Fifty Three Restaurant, Singapore
Name Profession Company
Timothy GOH Sommelier Les Amis Group
Lisa PERROTTI-BROWN MW Press & Consultant eRobertparker.com
Jenny TAN Press Straits Times & others
Henry HARIYONO Importer Artisan Cellars
Fazil Sommelier Esmirada Group
NK YONG Press Business Times, SGP
Adeline YEO Press Cuisine&Wine
Wei Jun KUEK Press Cuisine&Wine
Kenny LEONG Press Edi Press (Appetite)
Hwee Peng LIM Press & Consultant Free Writer & Educator
Ying Hsien Consultant MW-Student
Julien DREVON Sommelier Marina Bay Sands
Derrick LIM Sommelier & ConsultantRestaurant Groups
Robert REES Importer Wineexchange Asia
Chee Wee LEE Importer Vinocave
Curtis MARSH Press The Wandering Palate/Reuters

22.03.2010

Probe in Essen...

Rieslingworkshop mit Markus del Monego

...veranstaltet von der Weinhandlung Rolf Kaspar, das Ladenlokal liegt in Essen an der Ruhrallee, die Veranstaltung im Stile einer Hausmesse fand aber in der Stadtgarten-Gastronomie in Essen-Steele statt. Für die komplette Verkostung wurden nur 10€ berechnet und man sah ein besonders junges und vor allem weibliches Publikum, wie es auch dem Genießer in seinem Bericht zur gleichen Veranstaltung schon aufgefallen war.
Doch vor dem Vergnügen stand an diesem Abend die Pflicht, ein Weinworkshop zum Thema "Riesling" wurde besucht, Dozent war der bekannte Markus del Monego MW ! Der Mann ist kleiner als gedacht aber auch viel lustiger. Locker und und natürlich voller Kenntnis kommentierte er die Eigenheiten der ausgeschenkten deutschen Rieslinge, unter häufiger Würdigung des Binger Lochs für die mikroklimatischen Bedingungen des dortigen Weinbaus am Rhein. Mein Favorit hier war die 2008er Zeltinger Sonnenuhr Riesling Auslese von Schömann (14,50€/Mosel).
Im Saal herrschte schon fröhliches Treiben, schlendern & schlürfen war angesagt. Nach den Rieslingen suchte ich vor allem rote Gewächse auf, zunächst die komplette Reihe von Herdade dos Lagos (HDL) aus dem Alentejo/Portugal: Vom einfachen Tinto bis zur Syrah Reserva (16,95) kraftvolle Tanningeschütze. Konzentrierte Holzbomben aus der Maremma/Italien von der Fattoria di Magliano wurden präsentiert von zwei Italienern im Maßanzug mit verschränkten Armen: Poggio Bestiale (sic!) und Perenzo (36,95€). Rebsorten: ABS (anything but sangiovese).
Das erste Highlight dann zwei sehr engagiert und freundlich servierte Bordeauxs: 2006er Chateau Mondorion und 2005er Grand Enclos du Chateau de Cerons (eigentlich für ihre edelsüßen Klassiker bekannt). Schmelzig-elegante Aufsteigergüter zu zivilen Tarifen (19€ / Foto links) .Top auch die Weine der Celler Capcanes aus dem Montsant in Spanien (nähe Priorat in Katalonien), hier lohnt die gesamte Palette, schon der Lasendal für 8,50€ hat Charakter, die "dickeren" Mas Torto und Cabrida  haben trotz Kraft differenzierte Aromatik. Das gleiche gilt für die Weine von Chateau Moyau aus La Clape/Südfrankreich. Für mich die Entdeckung der gesamten Veranstaltung. Keine Einheits-Schoko-Würze-Syrahs sondern feinfruchtige Essenzen mit viel alter Carignan, Cinsault und Mourvedre drin, je nach Cuveé (6-33,95€) Probieren ! Nochmal Südfrankreich, Domaine Coudoulis von der südlichen Rhone zeigte in aller Bescheidenheit drei Rote, alle klasse. Flagschiff die süßreife Saftbombe "Cuveé Bacchus 2005" für 12,95€. 
Nach den bewährten Spätburgundern von Bercher und Ziereisen noch ein reichhaltiger Schönling aus Südafrika:  Momberg 2005 von Middelvlei Estate. Ein Exot muß auch noch Erwähnung finden, aus der Thermenregion/Österreich wurde ein Merlot - Eiswein ausgeschenkt (Johanneshof Reinisch, 20€ 0,375): Leichter (9%) und tänzelnd-süßer Abschluss.

Extravagant in Essen: Weinprobe mit Hund und Merlot Eiswein

26.10.2009

Weinfrust...

... bei Christoph Grissemannn in einer Wiener Weinbar. Ich finde das sehr lustig, wie überhaupt der Film "Und immer nie am Meer" von allen Weinfreunden mal angeschaut werden sollte. Da wird nämlich zu Heringssalat lecker Sekt getrunken, im alten Auto von Kurt Waldheim !
Weinfrust herrscht bei mir natürlich nicht ! Ich probiere nach dem Herbsturlaub in Nordholland gerade intensiv(e) Rote, die uns schön durch die dunkle Jahreszeit bringen, dazu bald mehr...

09.10.2009

Jungwinzerinnen, ganz frech


Österreich, du hast es besser!
Denn dort gibt es heuer in siebter Auflage den (leider schon ausverkauften)
Jungwinzerinnenkalender 2010.
"Dieser Winzerkalender soll burgenländische, niederösterreichische, steirische und Wiener Betriebe einem breiten Publikum bekannt machen und möchte auf moderne, sympathische Weise das Vermarkten der gehaltvollen Weine unterstützen", erklärt Initiatorin Dr. Ellen Ledermüller-Reiner.


Einige Aufnahmen dieses engagierten Projektes für den Wein hier als kleines Album. Auch im Bild: Winzerkönig Harald Krassnitzer.

Fotorechte: Kreativ Consulting/Ledermüller-Reiner, fotografiert von Joe Haider, Paul Landl, Erich Wellenhofer

11.08.2009

Zwei Gute am Grill

Zum einfachen Röstbrot der Weiße "Vieilles Ferme 2008" aus dem Hause Perrin: ein recht weicher und säurearmer Südfranzose vom Luberon, etwas weißer Pfirsich, leicht nussig - eine runde Sache für knapp 6 €.

Dann zum Lamm-Zuccini-Spieß ein roter Österreicher: "Kirnbauer Blaufränkisch 2005", ein schön gereifter Burgenländer mit Stoff, leichte Zartbitternoten, Kirschsüße, schön elegant trinkbar (8 €).
Bitte hier unbedingt mal die Hompage anschauen, ist klasse mit vielen Videos. Herrlich wie Walter Kirnbauer in den Barriquekeller schreitet: "jetzt werma eine Granate koosten...zweitschönster Genuß" .

29.06.2009

Die große Deutschlandprobe in der Weinzeche Essen...




...fand bei sommerlicher Schwüle statt. Da kam das große Angebot an knackig-frischen Weißweinen aus den JG 07/08 gerade richtig. Außerdem kam Partystimmung auf, vor der Tür hatte Metzger Müller aus Wattenscheid seinen Grillstand aufgebaut, dazu handgemachte Würzsaucen.
Alle Proben frei, vertreten waren the usual suspects - darunter Loosen, Van Volxem, Molitor (leider nicht durch Markus Molitor selbst), Dönnhoff, Knipser, Kühling-Gillot (mit dem lustigen Klaus Immes), Kühn, Koch und viele andere.
Es war die große Rieslingschau, mit der ganzen Bandbreite, die diese Rebsorte in Deutschland zu zeigen in der Lage ist: Von Kühns salzig-mineralischem "Quarzit" Riesling trocken 2008 bis zur fruchtvoll-cremigen "Oberhäuser Brücke" 2008 Riesling Spätlese von Helmut Dönnhoff von der Nahe.
Drei Östereicher waren auch da: Sehr fein hier der elegant-smarte Zeigelt "Reserve" 2006 von Zantho (der Wein mit dem Salamander auf dem Etikett) und die Roten von Judith Beck (Foto rechts)) aus dem Burgenland, die mir ein Glas ihrer tiefwürzigen "Heideboden" 2007 Cuvee (Blaufränkisch, Zweigelt, Cabernet-Sauvignon) zum Müllerschen Grillsteak einschenkte.




07.06.2009

Über Pfingsten: Wien und Wein


Wien - Millionenstadt mit Weinbau ! Von der Gloriette im Schlosspark Schönbrunn blickt man am Horizont auf die Weinberge, sie umgeben die Stadt halbkreisförmig an den Ausläufern des Wienerwaldes. Immerhin 665 ha (80% davon weiß) werden von 342 Winzern bewirtschaftet.
Eine Pfingstwanderung von Nußdorf nach Neustift am Walde führt den Weinfreund durch Weingärten und ermöglicht schöne Ausblicke auf die Stadt. Am Ziel dann Wiener Heurigenromatik beim Weingut Wolff, zwar ein großer, langetablierter und touristenkompatibler Betrieb, dennoch angenehm und mit gutem Heurigenbüffet.
Moderner und in Trendoptik geht der Weingenuß bei Wein & Co. , allein in Wien gibt es 7 Filialen: Gut sortierte Weinhandlung und Weinbar kombiniert, die Weine können direkt aus den Regalen genommen und für 5,90 "Korkgeld" aus guten Gläsern (inkl. einer großen Fl. Mineralwasser) getrunken werden - sehr angenehm.
Weitere Genussstationen, die man in Wien nicht auslassen sollte:
Frühstück im Wiener Kaffehaus, etwa im Sperl oder teurer und eleganter im Landtmann am Burgtheater.
Ein großer Brauner und Zwei Eier im Glas mit Schnittlauchbrot - ein Klassiker.
Für zwischendurch dann der Naschmarkt und/oder ein Wiener Würstelstand (aber bitte keine Wiener Würstchen bestellen, die heißen da Frankfurter...): Das typische Wiener Fast-Food in großer Auswahl. Interessant die Käsekrainer (die Eitrige), die dunkelwürzigen Waldviertler oder auch ein Pferdeleberkäs mit frischgeriebenem Kren.
Abends lockte dann weder das Backhendl noch das Schnitzel, sondern Gekochtes vom Rind: Ein Besuch in Plachuttas bürgerlich-elegantem "Rindfleischtempel" bot Gelegenheit, ein wirklich perfektes Tafelspitz zu probieren.
Noch zu den (Rot)Weinen: Ob Zweigelt, St. Laurent, Blaufränkisch - alle probierten Österreicher in der Klasse 8-17 € hielten schöne Balance zwischen würziger,anregender Säure und tanninsanftem Schmelz - keine Sattmacher, sondern lebendige und frisch wirkende Rotweine.