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31.08.2014

Rote im August


Schwache Sommerperformance, viel Regen im August, zu kalt - deshalb kamen in den letzten Wochen einige Rote in die aufnahmebereiten Gläser...

Chateau Mirebeau 1996 / Pessac-Leognan (12,5%/heute 20€) Mit 18 Jahren gerade volljährig gewordener Bordeaux, nicht laut, feine rauchige Reifenase, elegant.

Cuvée Mythique 2012 / Languedoc (14%/8€) Ein Markenwein, eine Erfolgsgeschichte der Vignerons de la Mediteranee/ Val d'Orbieu, wird jedes Jahr von verschiedenen Erzeugern und Lagen selektiert, breit im LEH verfügbar, für den qualitätsbewußten Supermarktkäufer, der bereit ist, mehr als 5€ zu investieren. Warmer und fruchtweicher Trunk, angenehmer Tischwein.

Finca El Puig 2006 Cellers Fuentes / Grand Clos / Priorat (15%/24€) Viel Frucht, offen, kein Esoterikpriorat, keine schwarze Wand, sondern ein saftig trinkbar-süffiger Spaßwein.

Fitou 2011 Domaine Jones (14%/18€) Mehrfach verkostet (klick hier), bereitet immer wieder großes Vergnügen - der Fitou von Katie Jones. Grenache und Carignan von Uraltreben, tolle Frucht, frischsaftige Beeren im Glas, bei aller Kraft und Tiefe spielerisch, große Kunst.

Tradition 2011 Domaine Richeaume / Provence (14%/18€) Ein Dauerbrenner, schon oft verkostet, nun in neuer Aufmachung mit dem Loch im Etikett. Näheres zum Weingut am Fuße der Montagne St. Victoire bei Aix en Provence hier (klick). Der Wein ist immer eine Bank für Freunde würzstarker Südweine.

D66 2009 Orin Swift / VdP des Cotes Catalanes / Roussillon (15,2%/40€) Ein Dickschiff, ganz im Hausstil von Dave Phinney, dem kalifornischen Weinmacher mit den ausgefallenen Etiketten. Der zeichnet auch in Frankreich und Italien für beeindruckende Abfüllungen verntwortlich. Jede Menge Wumms, Fett, Kraft, für Freunde barocker Konzentrate.

23.12.2013

Atzwentzweine...(2)


Das Warten aufs Christkind wurde auch in diesem Jahr wieder mit einigen Adventsweinen überbrückt. Nach den beiden Altweinkrachern am 1. und 2. Advent (´95er Beaucastel und ´91er Montrachet) folgten am 2. und 4. Advent einige Rote, allesamt Südkinder, eines sogar direkt aus dem Morgenland...




Tandem Syrah 2010 Thalvin/Alain Graillot Marokko (14,5%/11,90€) Der Wein ist das Produkt einer Zusammenarbeit des Winzers Alain Graillot von der nördlichen Rhone mit der Winzerfamilie Thalvin aus Marokko, in deren Kellerei der Wein auch vinifiziert wird. Frucht und Pfeffer ist hier das Motto, dunkel, guter Baß, keine Überbreite, hat auch Raffinesse.
Syrah Domaine Wardy 2007 Libanon (13,5%/12%) Sehr reife Frucht, Rumtopf, weich, etwas Syrahschärfe, schöne Länge, kleiner Hitzkopf aus dem Bekaa-Tal.




Bonne Pioche Pic Saint Loup 2011 Domaine Clavel Languesdoc (14,5%/12,90€/ 65 % Syrah – 15 % Grenache – Mourvèdre 20% ) Ein Maul voll Rotwein, üppige süßreife Frucht, volle saftige Ladung, ein Spaßwein, Mouthpleaser, nicht schüchtern drauf, genau wie sein Macher...
GR-174 Casa Gran del Siurana 2010 Priorat (14,5% / 14,€ / Garnatxa-Caranyena-Cabernet Sauvignon) Das Priotatprojekt von Castillo Perelada, benannt nach einem Wanderweg, der durch das Priorat führt. Für einen Priorat sehr zugänglich und offen, modern gemacht. Keine Wummsbombe für Prioratfreaks, kann man bedenkenlos in eine Südweinprobe stellen.
Sió 2011 Bodegas Ribas Mallorca (14,5% / 20€ / 50% Mantonegro-25% Syrah-15% Cabernet Sauvignon 10% Merlot) Mit 300 Jahren eine der ältesten Bodegas der Insel. Der Wein ist top-notch. Großes Kino von der Insel, der Beste hier in diesem Quintett. Hat für knapp 20€ schon den Touch of Magic, überschreitet die Stufe von "gut trinkbar" zur Exzellenz. Feine Nase, seidige und dabei volle Frucht, hinterläßt am Gaumen Wohlgefühl, sehr stimmig ohne Übertreibungen.

10.08.2013

Genußtour ins Midi (3) Der Lange Hund...



Passend zum Sommer: Eine Genußtour das Rhonetal hinunter ins Midi. In diesem Jahr leider nur virtuell, ein anderes Ziel steht auf der Reiseagenda. Darum ist auch der dritte Teil ein (wein)genußreiches Puzzle, zusammengesetzt aus Reisen der letzten Jahre.

Nach einem Aufenthalt in Lyon (klick) und einer Fahrt die Rhone herunter (klick), müssen wir uns jetzt entscheiden, ob es von der Autoroute du Soleil nach Westen oder nach Osten gehen soll. Es ist die Entscheidung zwischen Provence und Languedoc. In den letzten Jahren habe ich mich immer mehr für die Provence entschieden. Deshalb soll es jetzt zuerst einmal in das vor allem jenseits der Küstenebene immer noch wilde und dünnbesiedelte Languedoc gehen. Und eines ist gleich sonnenklar - egal ob man der A9, der Languedocienne, folgt oder die kurvigen Landstraßen befährt: Es geht unübersehbar durch den Wein.

Vom rechten Ufer der Rhône bis an den Fuß der Pyrenäen reicht das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet der Welt mit mehr Ausstoß als Bordeaux, Australien, Südafrika und Chile zusammengenommen. Ein beträchtlicher Teil der europäischen Weinüberschußproduktion wird hier Jahr für Jahr eingefahren und gekeltert. Die Masse stammt von Rebstöcken in den Ebenen, die in den sonnensatten Sommern kräftig tragen, verarbeitet von Genossenschaften und großen Weinkonzernen. Ein Weinsee, den in dieser Menge niemand braucht, den keiner leertrinken kann.


Kein Benzintanker, hier wird Wein transportiert

Die Weinbauern dort haben seit 100 Jahren den täglichen Weinkonsum der Franzosen sichergestellt und damit einen verdienstvollen Beitrag zur Ernährung der Bevölkerung in den industriellen Zentren des Nordens geleistet. Seit 30 Jahren ist die Massenerzeugung aber in der Krise. Seit Jahren wird deshalb großflächiger Rückbau betrieben, die Bestockungsrechte werden reduziert. Nicht einfach, weil der Rebbau nach wie vor ein wichtiger Beschäftigungssektor im Süden ist. Die Weinbauern sind eine einflußreiche soziale Kraft, die auch auf eine lange Reihe militanter Proteste zurückblicken kann. Da werden auch schon mal in Supermärkten die Regale mit Überseewein geplündert.

Während viele kleinere Winzer auf Klasse statt Masse setzen und mittlerweile jede Menge gesuchte (Kult)weine produzieren, die mehr oder weniger problemlos nachgefragt werden, müssen sich die Massenerzeuger etwas einfallen lassen. Heraus kommen natürlich bestenfalls Weine, die keinen besonderen Terroiranspruch haben, die Zielgruppe sind hier auch gar nicht die "Weintheoretiker". Hier mal ein schönes Beispiel zu dem man sagen muß: Alles richtig gemacht. Originelle Aufmachung, Schraubverschluß, frische, saubere, nicht übertriebene Fruchtaromatik, Alkoholgehalt moderat.


Topidee: Der lange Hund


Einen Ausweg mit viel Marketing läuft auch seit 2006 unter dem Label Sud de France. Es wird staatlicherseits versucht, eine für den Konsumenten griffige Dachmarke für Wein aus dem Midi zu schaffen, flankiert durch lokale Kulinarikprodukte.

Eine andere Liga sind natürlich die schon erwähnten individuellen Winzer. Sie haben die Anfang der achtziger Jahre einsetzende Languedoc - Qualitätsoffensive getragen. Die Trendsetzer waren Um- und Einsteiger, Tüftler, Individualisten. Rebflächen, vor allem an den schwer zu bearbeitenden Hängen mit kargen flachgründigen Oberböden, konnten günstig übernommen werden. Die Umbaudynamik hält bis heute an, immer noch erfüllen sich hier Newcomer ihren Winzertraum. Exemplarisch sei hier nur die Domaine Virgile Joly aus Saint Saturnin am Herault genannt. Die (Gründungs)geschichte und damit auch viel über das Winzerleben im Languedoc ist in einem schönen Buch von Patrick Moon beschrieben: "Virgile's Vineyard: A Year in the Languedoc Wine Country" (klick).





Trendsetzer für alle war natürlich Aimé Guibert mit seinem Daumas Gassac in Aniane. 1978 war der erste Jahrgang, der auf Mas de Daumas Gassac produziert wurde, unter Beratung des damaligen "Star-Oenologen" Emile Peynaud aus Bordeaux, einer Art Vorgänger von Michel Rolland. Anfang der 80er begann die Weinszene auf Daumas Gassac aufmerksam zu werden. Gutes Marketing kam dazu, zudem der Nimbus des Newcomers aus einer Underdog-Region. Der Gault Millau titulierte den Gassac gar als „Lafite des Südens". Wie auch immer, alles was aus dem Languedoc danach kam und kommt, steht durchaus auf den Schultern von Aimé Guibert.
Der ist übrigens bis heute ein kantig-knorriger Streiter für den Wein als regional verankertes Naturprodukt. Im Jahr 2000 erlangte Aniane Bekanntheit, als die Mondavis hier ein Weingut etablieren wollten. In der Bevölkerung formierte sich Widerstand, die Kalifornier zogen sich zurück. Anzuschauen ist das in Jonathan Nossiter herrlicher Dokumentation Mondovino. Gleich am Anfang gibt es da ein Interview mit einem grantelnden Aimé Guibert: "le vin est mort..." Der Trailer bei you-tube hier (klick).
Ein Großteil (80%) der Weinberge ist mit alten, ungeclonten Cabernets bepflanzt - diese inzwischen schon 40 Jahre alten Reben erzeugen auf natürliche Weise nicht mehr als 35hl/ha. Daneben gibt es Parzellen mit Malbec, Merlot, Cabernet Franc, Syrah und vielen weiteren Rebsorten. Das Mikroklima ist kühl inmitten des heißen Languedoc, angestrebt wird nicht der opulent-fruchtige Stil, man setzt eher auf Feinheit und Komplexität. Die Weine gelten als sehr gut lagerfähig.





Ganz in der Nähe von Aniane, im schon eben erwähnten Saint Saturnin, habe ich 1996 mal zwei Wochen verbracht. Das liegt bei Clermont l ´Herault schon an den südlichen Ausläufern der Cevennen. Es war Ende September, die Ernte war im vollen Gange. Laute Lesemaschinen sausten durch die Reben, Trecker mit großen Anhängern transportierten die Trauben tonnenweise über die kurvigen Landstraßen. Ein Geruch von Most war in der Luft.

Das Haus lag mitten im Dorf, ganz eng und verwinkelt, dreimal so hoch wie breit, die Rückfront war Teil der Rempart, der alten Ringbefestigung des Dorfes. Das Dach war teilweise für eine Terrasse geöffnet. Von da hatte man einen schönen Blick auf die Rundschindeldächer, um den quadratischen Kirchturm mit seinem offenen Glockengestell zirkelten die Mauersegler. In der Ferne lag die weite weinsatte Ebene. Auf der funkelten am Abend die Lichter der umliegenden Dörfer, am Himmel stand der Orion, im Ohr das Brüllen der Zikaden...
Am Horizont nach Süden hin eine kleine Berglinie, kurz dahinter begann schon die Küste bei der Hafenstadt Sete.



Es ist eine großartige Stadt, praktisch an allen Seiten vom Wasser umgeben. Auffallend der charakteristischen Hügel, der Mont St. Clair. Es ist die Geburts- und Heimatstadt von Georges Brassens, dem großen Poeten und Sänger. Der hatte sich ja in einem Chanson gewünscht, am Strand von Sète begraben zu werden ("Supplique pour être enterré à la plage de Sète"). An seinem wirklichen Grab, nicht auf dem Cimetiére Marin, sondern auf dem für die Armen der Stadt, direkt am Etang de Thau, sind wir damals auch gewesen.




Ansonsten gab es Fahrten in das wildromantische Hinterland, zu den Cirques des Navarcelles, an den Lac du Salagou und zum Pont du Diable am Herault, wo man gut im Fluß baden konnte.
Weine kamen hauptsächlich von der örtlichen Cave Cooperative ins Glas. So war das damals, man trank ortsverbunden von den Genossen. Die hatten als Spitzenwein den Seigneur des Deux Vierges, den gibt es immer noch. Nichts Anzügliches zuvörderst: Der Wein ist benannt nach dem charakteristischen Fels hinter dem Dorf, dem Roc des Deux Vierges. Da sollen tatsächlich mal zwei Jungfrauen gelebt haben, um näher am Himmel beim lieben Gott zu sein. Meistverkaufter Wein der Genossen ist allerdings der Vin d'Une Nuit. Wiederum ein poetischer Name. Der ist mir sogar mal ein paar Jahre später im Sortiment des kleinen Einkaufsladen im Camping Vliegenbos in Amsterdam begegnet. Natürlich, denn zum Gras gehört nunmal auch ein unkomplizierter, süffiger Roter.


Blick auf Saint Saturnin mit dem Roc des Deux Vierges
im Hintergrund. In Gegenrichtung geht es nach Jonquières

Bekannte Qualitätsnester um Saint Saturnin herum sind, neben Aniane, auch Montpeyroux und Jonquières. Aus diesem kleinen Dorf kommt ein Prägender für die Region: Olivier Jullien. Mit seinem Mas Jullien hat er ähnliche Schrittmacherfunktion wie z. Bsp. Gauby im Roussillon.

Die bekannten Languedoc - Gebiete Minervois, St.Chinian und Faugeres liegen etwas weiter westlich. Die kenne ich durch sommerliche Touren. Im Minervois haben wir 2005 mal ein rustikales Ferienhaus gemietet und ringsum einige Weingüter besucht. Ergebnis und Höhepunkt war eine Verkostung einiger Spitzen. So läßt es sich gut aushalten im sonnigen Süden.




Probe im Minervois, auch am Grill sollte
immer eine große Auswahl vorrätig sein.



Auch ein Besuch in Carcassonne stand auf dem Programm. Ein faszinierender Ort, aber in der Saison leider total überlaufen. Zum ersten Mal war ich dort 1994 auf einer Tour mit einem kleinen roten Kadett. Der kleine Bochumer zog unermüdlich seine Kreise auf seiner letzten großen Fahrt. In Lourdes empfing er durch Heiliges Wasser auch den Segen der Gottesmutter (klick hier).
Da schien mir der Anblick der Mauern und Zinnen der mittelalterlichen Stadt wie eine Filmkulisse, hatte etwas Unwirkliches.




Südlich schließt sich das Corbieres an. Wildromantisch, dünnbesiedelt, Heimat der Wildschweine, die sich in der heißen Strauchheide tummeln. Auch dort jede Menge interessante, individuelle Winzer. Am Nordrand der Corbieres liegt zudem Limoux mit seinen Weißweinen und Schäumern.

Zu Füßen der Pyrenäen schließlich das Roussillon. Die Weine der AOC Roussillon sind eine Klasse für sich. Hier werkeln viele Genossenschaften. Aber auch eine Riege von sehr individuell-handwerklich arbeitenden Weintüftlern. Ein Qualitätspionier und immer noch Schrittmacher für die Weine des Roussillon weltweit ist Gérard Gauby in Calce. Gauby war nie Routinewinzer, sondern ein Suchender, ein Experimentator. Er hat komplett auf biodynamischen Anbau umgestellt. Die Aromatik seiner Weine geht seit einigen Jahren weg von Überkonzentration, Holz und süßem Schmelz. Sein Flagschiff Muntada setzte preislich für die Region Maßstäbe nach oben und brachte trotz mächtiger Konzentration auch Feinheit und Frische ins Glas.




Gerade in letzter Zeit machen dort ein paar neue Namen von sich reden. Immer wieder auch Quereinsteiger, wie die Domaine des Enfant (klick) mit absolut ausgereizten Qualitäten.
Der Schweizer Marcel Bühler kommt aus dem Finanzbereich, er und sein Team gehen fundamentalistisch und kompromißlos an die Sache heran. Statt von Kapitalanlage ist hier von "Selbstwerdung" die Rede. Zitat aus der Homepage: "Die Gründung der Domaine des Enfants entstand als Antwort auf eine persönliche Sinnkrise. Die Realisierung eines Traumes: Selbstwerdung, im Einklang mit sich selbst, anderen und der Natur zu sein. Dementsprechend sind unsere Weine das Resultat unseres Arbeitens in und mit der Natur. Die Liebe und Energie, die wir in die Pflege dieser kraftvollen und aussergewöhnlichen Rebstöcke investieren, gibt uns Ruhe und Zufriedenheit. Zu beobachten, wie diese genügsamen Pflanzen unter unserer Fürsorge erstarken und gedeihen, ist Belohnung und erfüllt uns mit Stolz. Mit unserer Arbeit wollen wir unsere Kreativität ausleben und etwas ausserordentliches Erschaffen, was uns und anderen Menschen Freude bereitet, sie einander und sich selbst näher bringt. Wir hoffen, mit unseren Weinen, unseren Ideen und Vorstellungen immer wieder neue Menschen anzusprechen und vielleicht auch zu berühren."
Das Ganze ist sehr ambitioniert, dazu passt die Preisgestaltung. Schon der Einstiegsrote kostet 24 € und liegt damit im Bereich sehr guter Crus von der südlichen Rhone:



Auch die Domaine Horizon fällt in diese Kategorie. Thomas Teibert ist ein barock-salopper Typ mit roter Hose und Hosenträger und macht Wein im Hinterland von Perpignan. Es fallen schon rein äußerlich Ähnlichkeiten mit Gerard Gauby auf. Und tatsächlich gibt es eine, sogar sehr enge Verbindung: Teibert und die Tochter von Gauby haben ein gemeinsames Kind. Nun, die Teibertschen Reben haben Meerblick, deshalb der "Horizont." Preislich sind die Weine nicht schüchtern kalkuliert, schon der rote Einsteiger Esprit de l ´Horizon kostet 19,50€. Für den Domaine de l ´Horizon werden 33€ fällig. Beide sind aber top, der neue Südstil ohne Überkonzentration, delikate Frucht, trotzdem natürlich genug satte Sinnlichkeit und Schmelz, sehr gut.



Eine Neuwinzerin in diesem Sinne ist auch Katie Jones. Die Engländerin war 17 Jahre für Weinexport und Marketing der großen Mont-Tauch Kooperative zuständig. Die kontrolliert mehr als 50% der gesamten Produktion der gesamten AOC Fitou: 15 Millionen Flaschen Wein per Annum! Weinbauern, die ihren Rebberg aufgeben wollen oder altersbedingt müssen, gibt es da natürlich immer wieder. Bei 2.7 Hektar, ganz in der Nähe der alten Katahrerfestung Queribus, griff Katie Jones zu. Die Parzellen waren nämlich bestockt mit bis zu 70 Jahre alten Grenachereben. Katie gab ihren sicheren Job im Sommer 2009 auf, im Herbst arbeitete die Domaine Jones schon an ihrem ersten Jahrgang. Dabei stellte sich heraus, daß nicht alle angelieferten Trauben rot waren, in den Parzellen wuchs auch Grenache Gris und eine sehr kleine Menge Muscat.



Als wüchsen die Mauern aus dem Fels: 
Peyrepertuse, die größte Festungsanlage der Katharer




Wer weiterlesen möchte: Genußtour ins Midi (4) Provence pur...



08.07.2013

Trévallon und Estanilles


Heute ist Ruhetag bei der Tour de Frannce. Der gesamte Troß zieht von den Pyrenäen in die Bretagne. Eine gute Gelegenheit, die beiden zur Tour durch die Provence (klick hier) und durch das Languedoc (klick hier) verkosteten Weine vorzustellen. Bitte auch bei Tour des Vins 2013 reinschauen.


Domaine de Trévallon 2004 (aktuelle Jg. ca 44€ /13%) Ein Cru aus dem vinologischen Niemandsland. Mittlerweile ein unter Weinfreaks weltweit anerkannter Wein, für die Gegend untypisch, ein Solitär aus Les Baux-de-Provence. Dort bereitet der aus dem Elsass stammende Eloi Dürrbach Weine, die unter speziellen mikroklimatischen Bedingungen wachsen. Sie stehen nämlich am Nordrand der Alpilles, den "kleinen Alpen", eine charakteristisch gezackte Felshügelkette. Normalerweise eine heiße Ecke, aber am Nordrand sind sie den den kälteren Winden aus dem Norden ausgesetzt, die heiße Luft aus der Camargue bleibt außen vor. Der karge Boden ähnelt dem in Chateauneuf du Pape, dicke Kiesel liegen da auf der kargen Erde. Der Trévallon besteht aus Cabernet Sauvignon und Syrah, daher die Einstufung als „vin de pays”, darin übrigens dem Daumas Gassac nicht unähnlich.
Wie so häufig bei solchen Outsidern, rührt der Kultstatus von einer Vergleichsprobe mit großen Gewächsen aus Bordeaux, aus der Trévallon mit dem 90er Jg. als Sieger hervorgegangen ist.
Der Charakter des Weins ist eher kühl, man verzichtet auf Überreife, setzt auf Finesse statt Kraft und viel Alkohol. Der verkostete ´04er passte ganz gut in diese Richtung. In der Farbe noch von intensivem Rot, offenen vegetale Nase, Kräuter, Minze, insgesamt viel Küchengarten. Die Frucht taucht als Sauerkirsche auf, tanzt lebendig im Mund. Wer hier mollige Wärme und und ein Maul voll Frucht sucht, muß sich anders orientieren. Das gibt es hier unten auch. Beim Trévallon ist aber weniger Süden im Glas, geht eher in Richtung Nordrhone.




Chateau des Estanilles Cuvée Prestige 2007 Faugéres (12€ /14,5% 20% Grenache, 20% Syrah, 20% Mourvèdre, 20% Carignan, 20% Cinsault)Einer der Crus des Languedoc, Faugéres und die gleichnamige AOC Faugéres liegen schon am "Hang", d.h. an den Südausläufern der Cevennen. Die Appellation ist berühmt für ihr Terroir, nirgends sonst im Languedoc findet sich nämlich eine solche Häufung von Schiefergestein. Estanilles wurde 1976 von Michel Louison gegründet. Der war damit einer der frühen Qualitätspioniere in dieser Gegend derMassenerzeugung und Überproduktion (klick).
Nach dem Verkauf im Jahre 2009 hat Julien Seydoux übernommen, von Haus aus kommt der aus dem Finanzbusiness und krempelt auf Estanilles so einiges um. Details dazu hier bei The Vine Route (klick).
Der verkostete 2007er stammt also noch aus der Hand des Gründers. In der Nase ein kleiner Syrah-Stinker, nach Öffnung dunkle Frucht, eher straff als breit, eine übertriebene Fruchtigkeit oder überhitze Konzentration ist auch hier nicht im Glas. Hat zwar mehr Rustikalität und Kraft als der Trévallon, die holt er aber nicht aus dicken Muskelpakete.


26.05.2013

6 Rote: Sud de France reloaded...

Beim Wein ist es wie auch sonst im Leben: Konstanten sind wichtig, die geben Halt und Sicherheit. Alles Recht dem Experiment, der neuen Erfahrung, dem Risiko. Aber auch beim Wein läuft man immer wieder gerne in den Heimathafen ein, macht am wohlvertrauten Ankerplatz fest und genießt vertrautes.

Beim Weindeuter sind dies die Weine aus dem Süden Frankreichs, aus dem weiten Bogen des Midi von den Seealpen bis zu den Pyrenäen, von der Provence über die südliche Rhone, das Languedoc bis in das Roussillon.
Und so wurden in letzter Zeit mal wieder eine Reihe von Flaschen geöffnet. Alle nicht aus dem Spitzensegment, sondern preislich unter 15€. Zweierlei vorweg: Die verkosteten Südfranzosen halten Kurs in Sachen charakterstarker, nicht weichgespülter Sensorik und bieten nach wie vor ein sehr gutes Preis-Genuß-Verhältnis.


"Secret de Famille" 2010 Cotes du Rhone Paul Jaboulet Ainé (10€ / 14%) Ein CdR aus bekanntem Handelshaus, er gibt schon mal die Richtung vor. Neigt allerdings nicht zum Extrem, bleibt brav im Glas. Schöne dunkle Fruchtnase, im Mund füllt er gut, bleibt aber vornehm, gezügelte Kraft für Einsteiger.


Hier platzt es aus der Flasche, ein Wein im Blockbuster-Stil. Viel Saft- und Kraft, konzentrierte Potenz. Ungezügelte dunkle Frucht, satter Alkohol, hält sich nicht zurück, macht in extrovertierter Manier laute Ansage. Ein Muckimann, ein Landbursche, ganz in der Frucht stehend...

"Les Grenache de Sixte" Vielles Vigne Cote du Rhone 2011 Domaine Giraud (11,50€ / 15%) Bekannt für seine Chateauneuf du Papes, dieser CdR erscheint im ersten Jahrgang. Ein Wein aus 60 Jahre alten Rebstöcken bei Lirac. Und ein etwas anderes Kaliber als der Roche. Auch hier ein Vollschmecker, aber mehr differenzierte Finesse. Herrliche Duftmelange aus Veilchenpastillen, Süßholz und Himbeerdrops. Hochkonzentriert, aber kein Sattmacher. Suchtstoff für Freunde der Südrhone, die es höher hinaus zieht, das hier läuft schon in Richtung eines guten Gigondas, TOP...

Copa Santa 2011 Domaine Clavel  (14€ / 14,5% / Syrah 83% Grenache 17%) Ein Klassiker, Pierre Clavels Flagschiff wurde hier schon oft verkostet. Der Copa kommt in neuer Aufmachung. Und präsentiert sich in diesem Konzert überraschend. Kein satter Schmelzbolzen. Hohe Konzentration, weniger auf der fruchtsüßen, von der Grenache geprägten Seite, sondern ein herb-männlicher Syrahsaft. Müßte man mal gegen einen der besseren und nicht vanilleholzverhunzten Australiensern probieren.

Domaine Aires Hautes Tradition 2011 Minervois 7(€ / 14%) Direkt zur Wertung: Der Basiswein der Domaines in dem verschlafenen Dörfchen Siran im Minervois ist super. Für das Geld absolut seriöser Roter, alles drin für Fans der Gegend und des klassischen Südstils: Dichte dunkle Frucht, Reifesüße, Lakritzwürze. TOP...
"Cuvée Nicolas" Vielles Vignes 2010 Domaine Lafage (10€ / 14,5%) Überraschend kühl kommt er daher, der Nicolas. Sind es die alten Grenache-Reben aus Höhenlage vom Fuße der Pyrenäen? Konzentrierte Kirsche, ohne Fett, seidige Frucht mit Substanz, sehr erfreuliche Entdeckung.














Bezugsquelle für alle Weine (bis auf Jaboulet): WEINZECHE ESSEN


28.02.2013

Südfrankreich - mal zart statt hart...



Der Winter dauert an, er ist angeblich der dunkelste seit Beginn der regelmäßigen Sonnenscheinaufzeichnungen vor über 60 Jahren. Aber alles Klagen hilft nix, man kanns ja ohnehin nicht ändern. Um wenigstens die innere Gemütsverfassung etwas aufzuhellen, bietet sich der Genuß guter Weine an. So kam nach der spanischen "Buttercremetorte" ein weiterer Roter ins Glas. Der präsentierte sich aber in gänzlich anderer Charakteristik.

Jones Rouge 2011 Domaine Jones (Grenache 95%, Carignan 5% / 14,5% / 16€) Katie Jones ist quasi als Neuwinzerin in Südfrankreich tätig. Sie war 17 Jahre für Weinexport und Marketing der großen Mont-Tauch Kooperative zuständig. Die kontrolliert mehr als 50% der gesamten Produktion der gesamten AOC Fitou: 15 Millionen Flaschen Wein per Annum ! Weinbauern, die ihren Rebberg aufgeben wollen oder altersbedingt müssen, gibt es da natürlich immer wieder. Bei 2.7 Hektar, ganz in der Nähe der alten Katahrerfestung Queribus, griff Katie Jones zu. Die Parzellen waren nämlich bestockt mit bis zu 70 Jahre alten Grenachereben. Katie gab ihren sicheren Job im Sommer 2009 auf, im Herbst arbeitete die Domaine Jones schon an ihrem ersten Jahrgang. Seitdem wird in Tuchan in einer kleinen Steingarage im Mikrostil vinifiziert. Der Ort liegt im Bereich der AOC Fitou. Da Katies Trauben jedoch vor allem drüben in der AOC Maury und damit schon im Roussillon wachsen, wird der Wein nicht als Fitou, sondern als IGP Cotes Catalanes deklariert.
Und wie schmeckt er? Nun, Katie Jones schafft es, die Intensität des Südens mit einer gewissen Finesse und Leichtigkeit zu verbinden. Sie sind Musterexemplare des neuen Südstils, wie sie zum Beispiel auch Thomas Teibert mit seiner Domaine Horizon macht. So merkt man dem verkosteten Jones Rouge seine (oder sollte man besser sagen ihre?) 14,5% Alkohol überhaupt nicht an. Im Glas kein Fett, kein barocker Mund- und Backenfüller, sondern ein beinahe kühl wirkendes Konzentrat voller Spannung, minimaler Holzeinsatz. Keine überreife Süße, sehr frisch, es dominiert  die reine  Frucht, Top.

Katie Jones und ihre Weine sind auch in diesem Jahr wieder bei der großen von der Rolf Kaspar GmbH veranstalteten Kulturweinmesse auf der Zeche Zollverein dabei. Für Details bitte hier klicken.







27.12.2012

Weihnachtsweine 2012



Zu Weinnachten regiert die Tradition, keine kulinarischen Experimente! Das gibt Halt auf hoher See und vereinfacht die Abläufe, auch wenn es hektisch wird. Weder Hummer noch Bockwurst - hier gibts zum Heiligabend immer: Maronencremesuppe, einen winterlichen Salat mit Orangen, roter Beete, Walnüssen und dann einen Krustenbraten vom Schwein. Nur die Weine wechseln natürlich. Was übrigbleibt wird an den beiden Feiertagen dann ausgetrunken und verputzt...

Die Kandidaten in diesem Jahr waren:

Schneider "Kaitui" Sauvignon Blanc 2012 Pfalz (13% / 10€) Der "Neuseeländer" aus der Pfalz, das Motto hier: duftige Exotik, Leichtigkeit und Frische. Auch die Maronensuppe dazu war in diesem Jahr leichter, süffiger, dank Zugabe von Wein.

2010 Domaine des Aires Hautes "Réserve" Minervois La Livinière (14% / 10€) Ein Favorit in seiner Klasse! Obwohl die Gesamtaromatik des Südfranzosen weit über seine preisliche Einstufung von 10€ hinausweist. Die Brüder Chabbert erzeugen einen absoluten overachiever, Glückskauf pur. Sehr dunkel im Glas, zunächst volle Erdigkeit, Gerbstoff, viel Baß, braucht Luft, unbedingt dekantieren. Dann bringt er auch differenzierte Mittel- und Obertöne zu Gehör, wird richtig freigiebig, teilt Fruchtsüße und delikate Würze aus, Topwein.   

Hunnicut Zinfandel Napa Valley (15% / 26€) Fruchtpralle Californication, erfüllt völlig, was man von einem Zinfandel in dieser Kante erwartet, absoluter Gaumenpleaser. Ich machs mir mal einfach und zitiere kurz aus der Mövenpick-Notiz, die bringt es nämlich auf den Punkt: "Tiefes Purpurgranat. Konzentriertes Backpflaumenbouquet und Zimt, Schokokirschen, Heidelbeerkonfitüre, typische Zinfandelwärme ausstrahlend. Crèmig-weicher Gaumenfluss mit perfekt ausbalancierten Tanninen und verschwenderischer dunkler Kirschfrucht, Bienenwachs, geléeartige Extraktsüsse und betörende Fülle in der saftigen Mitte, Cocktailkirsche, Zwetschgenkompott und feine Honig-Mocca-Note im sanft ausklingenden Finale." Noch Fragen?

Quinta de Noval Port LBV 2005 Douro (19% / 19€) Nun ja, Port passt natürlich zu Weihnachten, muß einfach sein, als Nachtisch. Volle Ladung, Zartbitterschokolade, Kirschlikör, süßer Tabak. Kein Zwang zum schnellen  Leeren der Flasche, es ist bis heute immer noch was drin...

Soweit für diese Jahr, allen einen geschmeidigen Rutsch.
Auf ein Wiederlesen in 2013!







09.10.2012

Herbstweine: Schwere Jungs aus dem Süden



Die Blätter färben sich, Herbstwinde wehen - Zeit für Rote, die Wärme geben. Und da komme ich immer wieder auf den Süden Frankreichs. Die südliche Rhone und das Languedoc halten ein Füllhorn von Weinen für diejenigen bereit, die vor fruchtiger Fülle und reichhaltiger Kraft nicht zurückweichen. In der Weinszene ist dies scheinbar nicht mehr so sehr en vogue, vor lauter Begeisterung für deutsche Spätburgunder und Weine, die "pinotieren". Der Weindeuter hält aber diesbezüglich die Stellung und wahrt seine Treue zu den Gewächsen des Midi. Verkostet wurden in den letzten Tagen ein paar Kellerflaschen, dreimal Rhone, zweimal Languedoc. Darunter auch welche aus dem für diese Region als sehr gut bewerteten Jahrgang ´07.

"Terre de Bussiere" 2007 Domaine de la Janasse VdP (55% Merlot, 25% Syrah, 10% Grenache und 10% Cabernet. 12 Monate ausgebaut in Holzfässern, davon 30% neue Fässer 10€) Der Einsteigerwein der für ihre großartigen Chateauneufs bekannten Domaine hat schon vieles, was die Rhonearomatik ausmacht. Sattes Schwarzrot, undurchdringlich, in der Nase dominiert der Kräuterstrauß, eingekochte Frucht, Lakritz, viel Saft im Mund. "Süffig" durch den hohen Merlotanteil, trotzdem kein Wein für die Mädchenparty. Kein Zeichen von Müdigkeit, hätte noch liegen können.

Domaine Roche 2009 Cairanne Cotes du Rhone Village (15% / 9.90€ / 70% Grenache + 30% Syrah) Ein neuer Name an der südlichen Rhone, Romain Roches vinifiziert erst seit kurzem von elterlichen Weinbergen in Cairanne. Nach weltweiten Wanderjahren ist 2009 sein erster "eigener" Weinjahrgang. Um es vorwegzunehmen: Der Wein ist sehr gut, angesichts des Preises sogar sensationell gelungen. Blind in eine Probe mit Crus aus Chateauneuf oder Gigondas gestellt, müßte er bestimmt nicht sofort den Schwanz einziehen, sondern könnte lange mithalten. Schon in der Nase sehr konzentriert, die für die Region so typische anmachende Mischung aus tiefer warmer, dunkler Frucht. Im Mund dann Expansion: Schlehenfeuer, lodernder liköriger Saft, der hohe Alkohol schlägt durch.

Le Marteau 2007 (11€, Syrah/Grenache/Carignan) Pierre Clavel aus dem Languedoc nördlich von Montpellier hat es drauf. Sein Marketing ist perfekt, er kommt als Bursche vom Lande rüber, Typ netter, bodenständiger, rustikaler, sonnengegerbter Südfranzose. Der Marteau (= Hammer) steht noch immer voll in der Frucht. Undurchsichtig-dunkel im Glas, kleiner violetter Rand, herrliche Brombeernase, rauchig, im Mund ein Vollschmecker mit viel Reifesüße, nur 8952 Flaschen !

Lirac 2007 Domaine La Loyane (14,5% / 11,50) Warme, intensive, lakritz-würziger Wein mit warmer und reifer Frucht, satter breiter Schluck, man schmeckt den Top-Jahrgang 2007. Dies war so eine Flasche, aus der der Wein einfach verdunstet, Südrhone at its best. Möglicherweise der Beste der Runde, aber wer will sich hier schon festlegen...

Carline 2010 Château de Cazeneuve Saint Loup (14% / 12€ Syrah/Grenache/Carignang) Der jüngste und in der Aromatik "kühlste" in diesem Quintett, geprägt von Syrah, gewachsen auf den heißen Schieferböden am Pic Saint Loup nördlich von Montpellier. Auch hier hohe, fruchtgeschwängerte Konzentration, hinzu kommen aber auch lebendige Frische und präsente Gerbstoffe. 




Zum Roche aus Cairanne gab es übrigens was fleischiges vom Grill, dazu eine Fertigsauce, die uneingeschränkt zu empfehlen ist: Stonewall Kitchen Grillsauce Roasted Garlic Peanut, also gerösteter Knoblauch mit Erdnuss. Nussig, cremig, süffig, ohne jede Bitterkeit und Kunstaroma. Die Stonewall Saucen kommen aus Maine, USA und sind in der Gourmetladenszene in Deutschland gut vertreten. Leider teuer, das 200ml Fläschchen kostet 10€.


14.07.2012

Altmeister aus dem Süden: Mas de Daumas Gassac 1995



Mas de Daumas Gassac 1995 Aniane / Languedoc (12,9% / 30€) Wer über die A9 von Avignon bis zur spanischen Grenze fährt sieht unendliche Rebflächen. Hier werden bedeutende Mengen deseuropäischen Weinsees produziert, Massenerzeugung total.
Seit den 80er Jahren ist dies aber auch eine Boomregion für Qualitätswinzer. Trendsetzer war hier Aimé Guibert mit seinem Daumas Gassac in Aniane. 1978 war der erste Jahrgang, der auf Mas de Daumas Gassac produziert wurde, unter Beratung des damaligen "Star-Oenologen" Emile Peynaud aus Bordeaux, einer Art Vorgänger von Michel Rolland. Anfang der 80er begann die Weinszene auf Daumas Gassac aufmerksam zu werden. Gutes Marketing kam dazu, zudem der Nimbus des Newcomers aus einer Underdog-Region. Der Gault Millau titulierte den Gassac gar als „Lafite des Südens". Wie auch immer, alles was aus dem Languedoc danach kam und kommt, steht durchaus auf den Schultern von Aimé Guibert.
Der ist übrigens bis heute ein kantig-knorriger Streiter für den Wein als regional verankertes Naturprodukt. Im Jahr 2000 erlangte Aniane Bekanntheit, als die Mondavis hier ein Weingut etablieren wollten. In der Bevölkerung formierte sich Widerstand, die Kalifornier zogen sich zurück. Anzuschauen ist das in Jonathan Nossiter herrlicher Dokumentation Mondovino. Gleich am Anfang gibt es da ein Inetrview mit einem grantelndem Aimé Guibert: "le vin est mort..." Der Trailer bei you-tube hier (klick).
Ein Großteil (80%) der Weinberge ist mit alten, ungeclonten Cabernets bepflanzt - diese inzwischen schon 40 Jahre alten Reben erzeugen auf natürliche Weise nicht mehr als 35hl/ha. Daneben gibt es Parzellen mit Malbec, Merlot, Cabernet Franc, Syrah und vielen weiteren Rebsorten. Das Mikroklima ist kühl inmitten des heißen Languedoc, angestrebt wird nicht der opulent-fruchtige Stil, man setzt eher auf Feinheit und Komplexität. Die Weine gelten als sehr gut lagerfähig.
Gute Voraussetzungen also für den 17 Jahre alten Kameraden. Der Kork war im unteren Teil suppig und brach beim Ziehen, es mußte also etwas gefiltert und dekantiert werden. Die Lüftung tat dem Wein gut, schöne rauchige Nase, entwickelt, aber noch voller Kraft. Dunkel, eingelegte Früchte - dabei nicht aufdringlich, bewahrt Anstand und hat Manieren. Gut mundfüllend, kein dicker Klopfer, fein mit mürbe gewordenen Gerbstoffen - schöner, die Sinne anregender und beruhigender Genuß.

Blog zur Tour de France: Tour des Vins 2012 (klick)


19.02.2012

4 mal Südfrankreich , das wärmt...



Draußen war es tagelang nass und kalt, da sollte man keinen Hund vor die Türe jagen. Im WeinWeb (klick) werden zur Zeit zarte Pinots verkostet, aus Deutschland oder aus dem französischen Stammland. Ich rate von solcherlei Praxis ab. Der Weindeuter entnimmt dem Keller lieber Weine, die wirklich Wärme geben. Keine schüchternen Hänflinge, sondern kräftige Gesellen aus Syrah, Grenache und Carignan. Allesamt aus dem sonnenverwöhnten Süden Frankreichs:
  1. Domaine Aires Hautes 2009 Minervois (14% / 7€) Wie gut kann ein Einstiegswein sein ? Dieser kann: Der einfache Rote der Domaine Aires Hautes verströmt einen sehr einnehmenden rustikalen Touch, eine würzige Lakritzstange, satte Frucht, seriöser handgemachter Wein ohne Schnickschnack für deutlich unter 10€ - Top.
  2. Domaine Roche Cairanne 2010 Rhone (15,5% / 10€) Schon mehrfach verkostet, immer wieder ein Treffer. Dieser Wein zeigt, daß Qualitätsweintrinken eigentlich ganz einfach geht: Einen Wein aus seriöser Produktion ins Haus holen, keinen Phantasiepreis dafür bezahlen, schon ist das Genußglück zum Greifen nahe. Ein neuer Name an der südlichen Rhone, Romain Roches vinifiziert erst seit kurzem von elterlichen Weinbergen in Cairanne. 2009 war sein erster Jahrgang. Wer südliche Rhone mag, gerne auch mal einen Chateauneuf oder Gigondas öffnet, genießt auch sowas hier. Schon in der Nase sehr konzentriert, die für die Region so typische anmachende Mischung aus tiefer warmer, dunkler Frucht und erdiger Würze. Der Wein ist sehr gut, angesichts des Preises sogar spitze.
  3. Domaine Richeaume "Cuvée Tradition" 2006 Provence (13,5% / 15€) Ein Wein, den ich schon trinke, lange bevor es den Weindeuter gab. Die "Tradition" ist der Einstiegswein dieses im Herzen der Provence östlich von Aix am Fuße der Montagne St. Victoire gelegenen Weingutes. Seit über 30 Jahren wird hier unter dem Patronat von Henning Hoesch nach streng ökologischen Kriterien Qualität erzeugt. Meinen ersten "Richeaume" trank ich 1997, es war der 93er, damals für 13,50 DM im Weinland Keiler (heute Mövenpick Weinkeller) gekauft. Körperreich, intensiv dunkelbeerig schon in der Nase, dabei angenehm mit viel Frische mundfüllend - die Notiz von vor über 12 Jahren passt immer noch auf den 06er. Vielleicht heute etwas geschmeidiger, geschliffener durch erste Reifung. 
  4. Thunevin - Calvet "Cuvée Constance" VdP Cotes Catalanes (15% / 9€)  Ein Wein aus dem Roussillon unter Beteiligung des Edelbordeauxwinzers Jean-Luc Thunevin (Chateau Valandraud). Diesen Vollschmecker gibts baugleich unter dem Label Image du Sud von Mövenpick (Ein Vergleichsverkostung beider Weine hier - klick). Die Constance setzt von allen Weinen hier am stärksten auf Süße, sie schmeichelt sich glycerinhaft an den Gaumen. Sie will unbedingt gefallen in ihrer hohen Flasche. Rote Grütze mit Weinbrand,  anders als z.Bsp. beim Roches oben schlägt der Alkohol etwas aufdringlich durch. Ist Geschmackssache, laß ich aber als winterliche Wärmeflasche durchgehen...


    17.12.2011

    Katie Jones: Neue Weine aus dem Languedoc




    Das Languedoc: 15 Millionen Hektoliter Wein ! Jedes Jahr aufs Neue produziert. Die Masse stammt von Rebstöcken in den Ebenen, die in den sonnensatten Sommern kräftig tragen, verarbeitet von Genossenschaften und großen Weinkonzernen. Ein Weinsee, den in dieser Menge niemand braucht, den keiner leertrinken kann. 
    Dagegen steht die seit Anfang der achtziger Jahre auf breiter Front begonnene Languedoc - Qualitätsoffensive. Die Trendsetzer waren Um- und Einsteiger, Tüftler, Individualisten. Rebflächen, vor allem an den schwer zu bearbeitenden Hängen mit kargen flachgründigen Oberböden, konnten günstig übernommen werden. Namen aus dieser Zeit sind z.Bsp. Daumas Gassac, Mas Jullien, Saint-Jean de Bébian. Die Umbaudynamik hält bis heute an, immer noch erfüllen sich Newcomer ihren Winzertraum.
    Eine Neuwinzerin in diesem Sinne ist auch Katie Jones. Sie war 17 Jahre für den Weinexport und Marketing der großen Mont-Tauch Kooperative zuständig. Die kontrolliert mehr als 50% der gesamten Produktion der gesamten AOC Fitou: 15 Millionen Flaschen Wein per Annum ! Weinbauern, die ihren Rebberg aufgeben wollen oder altersbedingt müssen, gibt es da natürlich immer wieder. Bei 2.7 Hektar, ganz in der Nähe der alten Katahrerfestung Queribus, griff Katie Jones zu. Die Parzellen waren nämlich bestockt mit bis zu 70 Jahre alten Grenachereben. Katie gab ihren sicheren Job im Sommer 2009 auf, im Herbst arbeitete die Domaine Jones schon an ihrem ersten Jahrgang. Dabei stellte sich heraus, daß nicht alle angelieferten Trauben rot waren, in den Parzellen wuchs auch Grenache Gris und eine sehr kleine Menge Muscat !



    Vinifiziert wird quasi im Mikrostil in Tuchan in einer kleinen Steingarage. Der Ort liegt im Bereich der AOC Fitou. Da die Trauben jedoch drüben in der AOC Maury und damit schon im Roussillon wachsen, können sie nicht als Fitou vermarktet werden. Sie sind als Vin de France gelabelt, eine einfache Tafelweinklassifikation. Mittlerweile gibt es aber doch einen Fitou. Zusätzlich wurde nämlich ein Rebberg im Fitougebiet erworben: Sehr klein (nur 0,5 Ha), sehr abgelegen in 300 M Höhe, im Mischsatz bestockt, sehr alte Reben mit Niedrigertrag - für nur 2500€ zwar ein Schnäppchen, jedoch mühsam und nur in aufwendiger Handarbeit zu bewirtschaften.


    Wie schmecken denn nun die Weine ? Was können sie ? Verkostet wurden die beiden Roten. Der "Einsteiger" Jones Rouge im 2ten Jahrgang 2010 sowie der neue Fitou 2010. Große Überraschung, beide für so ein junges Projekt schon sehr ausgefeilt,  elaborierter Stil, Weine mit Attitüde. Wie geht das ? Nun, Katie Jones ist natürlich in Sachen Wein keine wirkliche Anfängerin. Sie kennt die Szene und hat sich die önologische Unterstützung von David Morrison gesichert, ein in Frankreich lebender Australier, der als "consultant wine-maker" auf verschiedenen (Wein)hochzeiten tanzt.

    • Domaine Jones Rouge 2009 (14.5% / ca. 13€, 90% Grenache / 10% Carignan) Frische, Frucht, Finesse. Diese drei Fs sind nicht selbstverständlich im heißen Süden. Der Wein setzt sich stilistisch ab vom beliebten Konzept: Reife Trauben, späte Leese, viel Oak. Hier im Glas der neue Stil, der trotz hoher Konzentration und kräftigem Alkohol eher auf eine gewisse "Leichtigkeit" setzt. Raffiniertes Aromenspiel mit reifer roter Paprika, pikante Säure, kein Sattmacher, animierend, hohe Trinkbarkeit.
    • Domaine Jones Fitou 2010 (14% / 18€, 50% Carignan / Grenache 30% / Syrah 20 %) Grenache und Carignan von Uraltreben, Katies Grenachereben im Fitou sind zudem eigentlich Lladoner Pellut. Schön duftig, etwas Karamell, feine Fruchsüße. Wieder frisch statt fett, ätherisch-würzig, im Mund seidige Gerbstoffe. Herrlicher komplexer Wein. Zieht aromatisch mehr an als der Rouge, Gesamtproduktion nur 1200 Flaschen.

    Auch hier beim Genießer (klick)



    11.12.2011

    Chateau Moyau + Chateau Coulon: Genuß aus dem Midi

    Mal wieder zwei Südfranzosen verkostet, mal wieder festgestellt, daß dort untem im Midi Weine wachsen, die mich auf besondere Weise anmachen.
    Das Languedoc: 15 Millionen Hektoliter Wein ! Jedes Jahr aufs Neue produziert. Wer auf der A9, der Languedocienne, von Avignon nach Südwesten in Richtung spanische Grenze unterwegs ist, fährt durch die größte zusammenhängende Weinbauregion der Welt. Ihre Produktion ist größer als die von Bordeaux, Australien, Südafrika und Chile zusammengenommen. Die Masse stammt von Rebstöcken in den Ebenen, die in den sonnensatten Sommern kräftig tragen, verarbeitet von Genossenschaften und großen Weinkonzernen. Ein Weinsee, den in dieser Menge niemand braucht, den keiner leertrinken kann.
    Neben großflächigem Rückbau, Reduzierung der Bestockungsrechte  etc. gibt es seit Anfang der achtziger Jahre auch die legendäre Languedoc - Qualitätsoffensive. Die Trendsetzer waren Um- und Einsteiger, Tüftler, Individualisten, vielfach Leute, die vorher ganz was anderes gemacht hatten. Im "Kalifornien Europas" war Platz. Rebflächen, vor allem an den schwer zu bearbeitenden Hängen mit kargen flachgründigen Oberböden, konnten günstig übernommen werden. Namen aus dieser Zeit sind z.Bsp. Daumas Gassac, Mas Jullien, Saint-Jean de Bébian. Die Umbaudynamik hält bis heute an, immer wieder tauchen neue Etiketten auf. Bordeauxwinzer engagieren sich, Engländer und Deutsche mit überschüssigem Geld investieren, Aussteiger träumen ihren Weintraum in abgelegenen Bereichen und produzieren ausgereizte und teure Spitzenqualitäten. Verkostete Beispiele aus letzter Zeit sind da u.a. die Domaine des Enfants aus dem Roussillon und Chateau Moyau südlich von Narbonne.
    • "Sauvage" 2006 Chateau Moyau Languedoc (Carignan/Grenache/Syrah 13,5% 12€) Das direkt am Meer vor Narbonne gelegene Weingut erzeugt eine breite Palette bis hin zum Topwein "Hallucinant" für 60€ (100% Mourvedre von alten Rebstöcken, 24 Monate Barrique). Der Sauvage ist im Programm in der Mitte angesiedelt, schon für 12€. Bietet allerdings sehr befriedigenden Genuß. Sehr duftig, konzentriert, warm voll, dabei kein fruchtlastiger Angeber und Sofortbeglücker. Er folgt dem neuen Trend, auch in "heißen" Regionen Weine mit Feinheit, komplexer Vielschichtigkeit und einer gewissen mineralischen Kühle zu erzeugen. Moyeau wird vom Eigentümer Bernd Köhler, einem in der Schweiz tätigen Fondmanager, hochprofessionell betrieben. Es ist einerseits Hobby und Refugium, andererseits Kapitalanlage. Weine von Moyau z.Bsp. hier (klick).
    • Chateau Coulon 2010 Corbieres Agriculture Biologique (Syrah/Carignan/Grenache 14% / 5-8€) Dieses Weingut hat eine etwas andere Geschichte, kein Start-up, keine Aus- und Umsteigerphilosophie im Hintergrund, sondern grundsolide Weinbergs- und Kellerarbeit seit 12 Generationen. Kein kleiner Betrieb, aber doch einer, der die Zeichen der Zeit erkannt hat, hier im wildromantischen Katharerland zwischen den Flüssen Aude und Orbieu. Ein Teil der Weine ist biozertifiziert, man gibt sich Mühe. Und ist preislich derart auf dem Teppich geblieben, daß es einen angesichts des Preises und der gebotenen Qualität nur freut.  Ein reichhaltiger, seriös schmeckender Corbieres mit reicher Fruchnase, am Gaumen würzige, etwas rustikale Kraft, Süßholz, macht Trinkspaß. Wird in den Niederlanden über AH für nur 4,99€ vertrieben, eine echter Superschoppenshopper. Ist hier bei uns teurer (7,95€).

    05.11.2011

    Kleine Nordsee - Probe: Hollandwein, Ahr, Midi


    Manchmal hat der Weindeuter auch Glück. So geschehen im Herbsturlaub an der nordholländischen Küste, genauer in Egmond aan Zee, um 8 Uhr morgens beim Frühstückseinkauf im 't Winckeltje, einem kleinen Käse und Delikatessenladen. Da probierte in der Frühe der Inhaber nämlich einige Weine, die ihm neu für sein kleines Weinregal angeboten wurden. Nach einigen neugierigen Blicken durfte ich mitverkosten. Und siehe da, es waren Rote und Weiße von Rebstöcken, die, nur ein paar Kilometer von der Küste entfernt, auf den saftigen Sand und Lehmböden des Polderlandes  hinter Alkmaar wachsen.
    "Hollandwein" hab ich ja schon öfters probiert, das Thema hat Höhen und Tiefen (hier dokumentiert, klick). Was sich hier hinter den hübsch-häßlichen Windmühlenetiketten verbarg, war allerdings durchaus trinkbar. Also wurde mit einem Weinfreund eine Spontanverkostung am Strand organisiert. Die beiden "Nordholländer wurden dabei verstärkt um einen Roten von der Ahr und um zwei Südfranzosen.

    Kontrastreiche Weine im Härtetest

    • Solaris (weiß) 2010 + Rondo (rot) 2009 Wijngaard Noordland (11,5% + 12% / je 8,90€) In Noord-Scharwoude begann Johan Stoop, de wijngaardenier 2005 mit dem ersten Setzen von Rebstöcken, allesamt auf Pilzresistenz gezüchtete Sorten. Der Wingert liegt 3,70 Meter unter dem Meeresspiegel. Auf mittlerweile 3000 qm Rebfläche stehen neben Rondo und Solaris auch noch die weiße Palatina und die rote Salomé. Hört sich romantisch an, und das ganze Projekt wird sicher auch mit viel Liebe betrieben. Aber wie schmecken die Weine ?
      Der weiße Solaris kommt recht traubig in die Nase, leichter Muskatellertouch. Im Mund dann frisch, Säure, Zitrus, schlank. Nicht sehr nachhaltig, ein Gaumenflüchter. Der rote Rondo ist überraschend farbstark, kirschfruchtige Nase, auch im Mund frisch, durchaus süffig-saftig, wurde mit zunehmender Kühlung im Seewind immer besser.
    • Frühburgunder 2009 Winzergenossenschaft Mayschoß - Altenahr /Ahr (13% / 15€) Nach den Holländern kommt hier viel Duft ins Glas, delikate reife Kirschfrucht, im Mund Schmelz, voll, sehr gute Länge. Der gute Jahrgang schlägt durch, die Aromatik entspricht aber auch dem Stil der Genossen von der Ahr. Verblüffend die Standfestigkeit der Flasche, nach 4 Tagen war der Rest noch ein guter Genuß. Keine nennenswerte Zunahme der Säure, feine rauchige Tabakwürze.
    • "Lou Maset" 2009 Domaine D ´Aupilhac / Languedoc (13,5% / 9€) Ein Sprung nach Süden, der Einstiegswein dieser bekannten Domaine aus Montpeyroux. Hier sind die klassischen Rebsorten des Midi drin: Grenache, Cinsault, Carignan, Syrah, Mourvedré. Hat die für gute Midiweine schöne und lebendige Mischung aus dichter Frucht, Pfeffer, Lakritz und sanften Gerbstoffen.
    • "Les Nobles Pierres" 2005 Chateau de Lascaux Pic Saint Loup (14% / 16€ / 80% Syrah, 20% Grenache) Hier wird die Latte noch einmal deutlich höher gehängt. Sehr reichhaltiger und kräftiger Wein in schönster Entwicklung. Natürlich eine satte dunkle Frucht, das erwartet man, dieses schöne Süßespiel von reifen Beeren, Trockenpflaume, Rumtopf. Dahinter und danach aber auch ein herrlich finessenreiches Kräuterspiel, Menthol, Zimt, eingelegte Oliven. Im Mund füllig, cremiger Gaumendruck, den man sich gerne gefallen läßt.