06.05.2013

Weinromantik: Weinfrühling an der Ahr


Nicht immer nur verkosten, prüfen, bewerten, kritikastern - das ganze selbstreferentielle Gedöns um den Wein macht zwar Spaß, ist aber natürlich nicht alles. Genuß ist auch und vor allem Gefühl, Wein ist auch Romantik. Und deshalb gibt es jetzt die volle Packung Glückshormone: Eine Wanderung durch die Weinberge, mit dem Glas in der Hand...
Immer im April gestalten die Dernauer Winzer ihren Weinfrühling. Sicher, solche PR-Aktionen gibt es viele im deutschen Weinuniversum. Aber in dem kleinen Winzerdorf an der Ahr wird das mit viel Herz und Liebe zum Detail umgesetzt.
Landschaftlich ist die Ahr ja keineswegs langweilig, im Gegenteil. Ich würde die These wagen: Die Ahr ist eines der schönsten deutschen Weingebiete. Auch weil es so klein ist und alles sehr kompakt beieinander liegt. Kurz hinter Walporzheim wird das Tal eng, alle Zutaten einer klassischen romantischen Landschaft sind vorhanden: Spektakuläre Felsen, Burgruinen, schroffer Schiefer auf denen die Reben sitzen.



Nur ein kurzer Exkurs zum Weinbau an der Ahr. Aufgrund ihrer absoluten Nordlage jenseits des 50. Breitengrades als Rotweingebiet (fast 90% rote Sorten, davon über 60% Spätburgunder) ist sie ein Kuriosum, möglich nur durch die mikroklimatisch günstigen Bedingungen mit den warmen, nach Süden ausgerichteteten Schieferlagen am Rande der warmen rheinischen Tiefebene. Infos über Geologie, Rebsorten und Weingüter an der Ahr sind hier auf Ahr und Wein zu finden.
Knapp über 40 Winzer sind tätig, alle anderen Traubenerzeuger liefern an die 4 Genossenschaften ab. Als die Topwinzer gelten die sechs VDP Betriebe Meyer-Näckel, Adeneuer, Nelles, Stodden, Deutzerhof und Kreuzberg, klicken, da geht es auch zu den jeweiligen Websites. Die Stile sind durchaus unterschiedlich, es herrscht ein Wettbewerb, sodaß es sich lohnt, die Weine mal quer zu probieren. 



Doch zurück zum Weinfrühling in Dernau. In diesem Jahr war es kalt und zu Beginn am Samstag noch etwas feucht. Nebelschwaden stiegen auf, tauchten das Tal in zartblauen Dunst....
Der Talkessel hat was von einem Amphiteather, die Reben stehen in Reih und Glied wie Zuschauer, großartige Kulisse. An den schönsten Aussichtspunken in den Weinbergen sind Zelte, Tische und Stühle aufgebaut. Die örtlichen Winzer öffnen ihre Flaschen, bieten leckere Gericht an, durchweg zu zivilen Preisen. Natürlich gehört auch reichlich deutsche Wanderfolklore dazu, Rentner in Mephistoschuhen waren aber keineswegs in der Überzahl. Sondern auch jede Menge Jungvolk tummelt sich. Wobei hier natürlich nicht sportliche Höchstleistung gefragt ist, sondern kulinarisches Durchhaltevermögen und Weindurst.



Das Weingut Erwin Riske stellte wieder einen rustikalen Ahrtaler Tapasteller zusammen, mit Schinken, Mettwurst, Sülze. Bei Kreuzberg gab es Schmalzbrote und im mobilen Pizzaofen frischgebackene Winzerfladen, die Gutsschenke Meyer-Näkel servierte Wildschweinwürste vom Grill.



Auch bei den Weinen gab es nicht nur den einfachen Winzerschoppen. Auch vom Besseren wurde in die aufnahmebereiten Gläser eingefüllt, wie hier beim Weingut Kreuzberg.



Ludwig Kreuzberg schenkt ein, mit Assistentin...



Herausgehoben sei hier nur der samtig-reichhaltige Spätburgunder zu Ehren der aktuellen Deutschen Weinkönigin Julia Bertram. Die kommt nämlich just und direkt aus Dernau vom Weingut Ernst Sebastian. Dort ist man natürlich stolz auf die Tochter und dekorierte die Flasche und den Weinstand mit einem schönen Porträt. (Wein)romantischer geht es ja wohl kaum...




Eine vinologische Entdeckung gab es auch noch: HJK. Das sind Hermann-Josef (Jüpp) Kreuzberg, Bruder von Ludwig Kreuzberg vom gleichnamigen VDP Weingut. seine Söhne David Kreuzberg (Kellermeister), Michel Kreuzberg (Marketing) sowie Joern Heiner (Organisation). Hier geht man mit Liebe zum Detail, das Ganze hat Drive. Der Stand war auf jeden Fall gerade von Einheimischen schwer umlagert. Später dazu mehr, wenn wieder verkostet und nicht mehr romantisiert wird... 








Abschluß im Kloster Marienthal, der Abt im Glas




30.04.2013

Frühlingsgefühle: Von Winning Sauvignon Blanc I


Nicht nur die Winzer folgen dem Rythmus der Jahreszeiten, auch das Weinmarketing richtet sich nach Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Kein Händler, der zur Zeit keine Frühlingsweine anbietet. Aber auch in den Blogs und Gruppen zwischen Facebook und google+ sind allerorten Weine, die den Frühling preisen, den langersehnten, nach dem längsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Mal abgesehen vom Kommerz, es hat natürlich auch was (wein)romantisches, und darum auch hier beim Weindeuter ein Frühlingswein. Ein Wein der hinausführt aus der Kälte und Dunkelheit, hinaus ins Offene, in die sprießenden Gärten und Auen. Das gefüllte Glas nicht gerichtet Richtung dunkler Zimmer Kerzenschein, sondern hoch in der hellen Himmel Sonnenstrahl...

Sauvignon Blanc I Von Winning / Pfalz (12,5 %/ 17€) "Von Winning" ist die Neuerfindung des Weingutes Dr. Deinhard in Deidesheim, quasi das veredelte Segment, die Marke für die aufwändiger und mit hohem Anspruch produzierte Premiumlinie. Man will hier ganz nach vorne.
Der Werbe - und Medienunternehmer Achim Niederberger hat nach Bassermann - Jordan und Reichsrat von Buhl auch das VdP - Weingut Dr. Deinhard gekauft und wurde dadurch zum größten privaten Weinerzeuger Deutschlands. Die drei Traditionsgüter an der deutschen Weinstraße gehörten schon mal zusammen, wurden aber im Rahmen der Jordanschen Erbteilung im Jahre 1848 getrennt. Mit viel Geld wurde bis heute umgestaltet, ein Restaurant und ein Hotel sind eröffnet worden - Deidesheim, das Genußeldorado in der Pfalz. Schon Helmut Kohl hat ja gerne im Deidesheimer Hof mit Michail Gorbatschow und Maggie Thatcher Saumagen gegessen ("Deidesheimer Hof, Kohls zweites Wohnzimmer", klick).

Doch zurück zu Von Winning. Zuständig für den Wein dort ist Stephan Attmann, ein Mann der für seine Sache brennt und lebhaft zu erklären weiß, wie ich vor ein paar Wochen wieder beim Hugenpoet Weinevent in Essen erleben konnte. Kerngeschäft sind natürlich die Rieslinge aus den klassischen Lagen um Deidesheim, die stellen über 80% der zur Zeit 40 ha Rebfläche. Hinzu kommen im weißen Bereich Chardonnay und, ganz einem Trend in der Pfalz und in Rheinhessen folgend, seit dem Jahrgang 2008 Sauvignon Blanc.
Der kommt gleich dreifach: Der Einsteiger für 10€ ist der Sauvignon II, die Spitze markiert der 500 (Selektion von 500 Liter-Holzfässern, in denen der Wein spontan vergoren wurde) und der verkostete II. 70% wurde hier im Holz vergoren, reiche Exotik-Fruchtnase, Im Mund merkt man das starke Fundament. Ein saftiger Gaumenfüller, gepuffert durch kräftige Säure im Caipirinha-Stil, Limette, kräutrige Würze. Ein intensiver Wein mit Wumms, kein leichter Terrassenschlotzer, obwohl er auch da seine Figur macht.








11.04.2013

"David trifft Goliath" in Dortmund




Size does matter, auch beim Wein? Antwort auf diese Frage gibt es morgen (12.04.) im Mövenpick Weinkeller in Dortmund (klick). Identische Jahrgänge werden aus unterschiedlichen Flaschengrößen geöffnet, von klein bis groß (0,375 – 6l) , von Bordeaux bis Riesling, von jung bis reif … 


Bezahlt wird über Probenkarte, verkostet werden kann zwischen 16 und 19 Uhr.

Die Weinliste hier vorab:




30.03.2013

Libanon kommt - Probe mit Spitzengewächsen



Weine aus dem Libanon sind hierzulande Exoten. Weinlaien können damit gar nix anfangen. Die fragen höchstens, in völliger Unkenntnis der Materie, was denn "die Moslems da unten mit Wein zu schaffen hätten". Weinfreaks fällt dazu meistens nur der schon lange eingeführte Chateau Musar ein. Das ist, wie leider so vieles in dieser Welt, vollkommen ungerecht.

Zunächst ein kurzer Blick zurück. Der Weinbau im Libanon hat eine lange Tradition, ist aber bis in unsere Zeit gekennzeichnet durch den Wechsel von Niedergang und außerordentlichen Zeiten des Wachstums.
In der Antike gehörte das Gebiet des heutigen Libanon zum historischen Kanaan, wo ja bekanntlich schon Jesus Wasser in Wein verwandelt hat. Man bewegt sich beim Verkosten sozusagen auf biblischem Boden.
Die Phönizier sorgten für den ersten großen Boom. Sie verbreiteten mit ihren Schiffen die reichhaltigen Weine der Levante im ganzen Mittelmeerraum, die ersten Weinhändler der Welt.
Während der langen muslimischen Herrschaft hielten Juden und Christen das Wissen um die Rebkultivierung aufrecht, die Weinproduktion wurde in geringem Umfang bis in die Neuzeit nach antiken Methoden betrieben.
Spannung kommt erst wieder Mitte des 19. Jh. durch die Franzosen ins Spiel. Unter ihrem Schutz wird die autonome Provinz Mont Liban ausgerufen, 1857 legen Jesuitenmönche den Grundstein für den neuzeitlichen Weinbau und gründen das Weingut Ksara, nach einer ehemaligen Festung aus der Zeit der Kreuzritter.
Während der französischen Mandatszeit zwischen den Weltkriegen steigt die Nachfrage nach Wein, Beirut wird zum "Paris des Nahen Ostens". Es kommt zu umfangreichen Neupflanzungen, vorwiegend französische Rebsorten wie Cinsault, Carignan, Mourvèdre, Grenache, Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah, Sauvignon Blanc, Blanc, Sémillon und Chardonnay.
1930 gründete Gaston Hochar Château Musar, das legendäre Weingut, welches bis heute für den libanesischen Wein ein dickes Ausrufezeichen setzt und einen Platz unter den Crus dieser Welt behaupten kann.
Erneuter Rückschlag dann durch den libanesischen Bürgerkrieg zwischen 1975 und 1990. Rebberge im Bekaatal wurden zerstört, der Weinbau kam beinahe zum Erliegen.
Wenn heute wieder von einer Renaissance des libanesischen Weinbaus die Rede sein kann, sprechen wir hier von einer Entwicklung der letzten 20 Jahre. Viel Geld wurde in die Modernisierung der Weingüter gepumpt, gleichzeitig gab es Neugründungen, z.T. innovative Boutique-Weingüter mit ausländischem Kapital und Beratung.
Im Jahr 2010 erzeugten im Libanon rund 40 Weingüter auf rund 30.000 ha etwa acht Millionen Flaschen, wobei die sechs größten Erzeuger (Château Ksara, Château Kefraya, Château Musar, Château St. Thomas, Domaine Wardy und Massaya) für 85% der Jahresproduktion verantwortlich sind.

Vielleicht gibt es ja auf dem deutschen Markt Bewegung in Richtung Weine aus der Levante. Zumindest in der Berichterstattung tut sich was. Hendrik Thoma (klick) war vor kurzem im Bekaa Tal unterwegs, auf der Prowein gab es einen großen Gemeinschaftsstand, aktuell gibt es bei Captain Cork einen Libanesen, wenn auch wieder "nur" Chateau Musar.

Ich hatte schon im letzten Dezember Gelegenheit, an einer beeindruckenden Leistungsschau libanesischer Weinkunst teilzunehemen. In der Phönicia-Lounge in Bonn hielt man sich dabei nicht groß mit Präliminarien auf, sondern brachte wirkliche Spitzen aus dem Morgenland in die aufnahmebereiten Gläser. Eines vorweg: Wer bei Wein und Libanon "heißgekochte" und plumpe Gewächse voller Alkohol assoziiert liegt falsch. Die Tropfen profitieren in ihrer Gesamtaromatik von der ausgeprägten Höhenlage vieler Pflanzungen, z. T. bis in weit über 1000 Meter Höhe. Und man spürt, daß sich viel französisches Know-How bei der Abstimmung der Cuvées erhalten hat. Es kommt durchweg Wohlgeschmack ins Glas, welcher einen harmonischen Trinkfluss befördert. 


Chateau Fakra 2008 "Pinacle" (Cabernet/Syrah/Cinsault 13% / 9€) Zu Beginn schon ein herrliches Duftsträußchen, fruchtbetont, sehr frische Frucht, wache Säure, Thymian, Vanille, schöner Einstieg für unter 10€.

Domaines des Tourelles 2010 (Cabernet/Syrah/Cinsault 14% / 12€) Auch hier ganz auf der Fruchtlinie, appetitanregende Frische, kein Sattmacher, genau richtig für den Beginn.

Clos de Cana Rouge 2005 (Cabernet/Grenche/Syrah/Cinsault 13% / 9€) Sehr offene Nase, saftige Süße, erste Reife, fein, nicht fett.


Domaine Wardy Syrah 2007 (13,5% / 12€)% Es wird kräftiger, dunkler, blickdicht im Glas, kleiner Torfstinker, satter Fruchtkern, feines "süffiges" Tannin, Reifesüße, pendelt schön zwischen würziger Erde und beeriger Frucht.


Clos de Cana "Valée Lamartine" 2003 (Cabernet/Merlot/Syrah 13% / 15€) Viel Duft, Reife, erste Steigerung in Richtung Hedonismus im Glas. Weiche cremige Frucht, in der Mitte ein Sauerkirschkern, sehr gute Länge, ideelle Mischung aus Bordeaux und Chateauneuf du Pape. In der Mittelkasse unter 20€ ein Top-Wein.


Marquis des Beys "Grande Cuvée Pierre L. Brun" 2009 Domaine des Tourelles (Cabernet/Syrah 14%  / 25€) Ein Vollschmecker, intensiver Wein, seidige Nase, füllt den Mund sehr stimmig, raffiniert, erstes Raunen am Tisch, bisher der Beste.


"Perseides" Chateau Khoury 2007 (Syrah/Cabernet/Merlot 14,5% / 32€) Orientalische Aufmachung, wiederum offene Nase, etwas mehr Süße am Gaumen, recht weich, klassischer warmer mouth-pleaser Stil.


EL Ixir 2009 13,5% / ca. 40€) Neues Weingut mit interessanter Kellerarchitektur, moderne Aufmachung, hier hat man viel Geld in die Hand genommen und noch einiges vor. Die Önologie liegt in spanischen und französischen Händen. Ixsir will mit dem EL hoch hinaus, meldet Premiumanspruch an. Der Wein präsentiert sich sehr ausgewogen, will den Anschein zu hoher Konzentration vermeiden. Im Ergebnis viel internationale Eleganz, bei aller Reichhaltigkeit geschliffen.

Chateau Nakad 2005 (Cabernet/Syrah/Grenache/Merlot 14%/23€) Nach dem EL ein kleiner Schritt zurück, kann aber bestehen. Viel Frucht, Schoko, Mundfüller, geht in Richtung Perseides. Mattschwarze Flasche.


"Comte de M" 2006 Chateau Kefraya (Cabernet/Syrah14% / 40€)  Ein Großer, gilt nach dem Musar als die Nummer 2. Was kann der Comte? Ein Bordeaux im Glas? Ein Großer etwa? Schmelz, Eleganz, Cassis, Süßkirsche, Crema, Rauch, Tabak, Zigarrenkiste, Touch of Magic. Alles drin, mein Favorit des Abends, absoluter Top-Wein.


"Le Souverain" Ksara 2006 (Cabernet/Arinarnoa 13,5% / 45€) Ksara ist DER Klassiker im Libanon, seit 1857 von Jesuiten aufgebaut, 1973 nach einer Entscheidung des Vatikan privatisiert. Großer Betrieb mit insges. 300 Hektar Rebfläche, stetig modernisiert. Liefert sich mit Kefraya stets ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dies ist der Spitzenwein, zum 150. Jahresjubiläum des Traditionsgutes produziert (1857-2007) aus 50% Cabernet Sauvignon und 50% Arinarnoa, einer sehr seltenen Rebsorte (weniger als 120 ha weltweit), einer Kreuzung zwischen Merlot und Petit Verdot. Stoff pur, hochkonzentrierte Granate, die ihren Hedonismus ungehemmt zur Schau stellt. Er wäre der Souverän, sicher. Wenn nicht an diesem Abend in Bonn auch noch die anderen Anwärter auf den Thron in die Gläser gekommen wären.


Aurora Cabernet Franc 2010 13,5% / 35€) Schon zum zweiten Mal verkostet, kommt sehr mitteleuropäisch daher. Waldboden, Trüffel, dunkle Früchte, ein Charakterschluck, sozusagen der Barolo der Verkostung - herrlicher Wein. Aurora ist eine Neugründung, nur 4000 Flaschen werden insgesamt pro Jahr auf 1,4 Hektar erzeugt. "Garagenwein" mit hohem Qualitätsanspruch.



Chateau Musar 1986 (Cabernet/Carignan/Cinsault 86er ca. 100€ / aktueller JG. ca. 30€) Und dann kam er doch noch ins Glas, die Legende. Ein Wein aus dem Libanon, der den Weg in die Gläser leidenschaftlicher Weintrinker planetenweit findet. Aus in 1000 Meter Höhe im Bekaa Tal gereiften Trauben wird er in Beirut in einer im Jahr 1930 gegründeten Kellerei bereitet. In den letzten Jahren habe ich in großen Abständen immer mal wieder einen MUSAR probiert. Manchmal: Enttäuschend, über den Berg, trüb + oxydativ. Meistens aber: Faszinierend, schillernd, - wie dieser herrlich gereifte 1986. Relativ hellfarben, tiefduftig in der Nase, süßwürzige orientalische Noten von getrockneten Früchten, Orangenschale. Nicht dick und aufdringlich, sondern fein und differenziert, der Wein tänzelt, eine insgesamt faszinierende und eigensinnige Aromatik, die viel "Gefühl" freisetzt. Wenn man schon Analogien anstellen will, wäre dies der Burgunder der Probe. Und somit ein würdiger Abschluß.












13.03.2013

Steht noch: Mondavi Napa Zinfandel 1998



Ein Wein für einen 15. Geburtstag aus dem Keller holen, das war die Aufgabe. Einen ´98er, das Geburtsjahr der Tochter. Die soll natürlich einen Schluck abbekommen, der Rest ist dann den anwesenden Weinfreunden vorbehalten. Bordeaux aus dem Jahrgang ist da, aber halt: Warum nicht den Mondavi - Zinfandel? Der muß wohl langsam weg, das Etikett mit dem gerissenen oberen Rand löst sich ja schon ab.

Zinfandel Napa Valley 1998 Mondavi Winery (14,6% /23€) 15 Jahre sind für einen California - Zinfandel eine durchaus lange Reifezeit. Es sind häufig fette Fruchtbomben, extrovertiert und mit viel Schmackes, oft jung so überwältigend, süffig, säure- und gerbstoffarm, daß sie runterlaufen wie Brombeersirup mit Red Bull.

Was soll man da groß reifen und altern lassen? Die Empfehlung lautet hier eigentlich immer: Jung trinken. Damit es nicht in aromatische Peinlichkeit abgleitet. Wer will schon ´nen alten Tattergreis in Lederfransen auf der Harley im Glas. Was kann der geöffnete ´98er also, was bringt er noch? Ein Umstand kommt dem hier aber Wein zugute. Mondavi setzt bei seiner Napa-Linie nicht auf maximale Frucht und Sättigung, sondern versucht, immer eine gewisse Finesse zu bewahren.

Das Programm ist mittlerweile umgestellt worden. Die "gerissenen" Etiketten gibt es nicht mehr. Auch ein Zinfandel taucht bei den normalen Napas und den Reserve Napas nicht mehr auf. Was mich wundert. Denn es scheint mir, daß Zinfandel in Richtung "üppig und voll" aus Kalifornien durchaus eine Renaissance erleben könnte. Dave Phinney mit seinen Orin Swift Weinen ist da so ein Beispiel. Er macht Weine, die in ihrer Aromatik nicht gerade durch Schüchternheit auffallen. The Prisoner, Saldo und Papillon sind hochkonzentrierte und reifesüße Alkoholbomben (klick).

Aber zurück zu Mondavi. Nur noch in der günstigen Zone unter 10€ zinfandelt es noch: Woodbridge Zinfandel und Twin Oaks Zinfandel sind als einfachere Konsumqualitäten in Riesenstückzahlen erhältlich. Aber die sind mit dem verkosteten Napa Zinfandel nicht zu vergleichen. Denn dieser, und das erfordert nicht nur die Dramaturgie dieser kleinen Geschichte, sondern das ist die reine Wahrheit, steht noch sehr ordentlich im Glas. Feiner Rauch strömt, Karamell, warme Reifenoten, im Mund noch überraschend saftig, keineswegs müde. Hat noch reife süße Frucht genug, entwickelt sich mit etwas Luft zu einem schönen Mouthpleaser.


28.02.2013

Südfrankreich - mal zart statt hart...



Der Winter dauert an, er ist angeblich der dunkelste seit Beginn der regelmäßigen Sonnenscheinaufzeichnungen vor über 60 Jahren. Aber alles Klagen hilft nix, man kanns ja ohnehin nicht ändern. Um wenigstens die innere Gemütsverfassung etwas aufzuhellen, bietet sich der Genuß guter Weine an. So kam nach der spanischen "Buttercremetorte" ein weiterer Roter ins Glas. Der präsentierte sich aber in gänzlich anderer Charakteristik.

Jones Rouge 2011 Domaine Jones (Grenache 95%, Carignan 5% / 14,5% / 16€) Katie Jones ist quasi als Neuwinzerin in Südfrankreich tätig. Sie war 17 Jahre für Weinexport und Marketing der großen Mont-Tauch Kooperative zuständig. Die kontrolliert mehr als 50% der gesamten Produktion der gesamten AOC Fitou: 15 Millionen Flaschen Wein per Annum ! Weinbauern, die ihren Rebberg aufgeben wollen oder altersbedingt müssen, gibt es da natürlich immer wieder. Bei 2.7 Hektar, ganz in der Nähe der alten Katahrerfestung Queribus, griff Katie Jones zu. Die Parzellen waren nämlich bestockt mit bis zu 70 Jahre alten Grenachereben. Katie gab ihren sicheren Job im Sommer 2009 auf, im Herbst arbeitete die Domaine Jones schon an ihrem ersten Jahrgang. Seitdem wird in Tuchan in einer kleinen Steingarage im Mikrostil vinifiziert. Der Ort liegt im Bereich der AOC Fitou. Da Katies Trauben jedoch vor allem drüben in der AOC Maury und damit schon im Roussillon wachsen, wird der Wein nicht als Fitou, sondern als IGP Cotes Catalanes deklariert.
Und wie schmeckt er? Nun, Katie Jones schafft es, die Intensität des Südens mit einer gewissen Finesse und Leichtigkeit zu verbinden. Sie sind Musterexemplare des neuen Südstils, wie sie zum Beispiel auch Thomas Teibert mit seiner Domaine Horizon macht. So merkt man dem verkosteten Jones Rouge seine (oder sollte man besser sagen ihre?) 14,5% Alkohol überhaupt nicht an. Im Glas kein Fett, kein barocker Mund- und Backenfüller, sondern ein beinahe kühl wirkendes Konzentrat voller Spannung, minimaler Holzeinsatz. Keine überreife Süße, sehr frisch, es dominiert  die reine  Frucht, Top.

Katie Jones und ihre Weine sind auch in diesem Jahr wieder bei der großen von der Rolf Kaspar GmbH veranstalteten Kulturweinmesse auf der Zeche Zollverein dabei. Für Details bitte hier klicken.







25.02.2013

Le Galantin 2004 - Bandol ist toll...

Blick aufs Meer, der Duft des Südens in der Nase...

Der Winter geht in die Verlängerung, auch Ende Februar sind noch keine Frühlingsboten in Sicht. Was bleibt einem da anderes übrig, als in den Keller zu steigen und sich etwas Wärmendes hochzuholen. Ins Glas damit, auf dass der Geist sich aufhelle...
Die Wahl fiel auf eine Flasche, die schon durch Aufmachung und Herkunft Erinnerungen an viele schöne Sommertage im warmen Süden weckte, ein Bandol. Inmitten des Rosé-Sees in der Provence ist dies eine kleine AOC mit absolut hochklassigen Roten, bei deutschen Weinfreunden immer noch zu wenig beachtet und unterbewertet. Eine liebliche Hügellandschaft, urige Dörfer, Blicke aufs Meer, und Weinberge voller Mourvèdre. Die dickschalige und spät reifende Sorte gibt sich jung gern etwas zickig und spröde. Da wissen die fruchtweichen Weine, die ringsum im Süden Frankreichs auf Basis von Grenache/Syrah erzeugt werden, in ihrer Jugend oft besser zu gefallen. Bandol braucht also Zeit, die Weine profitieren sehr von Alterung. Zudem sind Bandols keine aufgespritzten Bodybuilder, keine plumpen Begeisterer. In der überschaubaren Appellation gibt es keinen zugespitzten Streit zwischen Bewahrern und Erneuerern, man bemüht sich durchweg um seriöse Qualitäten. Sicher gibt es Unterschiede in Qualität und Lagenpotential. Einige Erzeuger setzen auf Einzellagen, da geht es dann auch ins Geld. Doch selbst da bleibt es noch unterhalb von dem, was z. Bsp. heute für Top-Gigondas, geschweige denn für die Spitzen in Chateauneuf aufgerufen wird. Die regulären Gutsweine bleiben unter 20€ und das ist für solch einen Cru ein gutes PL - Verhältnis.

La Galantin Bandol 2004 Domaine Galantin (14,5 %/16€) Der Galantin (95% Mourvèdre) präsentiert sich im 9ten Jahr jetzt in wunderbarer Verfassung. In der Nase offen, er lädt ein, sich ohne Vorbehalte zu nähern. Duftig, feiner Tabakrauch, der mit reifen Waldbeeren und kandierten Veilchen aromatisiert wurde. Im Mund setzt sich das fort, noch sehr viel Frucht, auch Frische, samtig, milde holländische Lakritze mit der feinen Süße von englischem Weingummi, reichhaltig mundfüllend, viel Wärme gebend. Hat Kraft, hält aber auch genug Delikatesse bereit. Dies ist ein Südwein auch für Bordeauxtrinker. - Top.





20.02.2013

Buttercremetorten...



...sind in der Weinszene ja zur Zeit nicht gerade angesagt. Ja, der Genuß von dunkelroten, satten Fruchtbomben scheint geradezu verpönt. Freunde dieser Machart sehen sich stigmatisiert als Anhänger eines überholten Weinstils aus dem letzten Jahrhundert. Aber nicht jeder will dauernd "finessenreiche Kälte" (C.C.) und würzige Mineralik mit wenig Alkohol. Auch im fine-wine Bereich gibt weiterhin viele, die im Glas statt Twiggy gerne auch mal einen schöne Miss Piggy haben möchten. Vielleicht ist das sogar die schweigende Mehrheit? Für diese jetzt mal ein Muster dieser Gattung. Es kam zum Karneval ins Glas, kurz vor Beginn der Fastenzeit...

Locations E 2011 Orin Swift Cellars (14,5% / 19€) Hier ist nix mit Terroir, es handelt sich um eine Cuvée aus "selektionierten Trauben aus den besten Weinregionen Spanien", wie es heißt. Drin sind tatsächlich Grenache aus dem Priorat, Tempranillo aus der Rioja und Carignan aus dem Ribera del Duero. Verbindenes Element ist das große E, man könnte es auch als Länderkennzeichen aufs Auto kleben.
Hinter Orin Swift steht Dave Phinney. In Kalifornien macht er seit einigen Jahren Weine, die in ihrer Aromatik nicht gerade durch Schüchternheit auffallen. The Prisoner, Saldo und Papillon sind hochkonzentrierte reifesüße Alkoholbomben (klick hier + hier). Erstes Projekt in Europa ist der D66 im Roussillon, auch der ist ein ziemliches Geschütz im Glas (hier verkostet). Und auch der E passt in diese Reihe, der Californication - Stil ist unverkennbar. 
Enorme Flasche, sehr viel Glas, schwer, tiefer Boden. Steht blickdicht im Glas, reife satte Fruchtnase, im Mund dann der Schmelz reifer Tannine, dunkelbeerige Fruchtsüße. Mon Cheri Kirsche, das volle Programm.
Wie gesagt, nichts für Mineraliktrinker. Die müssen ja auch nicht zugreifen. Doch bitte ein Appell an die Toleranz - laßt uns auch solche Rotweinbömbchen weiterhin genießen...




04.02.2013

Hugenpoet Rundgang 2013



Anders als der Betriebsname Vino Grande vermuten läßt, ist das Ladengeschäft von Thomas Kierdorf in Essen-Rüttenscheid eher klein, verkostet wird in einem gemütlichen Hinterzimmer. Viel Stammkundschaft trifft sich da, Leute mit "Weinabitur" und elaboriertem Geschmack. Das Motto ist hier klein aber fein.
Einmal im Jahr, im kalten Januar, verlagert sich aber das Geschehen, dann gibt es wirklich Vino Grande. Im Schloßhotel Hugenpoet, einer edlen von Wassergräben umsäumten Anlage in den Ruhrauen zwischen Essen Kettwig und Mülheim, inszeniert Kierdorf seine Hausmesse. Das ist jedesmal großes Weinkino, die Veranstaltung ist das Gegenteil von Beliebigkeit. Man will es hier nicht jedem recht machen. Wer auf der Suche ist nach Bordeaux, Burgund oder dem neuesten "Parker-Spanier" für 7€ oder gar Übeersee ist hier falsch, das kommt alles nicht vor.
Den Schwerpunkt der Qualitäts- und Geschmacksvorstellungen von Thomas Kierdorf bilden deutsche Rieslinge und Weine aus Österreich, dazu etwas Iberien und Südfrankreich. Eine solche Ausrichtung mit deutlicher Handschrift ist nicht ohne Risiko. Die Weine müßen erklärt werden, lautes Anpreisen, Schnäppchenangebote, Prahlerei mit Punkten und dergleichen passen hier nicht ins Konzept. Doch auch vornehmes Undersatement mobilisiert die Fans, wenngleich mir in diesem Jahr mehr Platz in den Räumen und an den Probentischen zu sein schien...


Hugenpoet: Genießer und Weindeuter (links) mit Rolli und Zaltoglas...

36 Weingüter mit 250 offenen Flaschen verteilten sich in den ehrwürdigen Salons des Hauses, Drinkers Paradise. Alles probieren geht natürlich nicht, hier ein paar Schlaglichter des Rundgangs, ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit. Zunächst Rieslingklassik von Mosel/Saar und weiteren Weißweinwonnen...

Van Volxem gewohnt stark, Dominik Völk präsentiert 2011 Scharzhofberger und 2011 Altenberg Alte Reben: Herrliche Verbindung von reichhaltiger, cremiger und gaumenfrischer Frucht und solidem Schieferfundament. Top.
Gegenüber Clemens Busch, die Pündericher zeigen die verschiedenen 2011er aus ihrer Toplage Marienburg. Anderer Stil, kompromisslos trocken, pure Mineralik, druckvoll, männliche Mundfüller, brauchen Zeit.
Leichter und im Kontrast fast erholsam kommt danach Heymann-Löwenstein in die aufnahmebereiten Gläser. Röttgen und Uhlen scheinen ganz von der weichen, sehr zugänglichen Frucht getragen.
Großes Tennis dann aus der Pfalz, aus Deidesheim. Stephan Atmann (Von Winning) erklärt intensiv, schenkt freudig ein und alles schmeckt einfach enorm gut. 2011er Langenmorgen und Pechstein sind Rieslinge am Anschlag, volle Konzentration, saftige Frucht, viel Exotik drin, mitreißend, Lustmacher pur. Überraschung dann die Sauvignon-Blancs. Eine Mode in der Pfalz? Egal, die drei Sauvignons I, II und 500 sind sensationell, werden hier nochmal gesondert vorgestellt...
Fehlt noch Chardonnay. Und da steht natürlich wieder Karlheinz Milch aus Monsheim aus Rheinhessen bereit, der sich auf diese Rebsorte spezialisiert hat. Ein eher ruhiger Winzer, er läßt seine Weine für sich sprechen. Und die befriedigen sehr, vom Einsteiger Kalkstein für unter 8€ über den Blauarsch bis zum XXL für 25€. Die müßte man mal direkt gegen Burgund stellen...



Im Obergeschoß geht es ohne Umschweife zu Terroir al Limit, Priorat extrem. Preislich, wie auch aromatisch sind diese Weine nicht unumstritten. Torsten Hammer ("The Priorat-Guide") beklagte sich bei einer früheren Verkostung mal über allzu knapp bemessene Probenschlückchen von Dominik Huber, die ein reguläres Verkosten kaum zuliessen. Aber auch jenseits solcher Anekdoten polarisieren diese Weine die Prioratgemeinde. Man strebt hier Finesse an. Die auf den Schieferböden des Priorat intensiv-kräftige Grenache wird gebändigt, sozusagen "burgundisiert". 
Wiederum ein Kontrast dann die Weine der Domaine Horizon aus dem Roussillon, neu im Programm bei Vino Grande. Thomas Teibert ist ein barock-salopper Typ mit roter Hose und Hosenträger und macht Wein im Hinterland von Perpignan. Irgendwie fällt mir da sofort Gerard Gauby ein. Der kommt ja auch aus Calce und sieht auf Fotos immer ähnlich aus. Und tatsächlich gibt es eine, sogar sehr enge Verbindung: Teibert und die Tochter von Gauby haben ein gemeinsames Kind...



Nun, die Teibertschen Reben haben Meerblick, deshalb der "Horizont." Preislich sind die Weine nicht schüchtern kalkuliert, schon der rote Einsteiger Esprit de l ´Horizon kostet 19,50€. Für den Domaine de l ´Horizon werden 33€ fällig. Beide sind aber top, der neue Südstil ohne Überkonzentration, haben delikate Frucht, trotzdem natürlich genug satte Sinnlichkeit und Schmelz, sehr gut.

Dann Österreich, ein Schwerpunkt von Thomas Kierdorf. Dorli Muhr und Fritz Wieninger nebst ihren Weinen glänzten diesmal durch Abwesenheit. Eine feste Größe auf Hugenpoet ist aber Margarethe Triebaumer. Ihr Ried Mariental (2010) repräsentiert den sehr straighten Blaufränkisch-Stil. Der erfährt seine Klasse durch fokussierte kühle Frucht und Mineralik, wenig Holz, großer Wein für Medoc-Freaks. Mehr Wonne und Wärme dann bei Hans Nittnaus, auch aus dem Burgenland. Der Erfinder des Pannobile-Konzepts schenkte seinen 2010er Pannobile allerdings aus halben Flaschen aus, die reguläre Größe ist ausverkauft. Satte Kirsche, Vanille, reichhaltig, Top-Wein.

Eine Legende zum Schluß, im roten Salon präsentieren in absolut bescheidener Weise René Barbier und seine Frau Isabelle ihre Flaschen. Auch wer vom Priorat keine Ahnung hat - Clos Mogador kennt jeder. Einer der Begründer des neuen Priorat, Trendsetzer und bis heute Qualitätsmotor für die Region. Clos Mogador 2010 aber auch ´05er und ´08er Manyetes zeigten Größe, reichhaltige, dunkle Weine mit Tiefgang.



Was noch? Der Rest ist Schweigen. Sicher kamen noch einige weitere mouth-pleaser ins Glas. Aber unter uns, Hugenpoet ist auch mal einfach sinnlicher Genuß, ohne dauernde Analyse und Verkostungsnotizen. Besser als hier retrospektiv nachzulesen ist auf jeden Fall ein wirklicher Besuch. Nächste Chance also Januar 2014...

Zur Hugenpoet Probe auch hier bei Genußbereit (klick)








Hier die komplette Winzerliste


Sekthaus Raumland, Flörsheim-Dalsheim, Rheinhessen
Weingut Schloss Lieser, Lieser, Mosel
Weingut Pauly, Lieser, Mosel
Weingut Markus Molitor, Zeltingen, Mosel
Weingut Heymann-Löwenstein, Winningen, Mosel
Weingut Van Volxem, Wiltingen, Saar
Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken, Saarburg, Saar
Weingut Hermann Dönnhoff, Oberhausen an der Nahe
Weingut Johann Baptist Schäfer, Burg Layen, Nahe
Weingut Battenfeld-Spanier, Hohen-Sülzen, Rheinhessen
Weingut Kühling-Gillot, Bodenheim, Rheinhessen
Weingut Wittmann, Westhofen, Rheinhessen
Weingut Milch, Monsheim, Rheinhessen
Weingut Von Winning, Deidesheim, Pfalz
Weingut Jürgen Leiner, Ilbesheim, Pfalz
Weingut Zehnthof - Luckert, Sulzfeld, Franken
Weingut Schloss Gobelsburg, Gobelsburg, Kamptal
Weingut Kurt Angerer, Lengenfeld, Kamptal
Weingut Franz Proidl, Senftenberg, Kremstal
Weingut Knoll, Dürnstein, Wachau
Weingut Anita & Hans Nittnaus, Gols, Burgenland
Weingut Kollwentz, Großhöflein, Burgenland
Weingut Wenzel, Rust, Neusiedlersee
Weingut Ernst Triebaumer, Rust, Neusiedlersee
De Sousa & Fils, Avize, Champagne
Domaine de l´Horizon, Calce, Roussillon
Domaine Matassa, Calce, Roussillon
Celler de Capçanes, Capçanes, Montsant
Cava Gramona, Sant Sadurní d'Anoia, Penedes
Clos Mogador, Grattalops, Priorat
Terroir al Limit, Torroja del Priorat
Azienda Agricola Vigna Rionda di Massolino, Serralunga d´ Alba, Piemont
Marchesi Mazzei, Castellina in Chianti, Toscana
Niepoort Vinhos, Quinta de Napoles, Douro
Obstkellerei van Nahmen, Hamminkeln, Niederrhein