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11.03.2012

Wein auf Zollverein

Eine Highlight - Verkostung bei Katie Jones : Finessenreiche, in handwerklicher Kleinproduktion erzeugte Weiße und Rote aus dem östlichen Languedoc. Mehr dazu hier (klick).

März, der Marathonmonat für Weinfreaks. Auf der Prowein wird verkostet als gäbe es kein Morgen. Der Markt ist riesig, unübersichtlich, es herrscht Überfluß, Suff total. Manchmal fragt man sich, wer das eigentlich alles trinken soll. Aber vielleicht sind solche Überlegungen auf einem Weinblog gar nicht angebracht. Also nimmt auch der Weindeuter das Probenglas zur Hand und läßt sich einschenken. Schon am Vorabend der Prowein auf der Hausmesse von Rolf Kaspar in der Zeche Zollverein in Essen gab es interessante Gewächse "satt".

Zum Einstieg was frisches: "Gemischter Satz Riesling Gewürztraminer"  von Kühling - Gillot. Die beiden Rebsorten wachsen einträchtig im Pettental am Roten Hang nebeneinander. Duftig, milde Säure, süffig...(13,95€)

Dann ein "Gegenschluck", der Silvaner Kabinett 2011 Weingut Roth im fränkischen Wiesenbronn: Würze, Erde, Kreide, Kraft im Mund (7,50€).

Mit Piratentuch auf dem Kopf schenkt Andreas Engelmann vom Schloßgut Ebringen / Baden aus, die haben einen leckeren  Sauvignon Blanc im Programm: Reife Stachelbeere, international, ein Gefallschluck, gut (11,50€).

Der Einstieg in die rote Phalanx dann Mallorca. Castell Miquel gehört dem Pharmaunternehmer Michael Popp ("Sinupret") Auf der Homepage werden besonderes die gesundheitsförderneden Wirkungen herausgestellt („Trinke Wein und du wirst gesund sein“). Aus der Reihe Stairway to Heaven kam der dichte Syrah und der offenere feinere Cabernet ins Glas (je 21,90€).


Am Tisch daneben stehen die Pompaelos. Unter diesem Label produzieren und vertreiben Björn Steinemann und einige Freunde Weine aus dem Navarra. Die Pompaelo Crianza 2007 aus Cabernet-Sauvignon, Tempranillo und Merlot für preisfreundliche 8,95€ ist kein Weichspüler, hat Würze.



Direkt daneben Norrel Robertson, Master of Wine mit Sitz in Spanien. Der ist Schotte und bekannt als “El Escocés Volante” (The Flying Scotsman). Er präsentiert seine Weine aus der D.O. Calatayud: El Puno (Garnacha) und Dos Dedos De Frente (Syrah,Viognier). Karge Böden, extreme Höhenlage alte Rebstöcke sind hier das Rezept. Beides keine Schmeichler, kernig-kleinbeerige Frucht, kühle Mineralik, nicht fett, viel Tiefe (19€ / 21€).


Zum Abschluß was aus der Heimat - und das ist alles andere als schlecht. Peter Kriechels Früh- und Spätburgunder von der Ahr setzen einen schönen Aromenakkord. Der Walporzheimer Kräuterberg 2009 (29,95€) ist ein in jeder Hinsicht großzügiges, warmduftiges, fruchtweiches und rauchiges Muster.

Zur Probe auch hier bei Genußbereit (klick)

15.05.2010

Zweimal "Weiß" zum Spargel...


...aus sehr unterschiedlichen Weinregionen dieser Erde, die aber dann doch recht ähnlich schmeckten - auch als  Resultat einer modernen, auf Frische orientierten Weinbereitung. Beides keine Weine für Proben unter Weinfreaks, über die man länger reden kann oder muß, unkompliziete Tischweine also:
  • Silvaner 2008 der Winzervereinigung Freyburg/Saale-Unstrut (7,99€). Ein Wein aus dem nördlichsten deutschen Anbaugebiet, neben den Elbweinen aus Meißen und Dresden das zweite "aus dem Osten". Insgesamt gibt es nur 660 ha Rebfläche dort, von denen allein die 500 Weinbauern der Genossenschaft schon die Hälfte bewirtschaften. Der Silvaner ist eher ein unauffälliger Vertreter, hat nichts von der Erdigkeit und Würze so mancher Franken, sondern begleitet das Geschehen am und auf dem Tisch mit einer leichten, säurearmen und  frischen Art (in diesem Fall grünen Spargel/ Fisch/Serranoschinken). 
  • Sauvignon Blanc Grande Cuvée 2008 von Boschendal (Western Cape/Südafrika). Allein dort werden (gegr. 1685 !) ca. 250 ha Rebfläche bewirtschaftet. Auch diese Flasche ist kein Charakterspieler: Typische Sauvignon-Blanc-Zitrusnote, saftige Limette, mittlerer Körper, von Barriquereife ist nix zu spüren, mit 13,5% etwas mehr Alkohol. Ein auf unkomplizierte frische Trinkbarkeit hin orientierter Wein, mit etwas mehr Wumms als der Ostdeutsche, zum würzigeren zweiten Teil des Menüs also gerade recht (Schweinfilet, Spargel, Schwarzwälder Schinken und Bärlauchpesto). Ca. 10€, z. Bsp. hier.