18.04.2010

Die Frankreichprobe...


Chateauneuf du Pape statt Veltins: Manni Breukmann und Karl Richter

...in der Weinzeche Essen war (natürlich) wieder ganz mein Geschmack, denn Frankreich meint dort in der Hauptsache den Süden des Landes, das sonnenverwöhnte Midi. Und da ist die Kollektion wirklich klasse, schon im Einstiegsbereich. Für eine gelungene Ladenprobe ist aber noch was anderes wichtig: Atmosphäre und lockere Stimmung. Und da punktet die Zeche nicht nur mit dem schönen Raum, der ehemaligen Turbinenhalle der "Zeche Bonifacius", sondern auch durch die regelmäßige Anwesenheit von Winzern und Händlern. Weinprofis mit Rebenabitur lockt das genauso an, wie alle, die einfach nur "lecker Wein" suchen. Außerdem gut ist der Grillstand von Metzger Müller aus Wattenscheid und natürlich Weinzechenweinchef Karl Richter, der seine Geschäftstätigkeit mit einer unaufgeregten Lockerheit betreibt. Höhepunkte am Samstag: Eine Chateauneuf-du-Pape Probe mit Manni Breukmann, der den Rebensaft offenbar mehr schätzt als das Veltins auf Schalke und eine Fahrt mit dem Gabelstapler mitten durch die Probe (Fotos oben). Und die Zeche ist immer für Kuriositäten gut. Nach dem Wasser zum Wein vom letzten mal, gab es jetzt Rebholz im Sack zum Grillen (Rebenglut 2,5 Kg für 9,90) und am Grillstand Soßen aus der Bergkamener Chutney Manufaktur !
Zu den Weinen. Es gab über 100, hier nur ein paar herausgepickt:
  • Alle Weine  von La Ferme du Mont, südliche Rhone, schon der einfache "Premiere Cote" 2007 für 7,50€ ein fruchtwürziger Genuß.
  • Für den gleichen Preis auch ein sicherer Genußkauf: Der einfache "Seguret" aus der Selection Laurence Ferraud (Dom.Pegau)
  • "Notre Dame des Pallieres" 2007, für 14€  ein Top-Gigondas: Viel Duft und Schmelz !
  • "Le Claux" 2008, ein Lagen-Gigondas von Saint Cosme (39€) maskuline Würze, ein fokussierter "Weinstrahl".
  • "La Colliere" 2008 Cote du Rhone für 9,90€, rauchig, speckig, dicht.
  • Die beiden Top-Weine von La Grange, Reserve Castalides und Edition Castalides, solide Syrah-Languedocs.
  • "Terres des Agence" 2006 (17,90€) vom Chateau Paradis aus der Provence: Auf Cabernet-Basis, großer Wein. Der junge Winzer Francois Tissot hat noch viel vor, hat gerade Mourvedre gepflanzt, die Stöcke brauchen aber noch 10 Jahre.
  • "Maelma" 2001 von Chateau Capitoul, La Clape. Der perfekt deutsch sprechende Charles Mock war selbst da, der Wein war klasse, tänzelnd zwischen Reife und noch deutlich vorhandener Frucht.
    Woraus läuft alles hinaus, wenn es um Weine aus dem Midi geht? Chateauneuf du Pape:
  • Einer, der so schmeckt, aber als Cote du Rhone läuft ist die "Réserve" 2007 von Clos du Caillou (28,50€).
  • Clos Saint Jean 2007 Ch9dP, satte, süßweiche Grenachebombe.
  • Dom. du Pegau, die "normale" Cuvée Reserveé" 2007 (49€), ein dichtgebundener exotischer Blumenstrauß mit Trockenfrüchten, ungemein duftig, tänzelnd, aber auch mit viel Alkoholbrand am Ende (die 2007er Chateauneufs haben ja häufig einen über den angegeben Wert hinausgehenden Alkoholüberhang, 15% + X).
  • Verblüffend der Kontrast zur 100 PP Cuvée "Da Capo" (250€ !) aus gleichem Hause: weniger "Muckis", fast frisch wirkend im Mund, konzentrierte Trinkseide. Esoterischer Wein.
    So, das muß als Gaumenlyrik reichen, probiert selber - wie gesagt, es lohnt sich auch und gerade schon bei den "Kleineren".
    Nach den ganzen konzentrierten Roten waren dann die Weine vom Weingut Von Racknitz von der Nahe wohltuend für den Gaumen. Luise von Racknitz ("die Nahe war ja mal französisch besetzt") hielt auf der Frankreichprobe die deutsche Riesling-Fahne hoch. Moderat im Alkohol, trotzdem intensiv, salzig-mineralisch der "Schlossböckelheimer Königfels" 2007 (15€).

    "Da Capo" & Co., Racknitz-Riesling, Rebenglut und Chutney aus Bergkamen 

    Kommentare:

    1. Ach, da wäre der Genießer bestimmt gern dabei gewesen, allein, er musste für Mama Graupensuppe kochen. Wer weiß, wie lang das noch geht.
      Den Gourmet Manni Breuckmann hat der Genießer bereits vor über 15 Jahren kennen gelernt. Da hatte der Radiomoderator die Verleihung des Henriette-Davidis-Preises moderiert, und der Genießer durfte mitessen.

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    2. Da hatte ich als 100ste oder so einen kleinen Preis abgestaubt. Ein Kochbuch von Henriette Davidis.

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