10.01.2010

Weinland Polen



Vor einigen Tagen hatte ich ja einen roten Polen im Glas, der gar nicht schlecht geschmeckt hat:
Novum Rondo 2008 der Winnica Nad Dworskim Potokiem, ein Weinbaubetrieb der zweitältesten Universität Mitteleuropas, der Uniwersytet Jagiellonski aus Krakau. Sehr intensive Farbe, ins lila gehend, fester, erdiger Duft, im Mund dann eher schlank mit frischer, den angenehmen Trinkfluss nicht störender Säure.
Einem (Vor)urteil nach, wird ja in Polen gern und viel getrunken, am liebsten in Gesellschaft. Wodka natürlich, aber auch Bier und, wer hätte das gedacht, Wein.
Im Mittelalter reichte der ostdeutsche Weinbau bis Pommern und Ostpreußen, maximal waren es rund 4.000 Hektar Rebflächen. Rund 50 Kilometer entfernt von Zielona Góra (Grünberg) im westpolnischen Schlesien errichteten Mönche des Klasztor Paradyż (Kloster Pardies) um 1250 die ersten Weinberge. Im 19. Jahrhundert betrug die Rebfläche zumeist in der Nähe von Klöstern noch rund 1.400 Hektar. Nach einem Neubeginn in den 90ern sind es heute ca. 300 Hektar. Sie werden von rund 400 Winzern mit oft kleinsten Flächen bewirtschaftet. Bestrebungen diese zu erweitern, standen bis vor kurzem noch rechtliche Hindernisse im Weg, doch auch hier tut sich die schöne neuen Weinwelt auf - Polen will und kann mehr: Bei der EU wurde das Pflanzrecht für 100.000 Hektar Rebflächen beantragt. Das entspricht der gesamten heutigen deutschen Anbaufläche. Auf der Karte unten sind einige größere Weingüter verzeichnet, eines auch auf der Höhe von Warschau.


Weitere Links zum Wein aus Polen:


Kommentare:

  1. Das ist dann ja das nördlichste Weinland. Die südlichen Weingüter sind auf der Höhe des Rheingaus.

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  2. Wer hätte das gedacht, die Popolskies als Weinmacher? Mir ist das neu.

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