23.03.2009

Chateau Rayas 2003...




...gab es am Samstag im Rahmen der Frankreichprobe in der Weinzeche in Essen zu probieren !
Rayas (bei der großen Ch9dP Probe von Uwe Bende in Bochum nicht dabei) ist eine der großen Legenden der Weinwelt: Der Grenachegigant aus Chateauneuf du Pape, den man nicht oft vor die Flinte bekommt.
Weltweiter Nachfrage steht eine sehr geringe Produktion gegenüber. Durch die knappe Verfügbarkeit und eine gewisse Abschottung der Winzer umgibt das Weingut der Familie Reynaud eine geheimnisvolle Aura.

Hier sind gute Informationen und hier Bilder vom Winzer.
Besonderheiten von Rayas:
  • kein Rebsortenverschnitt, sondern 100 % Grenache noir
  • sandige Böden, aus denen die berühmten wärmespeichernden Kiesel entfernt wurden
  • extrem geringe Erträge pro Hektar + alte Reben
  • Weinbereitung sehr traditionell, kompletter Versicht auf "Technik"
Wie schmeckt er ? Anders ! Gerade im Kontrast zu gleichzeitig probierten Chateauneufs der Blockbuster-Riege kein schwerer Würzbomber, sonder fein und seidig, schon in der Farbe recht hell. In der Nase leicht oxydativer, süßer "hellroter" Duft wie kleine Walderdbeeren, sehr verlockend. Im Mund dann total einnehmend, sehr füllend, ein reiner süßer Balsam. Frucht, Würze, Gerbstoffe laufen ziemlich elegant auf einer Spur, und das noch lange nach dem Schlucken...
Irgendwie hatte ich plötzlich eine Geschmackserinnerung an eine besonders gute Flasche des Chateau Musar, jenem berühmten libanesischen Roten aus dem Bekaa Tal. Davon hab ich noch was, probier ihn Samstag mal + berichte dann.


Kommentare:

  1. Es ist schon toll, wei man sich im Ruhrgebeit über Wein formieren kann und welche Raritäten man zu trinken bekommt.
    Aber, lieber Weindeuter, verrate doch mal, wie man einen Chateau Rayas "vor die Flinte bekommt". Handelt es sich dabei um einen verkleideten Feldhasen oder um ein getarntes Wildschwein?

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  2. "...wohl eher ein edler Wildfasan ist der feine Rayas, zumindest könnte er zu einem solchen gut schmecken !" Weindeuter gen. "Weinjäger"

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  3. "Eines Tages fragte ich Marchais: 'Was habt ihr eigentlich vor, wenn ihr an die Macht kommt?' Er antwortete: 'Wir werden eine Reihe von Banken und großen Unternehmen verstaatlichen.' Gut, sagte ich ihm, aber kommt bloß nicht auf die Idee, die Landwirtschaft zu verstaatlichen. Lasst die Kleinbauern in Ruhe, rührt sie nicht an, sonst könnt ihr dem guten Wein, dem fantastischen Käse und der ausgezeichenten Foie gras Adieu sagen." - Fidel Castro (in: "Mein Leben", Gespräche mit Ignacio Ramonet, Berlin 2008, S. 564)
    George Marchais war von 1972 - 1994 Generalsekretär der PCF

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