26.02.2009

Chateauneuf duPape...



...in Bochum. Immerhin 134 Weine (Jahrgänge zw. ´95 bis ´07) von 68 Weingütern können am Sonntag, 1. März, in Bochum probiert werden. 4 Stunden lang wird zwischen 14 und 18 Uhr geschnüffelt, gesüffelt und bewertet.
Für Freunde reichhaltiger, intensiver Vollweine mit Schmelz und Charakter ein Pflichttermin ! Weinhedonisten auf nach Bochum -Chateauneufhauptstadt für ein Wochenende.

22.02.2009

Chateauneuf du Pape

Ein kleiner Film über den Weinbau und die Weine aus Ch9dP.
Ist schon etwas älter - der Ton auch etwas schräg: Trotzdem viel Spaß mit meiner Huldigung an die edlen Weine von der südlichen Rhone. 
Eine große Probe zum Thema findet am 1.März in Bochum statt, siehe Terminlink... 


15.02.2009

Die große Italien Probe...




...im Mövenpick Weinland bot die Gelegenheit, Italiener zwischen Südtirol und Sizilien in dichter Abfolge zu probieren. Nach vielen Franzosen und Iberern machte es Spaß, sich mal wieder geballt den Weinaromen des Stiefels zu widmen. Zwei Klassiker spielen immer noch die Hauptrolle: Toskana und Piemont !
 
Der Brunello, der "schöne Dunkle" aus Montalcino südwestlich von Florenz, war der erste mit hohem Aufwand und Anspruch gemachte Wein aus der Sangiovese Traube, zu einer Zeit, als der Chianti nur der einfache Massentrunk aus der Bastflasche war. Brunello di Montalcino war auch bei deutschen Weinfreaks sehr in Mode, noch vor den Weinen aus dem Languedoc und Nordspanien.
Der Il Poggione 2003 überzeugt spontan: Dunkle Früchte , Tabak und Zartbitterschoko, im Mund der volle Körper mit kräftigen aber sehr "offenen" Gerbstoffen verführen den Freund kräftiger Aromen.

Ein ganz anderes Lied singen Barolo und Barbaresco aus dem Piemont: Feinheit, Finesse, Transparenz - die  norditalienischen Edelmänner aus der Nebbiolo - Traube erstrahlen in herbstlicher Strenge.
Der Barbaresco Riserva "Santo Stefana di Neive" 1998 von Bruno Giacosa war für seine gut 10 Jahre schon ziemlich reif, schien schon sehr entwickelt: Deutlich helles Orange am Rand, offene reife Pflaumennase, wirkte leicht, seidig, feinwürzig, natürlich kein dicker "Mundfüller" wie der Brunello, eher eine Gesamtaromtik für Burgundertrinker. Der für einen "Großen" relativ knappe Abgang und der am Limit liegende Reifezustand ließen natürlich angesichts des Verkaufspreises von 121€ einige Fragen offen.

(Il Poggione 2003 Brunelli di Montalcino  Tenuta il Poggione 28,90 €)
(Santo Stefano di Neive 1998 Barbaresco Riserva  Bruno Giacosa 121 €)

 

12.02.2009

Deutsche Rote kommen...


...bei verdeckten Proben immer mehr an, hier mal keine Spätburgunder, sondern Cabernets und Merlots - in Deutschland immer noch Exoten.
Die "Piraten" waren Opus One aus Kalifornien und Mouton Rothschild aus Bordeaux, letzterer JG 2004 mit einem Bild von Prinz Charles auf dem Etikett.

10.02.2009

(Wein)party - 5 Rote !


Eine größere Zusammenkunft am Wochenende bot die Möglichkeit, mal einige Flaschen nebeneinander zu probieren, eher Party als aufwändige Weinprobe – nicht nur Weinfreaks konnten so einbezogen werden, was für eine Beurteilung ja auch von Vorteil sein kann…
  • SABOR REAL 2006 war der Einstieg, intensive sehr fruchtbetonte Nase, Würze und Kraft im Mund, durchaus kein weicher Schmeichler, trotzdem sehr „trinkig“, durch die zugängliche Frucht angenehm gebremste Gerbstoffe. Ein Discountwein von Plus, „geadelt“ durch 90 Parkerpunkte, durchaus mit Charakter.
  • Auch der zweite war ein Spanier, BALTHASAR GRACIAN 2006, ein Garnacha aus alten Reben (vinas viejas). Feinere, zartere Nase, wirkte insgesamt weniger breit, aber nicht weniger intensiv. Im Gegenteil: Kleine reife rote Beeren im Duft, der Mund mineralischer und kühler, alles irgendwie fokussierter, wie auf das Wesentliche scharfgestellt.
  • Dann kam REGAIN 2006 vom Mont Ventoux, schon unten ausführlich vorgestellt. Im Vergleich zum Balthasar wärmer schon in der Nase, im Mund dann baut sich der Aromen-und Alkoholberg auf, viel Körper, Druck und Dichte – eine (Alkohol)bombe. Das Dickschiff am Tisch mit viel Präsenz. 
  • Nr. 4 dann wieder einer von der ibereischen Halbinsel, jedoch ein Portugiese: PORTA DE CALADA 2003. Auch hier 15% Alkohol, jedoch ganz anders präsentiert. Seidige Noten in der Nase, Schoko, Erdbeer, im Mund nicht dick, eher tänzelnd mit angenehmem Süß-Säure-Spiel. Auch warm und voll, dabei elegenter als Vindemio. Die leichte Reife des 2003ers ist hier positiv.
  • Schließlich VINA CLAUDA 2002, ein Spanier eines bekannten spanischen (Kult)winzers. Zusammengefasst: Gegen die „Claudia“ waren alle 4 davor, trotz aller Unterschiede, rustikale Bauernburschen. Sehr seidiger, balsamischer Duft, eine weiche süße reife Spur ziehend, Schokokirsche, cremig, vanillig, dabei aber nicht aufdringlich sondern elegant und fein. Viel reife, klassische spanische Tempranillo–Aromatik, viel Wein für den Flaschenpreis von 9,95.
Fazit: Alle Weine hatten eigenen Charakter, waren durch ihre unkomplizierte Zugänglichkeit (wein)partytauglich, boten aber auch dem Weinfreak genug differenzierten Genuß und Gesprächsstoff.

Sabor Real 2006 Bodegas Campina / Toro-Spanien / Plus Discount 5,99€
Baltasar Gracian 2006 Bodegas San Alejandro / Calatyud-Spanien / C+D Weinhandel 7,50€Regain 2006 Domaine Vindemio / Mont Ventoux-Frankreich Mövenpick Weinland 5,90e statt 8,50€Porta de Calada 2003 Herdade da Calada / Alentejo-Portugal / Feinkostladen in NL 9,80€Vina Claudia 2002 Dehesa La Granja / Zamora-Spanien Mövenpick Weinland 9,95€

05.02.2009

Gute Nachricht für männliche Weintrinker...


...und natürlich auch für ihre Lebenspartner/innen:

Alkohol geht doch nicht auf die Potenz - nur moderater Konsum versteht sich !



Moderate Drinking Linked to Lower Levels of Erectile Dysfunction

The results of a recent study may lift the spirits of men who drink in moderate amounts. Researchers in Western Australia have found, after analyzing a survey of men, that erectile dysfunction is not linked to one's drinking habits. This may come as a surprise to many, since alcohol has been considered a cause of male impotence for centuries.

Regain - schwerer Junge vom Ventoux


Nicht die Supermarktflaschen, in Riesenmenge möglichst massenkompatibel vom Großabfüller hergestellt, reizen den Weinfreund, sondern Weine, die Charakter haben, möglichst in überschaubarer Menge von handwerklich arbeitenden Winzern erzeugt.
Ist das auch im preislichen Alltagsbereich bis 10€ möglich ?
Geöffnet war der Regain 2006 von der Domaine Vindemio aus Südfrankreich, geanuer aus dem Bereich um den Mont Ventoux in der Provence, die Weine dort zählen zum Anbaugebiet südliche Rhone.
Ein ziemlicher Klotz steht da im Glas, in der Nase kein Duftikus – etwas verhaltene dunkle Aromen von Rumtopf und Lakritze, wirkt „schwer“. Im Mund dann dichte Textur, füllt den Gaumen komplett aus, macht sich mit Würzaromen breit. Recht spicy, aber auch hot, und das kommt vom Alkohol - 15 %  sind da schon eine Hausnummer. Eine spezielle Geschichte also für Leute, die vor Kraft im Wein nicht zurückschrecken. Ich lasse mich hier sehr gerne darauf ein, weil es typisch ist für solche Gewächse aus dem heißen Süden. Die Sonne lässt die Trauben vollreif und konzentriert werden - wenig Wasser viel Geschmack. Ein Wein ohne Tricks und Manipulation aus biologischem Anbau, die Homepage der Winzer ist leider bislang nur ein Rudiment.
p.s. Am zweiten Tag war die zweite Hälfte des REGAIN weicher, zugänglicher, einfach „süffiger“, ein Zeichen dafür, dass etwas Luft solchen Dickschiffen gut tut.

(REGAIN 2006 Domaine Vindemio / Cotes du Ventoux  70%Grenache, 30%Syrah Mövenpick Weinland 5,90€ statt 8,50€)

03.02.2009

coming soon...

Probiert: Ein handwerklich erzeugter, jedoch alkohollastiger Winzerwein vom Mont Ventoux in der Provence, wo schon Tom Simpson 1967 bei 45 Grad im Schatten mit zu wenig Wasser und zuviel Congac und Amphetaminen auf seinem Rennrad einfach gestorben ist.
Außerdem noch: Dunkelrot, dicht, süß, mit 20 % Alkoholgehalt, benannt nach einer Stadt im Süden...

Charme und Robustus - zwei noble Portugiesen


Ein spannender Weinprobentermin im Hinterzimmer einer 2-Raum Weinhandlung in Essen (Vino Grande), versammelt war eine kleine elaborierte Herrenrunde, eine Art After-Work-Weinklub. Und es gab entsprechenden „Stoff“. Nicht von der (ein)gängigen Sorte, sondern seriöse „Debattierweine“.
Alles lief auf 2 Portugiesen zu, zwei mächtige Flaschen aus dem Hause Niepoort für je 67€. Niepoort - ein traditionelles Portweinhaus, vor 167 Jahren von Niederländern gegründet und noch immer in Familienbesitz, daß auch seit einiger Zeit herausragende „Normalweine“ erzeugt.

Charme 2006 polarisierte die Runde, sehr hell in der Farbe, zarte florale Nase, im Mund weich, transparent, auf der Zunge tänzelnd. Das Wort Burgund fiel, ja er hatte einen Pinot - Touch, ja - er war differenziert, ja - man konnte so einiges erschmecken, dennoch: Niepoorts Charmeur war für mich etwas zu elegant und weich, ein edel gekleidetes Modell. Wie früher Claudia Schiffer, teuer - aber auch etwas langweilig.

Robustus 2004 machte da schon etwas mehr Druck, dunkler, würziger in der Nase, schwarze Schokolade, Noten vom Barrique, jedoch auch kein „Dickschiff“, kein „Fruchtmonster“ , Säure und Tannine machten den Wein lebendig. „Serious stuff“ gewiss - trotzdem wurde angesichts des Preises nachgefragt und so einiges in den Raum gestellt: „Kommt die Länge von der Säure oder von der Frucht ???“ war so ein Kommentar.

Weindeuters Verdict: Differenzierte sinnliche Gewächse, die Raum für endlose Debatten bieten, so wie ein Stück von Pina Bausch - nicht jedermanns Sache…

Reverendo - "Hochwürden" aus dem Navarra



Wein ! Kein anderes für den menschlichen Verzehr gemachte Lebensmittel/Genußerzeugnis hat eine solche Spanne im Verkaufspreis. Eine 0,75 Flasche gibt es für 79 Cent, aber auch für über 10.000 Euro…

Aber wo fängt der wirkliche Genuß an ? Zur Zeit gibt es die sogenannte 5€ Debatte: Für diesen Betrag und darunter gibt es nur Wirkung aber keinen Genuss - so die These.

Gegenbeweise wurden schon einige geführt, natürlich auch von Weinhändlern, die ihre günstigen Flaschen in ein falsches Licht gerückt sahen.

Ein Beispiel für ein durchaus differenziertes Geschmacksbild hatte ich mit dem Reverendo Reserva 98 (ein „Bordeauxblend“ aus Spanien Cabernet- Sauvignon/ Merlot/Tempranillo im Glas. Keine aufgepumpte weiche Fruchtbombe, eher fein, mittlerer Körper mit einer seidigen, intensiven Nase nach Tabak und Zartbitterschokolade.

Natürlich lag das auch an seiner schönen Reife, der Reverendo (=Hochwürden) kommt aber immer erst als Reserva mit einigen Jahren Reifelagerung vom Weingut auf den Markt, der aktuelle Jahrgang ist der 2003er.

Insgesamt verblüffend für einen günstigen Einstiegswein, ein eleganter kleiner Spanier der viele Bordeaux bis 10€ "wegputzt".

(Reverendo Reserva 98 Navarra / Spanien 75 % Cabernet- Sauvignon, 15% Merlot, 10% Tempranillo / 5,95 € Mövenpick Weinland)